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Präsentation in Rosenheim

Jetzt liegen fünf Varianten zum Brenner-Nordzulauf vor: Scheuer hofft auf „Bürgertrasse“

Einer dieser Trassenverläufesoll es werden. Bahn AG, Klinger
  • Anton Maier
    VonAnton Maier
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Aus mehr als 100 wurden fünf: Die Deutsche Bahn hat am Montag in Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die reduzierte Zahl der Grobtrassen für den Brenner-Nordzulauf vorgestellt. Und eines gleich vorweg, es sind nach wie vor Verläufe westlich wie östlich von Rosenheim im Gespräch.

Rosenheim – DB-Projektleiter Torsten Gruber ging zunächst auf das Thema Bestandsstrecke ein. 

Zum Ticker von Montagmittag

Die Planer der Bahn hatten Anfang des Jahres den Auftrag bekommen, die bestehende Strecke nochmals dahingehend zu überprüfen, ob sie im ausgebauten und modernisierten Zustand eine Alternative für eine Neubaustrecke sein könnte.

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„Bestandsstrecke ist nicht zukunftsfähig“

„Wir sehen in keiner Ausbauvariante eine zukunftsfähige Infrastruktur“, sagte Gruber. Es seien Eingriffe in Siedlungen und Wohnbebauungen notwendig, zudem führe ein umfangreicher Umbau des Knotens Rosenheim über Jahre zu Einschränkungen. Eine nachhaltige Verlagerung des Güterverkehrs lasse sich auch nicht erzielen.

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Hinzu kommt laut Gruber, dass selbst auf einer ausgebauten Bestandsstrecke nicht die Geschwindigkeit für den Personenfernverkehr ermöglicht werden könne, den der Bundesverkehrswegeplan für den Brenner-Nordzulauf vorsieht. „Nicht zuletzt wäre ein Ausbau des Personennahverkehrs für die Region nicht im gewünschten Umfang möglich“, so Gruber. In der Summe führe an der Neubaustrecke kein Weg vorbei.

Drei Varianten für den Rosenheimer Westen

Als erste der fünf Varianten in der engeren Auswahl stellte Gruber einen Verlauf vor, der bei Ostermünchen beginnend durch folgende Gemeindegebiete im Landkreis verläuft: Großkarolinenfeld, Bad Aibling, Kolbermoor, Raubling, Brannenburg, Flintsbach, Oberaudorf und Kiefersfelden. Im Süden von Rosenheim liegen zwei mögliche Verknüpfungsstellen mit der Bestandsstrecke bei Reischenhart und Breitmoos.Im Süden. Ab Kirnstein ist ein Tunnel bis über die Landesgrenze vorgesehen.

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Variante zwei verläuft sehr ähnlich zur Variante eins, sie beginnt jedoch nördlich bei Riederbach und bietet im Bereich Kolbermoor/Bad Aibling unterschiedliche Streckenverläufe. Der Tunnel beginnt hier bereits bei Falkenstein und setzt sich dann ebenfalls über die Landesgrenze fort.

Die dritte Variante hat ihren nördlichen Ausgangspunkt ebenfalls bei Riederbach und nimmt nach Süden den Verlauf der Variante zwei, der Tunnel beginnt westlich der Autobahn auf der Höhe von Erl und zieht sich ebenfalls bis ins österreichische Staatsgebiet.

Mit Varianten vier und fünf steht der Osten im Mittelpunkt

Mit Variante vier kommt das Gebiet östlich von Rosenheim ins Spiel. Zunächst aber gibt es für den Verlauf im Nordwesten zwei Varianten: Entweder eine Trasse über Langenpfunzen und Pfaffenhofen mit Anbindung an die Bestandsstrecke in Großkarolinenfeld oder eine Strecke, die nördlich von Großkarolinenfeld verläuft und eine Anbindung bei Aubenhausen vorsieht.

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In jedem Fall würde hinter einer neuen Innbrücke ein Tunnel beginnen, der unter dem Gebiet von Stephanskirchen bis Eitzing verläuft. Danach läuft der Trassenvorschlag durch die Gemeinden Riedering, Rohrdorf, Neubeuern, Nußdorf, Flintsbach und Kiefersfelden. Ein zweiter Tunnel würde ebenfalls wieder von westlich der Autobahn auf Höhe Erl bis zur Landesgrenze verlaufen. Eine Verknüpfungsstelle mit der Bestandsstrecke ist bei Niederaudorf vorgesehen.

Ein Tunnel von Bergen bis Eitzing

Variante fünf schließlich verläuft zunächst wie Variante vier. Ab Eitzing jedoch besteht ein erheblicher Unterschied: Entweder wird der Tunnel bis nach Bergen südlich von Nußdorf unter dem Samerberg fortgesetzt.

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Oder es gibt noch vorübergehenden einen oberirdischen Verlauf zwischen Eitzing westlich an Lauterbach vorbei bis zur A8 bei Rohrdorf, wo die Strecke wieder bis Bergen im Tunnel verlaufen würde. Für einen Verknüpfungspunkt bei Niederaudorf käme die Strecke wieder an die Oberfläche. Nach einem Wechsel auf die Westseite des Inns würde die Strecke unterirdisch bis zur Landesgrenze geführt.

Vorschläge aus der Region berücksichtigt

Nach Worten von Torsten Gruber sind in vier der fünf Trassenverläufe Vorschläge aus der Region eingeflossen. „Wir erwarten, dass viele Ängste und Sorgen weichen werden, weil wir in den kommenden Monaten die jetzt noch übrigen Trassenverläufe viel konkreter planen und damit auch mit der Region besprechen und bewerten können“, sagte der Projektleiter der Bahn. Dafür sollen vom 4. Juli bis 5. August 16 Informationsveranstaltungen in der Region stattfinden.

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Bundesverkehrsminister Scheuer unterstrich, dass sich nur mit einer Neubaustrecke das erklärte Ziel der Politik umsetzen lasse, Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Das ist ein europäisches Projekt, wir sind hier in der Verantwortung“, sagte der CSU-Politiker. Selbstverständlich habe man aber auch die Verpflichtung, die Belange der Bürger und des Umweltschutzes dabei im Auge zu behalten. Die Sorgen und Ängste der Bevölkerung nehme er schon ernst. Er sei aber zuversichtlich, dass man gemeinsam mit den Vertretern aus der Region eine akzeptierte Lösung, seinen Worten nach eine „Bürgertrasse“, finden werde.

Lärmschutz soll verbessert werden

Bis der Nordzulauf fertig gebaut sei, reiche die Bestandsstrecke noch aus. Diese zu modernisieren, sei jetzt vordringliches Ziel. Aber nicht nur hinsichtlich der Kapazitäten: „Wir müssen auch beim Thema Lärmschutz Gas geben“, betonte der Minister „Wir können jetzt zeigen, dass wir so ein wichtiges Verkehrsprojekt hinbekommen“, zog Scheuer ein Fazit.

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Der weitere Verlauf sieht laut DB-Projektleiter Gruber vor, im zweiten Halbjahr dieses Jahres ein Raumordnungsverfahren zu starten, das die weitere Planung begleitet. Bis Ende 2020 soll dann der endgültige Trassenverlauf festgelegt sein, danach ist die Politik dran. In jedem Fall ist mit einer baulichen Umsetzung frühestens in den 2030er-Jahren zu rechnen, ließ die Bahn wissen.

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