Sprachschützer verleihen der S-Bahn-Stimme einen Preis

Von "Issmaning" bis nach "Krupp"

Söchtenau - Die Jahreshauptversammlung des Landschaftsverbands Rosenheim im Förderverein Bairische Sprache und Dialekte, die im Gasthaus Schmidmayer in Schwabering stattfand, begrüßte dieses Mal einen besonderen Gast: Regina Wallner aus Prien, Mitglied der Verkehrsredaktion des Bayerischen Rundfunks.

Schon mehrmals habe Vorstand Armin Höfer in seiner OVB-Serie "Vo Ort zu Ort" die Aussprache der heimischen Ortsnamen durch Zugschaffner, Bahnhofsangestellte und insbesondere durch Profi-Sprecher kritisiert, die vom Band oder Chip aus regionale Ortsnamen in Zügen und S-Bahnen ansagen. Besonders negativ sei ihm dabei die Berliner Sprecherin Helga Bayertz aufgefallen, deren Stimme immer noch auf der Mangfalltal-Bahn und auf der Strecke Rosenheim-Kufstein zu hören sei. Es heiße nun einmal nicht "Batt" Aibling, sondern "Bad" Aibling; bei Kolbermoor und Bruckmühl werde der zweite Teil des Namens betont, nicht der erste. Im S-Bahnbereich München gebe es kein "Issmaning" oder "Krupp", sondern ein "Ismaning" und ein "Grub". Der Marienplatz habe beide Male ein dunkles a, kein überhelles norddeutsches a.

Aber seit einigen Monaten, so Höfer, fahre er wieder S-Bahn, "ohne Ohrenweh zu kriegen". Dies liege an Regina Wallner, die sämtliche S-Bahn-Orte neu besprochen habe. Nun klängen die Namen so vertraut, wie er, Höfer, es seit jeher in guter Erinnerung habe. Regina Wallner schilderte, es sei nicht Ziel gewesen, die Namen "boarisch" auszusprechen, sondern hochdeutsch, aber dieses Mal nicht mit norddeutsch-berlinerischer, sondern süddeutsch-bairischer Färbung. Wenngleich manche Anwesende es bedauerten, dass die Haltestellen nicht echt bairisch ausgesprochen würden, waren sie begeistert, als Wallner einige Kostproben ihrer S-Bahn-Durchsagen gab. Für die dem Hochdeutschen angenäherte Aussprache warb sie um Verständnis, da die vielen ausländischen Gäste Münchens sonst sprachlich überfordert wären.

Mit Vorstand Armin Höfer waren sich alle anwesenden Mitglieder einig: Die Prienerin Regina Wallner soll als nächste Persönlichkeit, die sich um die süddeutsch-bairische Variante der deutschen Sprache verdient gemacht hat, noch heuer den Sprachpreis "Sprachschütz" des Landschaftsverbands Rosenheim im Förderverein Bairische Sprache und Dialekte erhalten. re

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