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Eine lange Tradition in der Region

Ist Urlaub auf dem Bauernhof noch beliebt? Das sagen drei Bäuerinnen aus der Region

Anna und Martin Pichler betreiben den Lainthalerhof, einen Biobauernhof in Niederaudorf. Hauptsächlich Kinder mit Familien machen Urlaub bei ihnen.
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Anna und Martin Pichler betreiben den Lainthalerhof, einen Biobauernhof in Niederaudorf. Hauptsächlich Kinder mit Familien machen Urlaub bei ihnen.
  • VonPaula L. Trautmann
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Kühe, Hühner oder Schafe – auf einem Bauernhof gibt es viel zu sehen, besonders für Kinder. Doch auch Eltern und Wanderer genießen Urlaub auf dem Land. Drei Bäuerinnen und die Tourist-Information berichten, wie die Saison angelaufen ist und weshalb Urlaub auf dem Bauernhof wichtig und lehrreich ist.

Kiefersfelden/Niederaudorf/ Oberdorf – „Die Vorausbuchungen sind sehr gut gelaufen“, sagt Roswitha Estermann vom Estermannhof in Oberdorf am Samerberg. Besonders in der Hauptsaison im Juli und August sei der Hof gut gebucht. Allerdings sei es ruhiger als in den vergangenen beiden Jahren. Die Bäuerin vermutet, dass sich die Leute aufgrund der aktuellen Finanzlage zurückhalten.

Zudem hätten viele Deutsche in den vergangenen beiden Pandemie-Jahren nicht ins Ausland gekonnt. Deshalb seien umso mehr von ihnen aufs Land gefahren. Nun sind die Einreisebestimmungen für Italien, Spanien oder Frankreich nicht mehr so streng oder aufgehoben. Die Urlauber ziehe es deshalb wieder mehr ins Ausland.

Gäste werden in die Familie integriert

Doch bei Radfahrern und Wanderern sei das Gebiet sehr beliebt. Sie könnten die Natur und Umgebung genießen. Auch Kinder können Estermann zufolge viel auf dem Bauernhof erleben. Die Kleinen lernen wo und wie Lebensmittel hergestellt werden. Sie könnten sich frei bewegen und hätten eine große Wohnqualität. Die Gäste würden schließlich in die Familie integriert. Urlaub auf dem Bauernhof sei „definitiv persönlicher“ als ein Aufenthalt im Hotel.

Der Trojerhof in Kiefersfelden mit den Bergen im Hintergrund gehört Angela und Anton Fuchs.

Wenn die Kinder wollen, könnten sie im Stall anpacken und Kälber sowie Hasen füttern. „Die Älteren helfen sogar manchmal beim Melken“, sagt Estermann. Es sei ihr wichtig, dass die Mädchen und Buben etwas bei ihrem Aufenthalt lernen. Sie will eine „gute Botschafterin“ sein und über das Leben auf dem Bauernhof aufklären.

Den Kindern aus der Stadt müsse die Bäuerin viel erklären

Angela Fuchs geht es ähnlich. Sie betreibt den Trojerhof in Kiefersfelden mit ihrem Mann Anton Fuchs. „Den Kindern aus der Stadt muss ich viel erklären“, sagt die Bäuerin. „Dass sie nicht ins hohe Gras laufen sollen, weil es gemäht werden muss oder dass sie nicht auf die Silo-Ballen klettern dürfen, weil sie die Folie sonst zerstören.“

Die Kinder könnten stattdessen die Schafe auf dem Hof füttern. Eine der Hof-Katzen bespaße die kleinen Gäste besonders gerne. Für die Eltern sei an einem Urlaub auf dem Land schön, dass den Kindern nie langweilig wird. Zudem könnten die Erwachsenen entspannen und abschalten, von der Corona-Pandemie oder dem Stadtleben.

75 Prozent der normalen Belegung

„Für die Besucher ist es wahnsinnig idyllisch hier“, sagt Fuchs. Dennoch sei die Saison schleppend gestartet. In den vergangenen beiden Jahren seien die drei Ferienwohnung besser gebucht gewesen. Während den Lockdowns konnte sie zwar nicht vermieten, aber in den Zeiten dazwischen und vor allem im Sommer sei es gut gelaufen. Heuer ist die Tendenz Fuchs zufolge anders: „Die Leute wollen ins Ausland.“ In den vergangen beiden Jahren seien die Deutschen noch etwas unsicher gewesen und lieber innerhalb des Landes gereist. Fuchs hofft, dass sich die Buchungslücken noch schließen. Aktuell lägen die Buchungen bei 75 Prozent der normalen Belegung.

Roswitha Estermann (zweite von links) mit der Vermietergruppe der Wanderhöfe Samerberg.

Der Lainthalerhof in Niederaufdorf ist Betreiberin Anna Pichler zufolge bereits im Herbst 2021 und um Weihnachten gut gebucht worden. Doch seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine seien weniger Anfragen eingegangen. „Zum Glück haben wir drei Viertel schon davor vermietet“, sagt Pichler. Für den Sommer sei der Hof ausgebucht. In dem vergangenen Jahr seien die Wohnungen zu einem Viertel der Zeit leer gestanden.

Auf dem Biobauernhof stehen nicht nur Kühe und Kälber auf der Weide. Es gibt auch Katzen, Hasen und Hühner. „Die Kinder können alle Tiere kennenlernen: wie sie leben und was sie essen“, sagt Pichler. Zudem gibt es einen Spielplatz auf dem Hof. Weil an der Bergstraße kaum Autos fahren, könnten die Kleinen herum sausen, ohne dass sich die Erwachsenen sorgen müssen. Das ist Angela Fuchs zufolge auch auf dem Trojerhof so: „Die Eltern müssen nicht die ganze Zeit auf die Kinder schauen.“

„Der Trend hält an“

Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin Alpenland Tourismus, weiß, dass Urlaub auf dem Bauernhof schon immer beliebt gewesen ist: „Das hat eine lange Tradition in der Region.“ Während der Pandemie hätten auch Paare und Geschäftsleute das Landleben kennen und lieben gelernt. Es würden nun alle Zielgruppen angesprochen.

„Urlaub auf dem Bauernhof ist nach wie vor gefragt“, bestätigt Teresa Funk, Leiterin der Tourist-Information Oberaudorf. Die Besucher kämen zum Entspannen, Abschalten vom Stadtleben und für einen nachhaltigen Urlaub. „Der Trend hält an.“

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