Jodl-Ehrenmal auf der Fraueninsel: Petition für Beseitigung „berechtigt“

Ein Dorn im Auge ist Wolfram P. Kastner (rechts) das Jodl-Ehrenmal auf der Fraueninsel. re
+
Ein Dorn im Auge ist Wolfram P. Kastner (rechts) das Jodl-Ehrenmal auf der Fraueninsel.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
    schließen

Wolfram P. Kastner nimmt in seinem Anlauf zur Beseitigung des Ehrenmals für den Nazi-Kriegsverbrechter Alfred Jodel am Chiemsee eine Hürde: Seine Petition gegen das Mal auf der Familiengrabstätte auf der Fraueninsel wurde vom Innenausschuss des Landtags heute einstimmig als „berechtigt“ eingestuft.

Frauenchiemsee – Seine Asche wurde in einen Isarzufluss gestreut, doch der Name allein erhitzt bis heute die Gemüter. Der Streit um das Ehrenmal für den 1946 als Hauptkriegsverbrecher hingerichteten Wehrmachtsgeneral Alfred Jodl hat gestern erneut den Landtag beschäftigt. Der Innenausschuss beriet über eine Petition des Künstlers Wolfram P. Kastner – und würdigte sein Anliegen als „berechtigt“.

Damit prüft die Staatsregierung die Causa. Kastner dringt auf die Beseitigung des Mals auf der Fraueninsel, beziehungsweise der Schrift mit Rang, Namen und Lebensdaten sowie eines eingravierten Eisernen Kreuzes. Kastner bewertete das Votum dem OVB gegenüber gestern als Erfolg. Er gehe davon aus, dass dem Anliegen „entsprochen werden kann und muss“.

Jahrelanger Streit um Jodl-Grabstätte auf der Fraueninsel

Georg Wieland, Inselbewohner und Architekt, hatte schon 2014 mit einer Petition gegen die Grabstelle gekämpft, allerdings erfolglos: Die Petition war damals mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass das Ehrenkreuz für Jodl ohnehin demnächst verschwinde, weil das Nutzungsrecht an der Grabstätte 2018 ablaufe, von der Gemeinde nicht verlängert werde und somit das steinerne Kreuz beseitigt werden könne.

So kam es jedoch nicht. Ein Großneffe von Jodls zweiter Ehefrau klagte erfolgreich auf Verlängerung des Nutzungsrechts. In dem Grab liegen unter anderem die beiden Ehefrauen Jodls. Jodl selbst liegt nicht in dem Grab. Nach seiner Hinrichtung am 16. Oktober 1946 in Nürnberg war seine Leiche eingeäschert und die Asche in einen Zufluss der Isar gestreut worden.

Mehr zum Thema

Kommentare