Jede Minute wächst im Landkreis ein Kubikmeter Holz

So schnell wächst der Wald. Die Holzzuwachsuhr zeigt es. Sie ist eingerahmt von Georg Kasberger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, Sepp Spann, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Rosenheim-Bad Aibling, Landrat Josef Neiderhell und Stefan Pratsch von den Bayerischen Staatsforsten (von links). Foto re
+
So schnell wächst der Wald. Die Holzzuwachsuhr zeigt es. Sie ist eingerahmt von Georg Kasberger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, Sepp Spann, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Rosenheim-Bad Aibling, Landrat Josef Neiderhell und Stefan Pratsch von den Bayerischen Staatsforsten (von links). Foto re

An einer Holzzuwachsuhr im Eingangsbereich des Rosenheimer Landratsamtes kann ab sofort jeder Besucher ablesen, wie viel Holz der Wald im Landkreis nachhaltig produziert. Die Übergabe der Uhr an Landrat Josef Neiderhell war gleichzeitig der regionale Startschuss zum diesjährigen Internationalen Jahr der Wälder.

Landkreis - Die Vereinten Nationen hatten 2011 den Wäldern in aller Welt gewidmet. Vor allem die Bedeu-tung des Waldes als wichtige Lebensgrundlage soll so herausgestellt werden. Vielen Menschen in unserer modernen Gesellschaft sei nicht mehr bewusst, welche vielfältigen Funktionen und Aufgaben der Wald übernehme, sagte Neiderhell. Gerade in unserem Landkreis habe der Wald und die Holzverarbeitung eine ganz herausragende Bedeutung.

Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Rosenheim-Bad Aibling Sepp Spann, Georg Kasberger, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim sowie Stefan Pratsch, Betriebsleiter bei den Bayerischen Staatsforsten übergaben die Holzzuwachsuhr, die eigentlich ein Computer ist, gestern an den Landrat. Jede Minute wachse ein Kubikmeter zu, meinte Spann. Das ergebe im Jahr über eine halbe Million Kubikmeter.

Auch die übrigen von Spann genannten Zahlen sind beeindruckend. Da man beispielsweise acht Kubikmeter Holz für einen Dachstuhl benötigt, heißt das, alle acht Minuten wächst die Menge Holz für einen Dachstuhl. Gleichzeitig wird mit jedem Kubikmeter Holzzuwachs eine Tonne des klimaschädlichen Kohlendioxids aus der Atmosphäre entnommen, davon werden 250 Kilogramm im Holz gespeichert und 750 Kilogramm als Sauerstoff in die Luft abgegeben.

Der Landkreis Rosenheim ist zu einem Drittel bewaldet. Dieser Lebensraum wurde über Generationen von Waldbesitzern und Förstern geschaffen, gepflegt und bewahrt. Dadurch entstand ein intaktes und vielfältiges Ökosystem. Es schafft Einkommen und Arbeitsplätze, hält die Luft rein, sichert das Trinkwasser, bietet Erosions- und Lawinenschutz, reguliert das Klima, beheimatet viele Pflanzen und Tiere und ist Erholungsraum. Dieses Spektrum müsse man sich mal bewusst machen, das alles sei nicht selbstverständlich, so Stefan Pratsch. In diesem Zusammenhang meinte Georg Kasberger, es könne keine Trennung zwischen Wald für die Holzproduktion, für den Naturschutz und den Erholungsraum geben. Das Miteinander auf der Fläche sei seiner Meinung nach der Königsweg.

Mehr als 200 000 Arbeitsplätze, vor allem in ländlichen Regionen, hängen allein in Bayern an der Holzerzeugung und der Holzverarbeitung. Die Forstwirtschaft, wie sie heute praktiziert wird, gibt es noch nicht so lange. Noch vor einigen Generationen war die Übernutzung der Wälder an der Tagesordnung. Laut Kasberger hat sich das verändert: Eine Grundregel sei heute, es werde nicht mehr geerntet als nachwachse. Spann wurde hier noch deutlicher: "Nach heutigen betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gelten wir Waldbesitzer als irre. Wenn wir heute Bäume pflanzen ernten erst unsere Enkel oder Urenkel."

Im Landkreis Rosenheim produzieren und veredeln etwa 5000 Waldbauern, Zimmerer, Schreiner und andere den Werkstoff Holz. re

Kommentare