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Hausärzte impfen bundesweit: Was das jetzt für Impfwillige bedeutet

Jetzt auch in der Region - wie funktioniert das Impfen beim Hausarzt?

Eine Hausärztin impft eine ältere Dame in ihrer Praxis gegen das Coronavirus
+
Eine Spritze gegen Corona: Bundesweit impfen jetzt auch die Hausärzte gegen das Coronavirus.
  • Jennifer Bretz
    VonJennifer Bretz
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Die Impfkampagne gegen das Coronavirus verlief in Deutschland bisher schleppend - viel Hoffnung ruht deshalb auf den Hausärztinnen und Hausärzten, die seit 6. April bundesweit in ihren Praxen impfen dürfen. Wir erklären, was sich nun für Impfwillige ändert - und was erst einmal nicht.

Am 27. Dezember 2020 erhielten die Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims im oberbayerischen Germering die ersten Corona-Impfungen. Seitdem wird in Bayern und auch der Region in den eigens dafür eingerichteten Impfzentren geimpft. Etwas mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung haben seither jeweils mindestens eine Impf-Dosis erhalten. International ist das eher Mittelmaß. Darum setzt man jetzt auf Impfungen auch bei den Hausärzten. Wie läuft das ab?

Ab wann gibt es Impftermine in den Praxen?

Seit 1. April dürfen in Bayern in den Praxen Patientinnen und Patienten gegen das Coronavirus geimpft werden. Einige Praxen warten allerdings noch auf Impfstofflieferungen und starten daher erst in den kommenden Tagen. In einigen Modellregionen haben die Impfungen in Hausarztpraxen teilweise schon im März begonnen.

Wie läuft die Terminvergabe ab?

Laut einer Sprecherin des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV) melden sich die Ärzte bei den Patienten. Impfwillige sollten daher erst einmal nicht zum Telefonhörer greifen und damit die Leitung für Notfälle belegen, sondern lieber warten, bis ihr Arzt sich bei ihnen meldet. Parallel sollten Sie sich per Telefon bei den Impfzentren oder online zentral für eine Impfung anmelden, wenn Sie das noch nicht getan haben. Denn auch in den Impfzentren gehen die Impfungen weiter. Falls Ihr Hausarzt sich meldet und Sie impft, sollten Sie ihre zentrale Registrierung aber löschen.

Ärztinnen und Ärzte haben die Möglichkeit, ihre Patientinnen und Patienten entsprechend der Impfpriorisierung gezielt zu kontaktieren. Wie viele Impftermine sie vergeben, ist den Praxen überlassen. Besondere Vorgaben zur Infrastruktur in den Praxen (etwa gesonderte Warteräume) macht das Gesundheitsministerium nicht. Viele Hausärzte kündigten an, für die Impfungen extra Sprechstunden anzubieten. In der Regel dürfte es deshalb nicht zu zusätzlichen Wartezeiten in den Praxen kommen.

Welche Ärzte impfen?

Alle niedergelassenen Ärzte, Fachärzte und ärztliche Psychotherapeuten in Bayern können Impfstoff bestellen. Zur Mitte der Woche rechnet die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) mit Impfungen in rund 8.500 bayerischen Praxen.

Gilt die Priorisierung auch bei Impfungen in der Praxis?

Die in der Coronavirus-Impfverordnung festgelegte Priorisierung gilt grundsätzlich auch für Hausarztpraxen. Hausärztinnen und -ärzte können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen flexibler vorgehen, als es in Impfzentren möglich ist.

Ist es organisatorisch sinnvoll, können Ärztinnen und Ärzte von der Priorisierung abrücken - etwa, wenn dadurch vermieden wird, dass Impfstoff vernichtet werden muss. Auch in Regionen mit besonders hohen Inzidenzen darf von der Impfreihenfolge abgewichen werden, zum Beispiel, um chronisch kranke Patientinnen und Patienten zu schützen.

Werde ich jetzt früher geimpft?

Man sollte zunächst keine Impfwunder erwarten. Laut BHÄV stehen pro Praxis pro Woche zunächst nur 18 bis 48 Impfdosen zur Verfügung. Jeder Patient braucht mit Abstand von einigen Wochen zwei Dosen. Die Hausärzte sollen sich bei der Auswahl von Impf-Kandidaten an der Impfverordnung orientieren. Demnach also besonders alte Menschen, Vorerkrankte und Risiko-Berufsgruppen impfen. Allerdings ist eine gewisse Flexibilität möglich, etwa wenn es um die Impfung von chronisch Kranken geht.

Welche Impfstoffe bekommen die Hausärzte?

Die bayerischen Hausärzte erhielten vor Ostern den aktuell nur für über 60 Jahre alte Menschen vorgesehenen Astrazeneca-Impfstoff. Ab dem bundesweiten Impfstart am 6. April wird vorerst Biontech-Impfstoff an die Ärzte geliefert. Das Gesundheitsministerium begründet dies damit, dass von dem Wirkstoff mit Abstand am meisten geliefert wird.

Für Ende April rechnet das Gesundheitsministerium außerdem damit, dass auch der Impfstoff von Johnson & Johnson verimpft werden kann. Das Vakzin von Moderna kann laut Gesundheitsministerium derzeit nur in Impfzentren eingesetzt werden, weil besondere Transportbedingungen zu erfüllen sind.

Kann man wählen, mit welchem Vakzin man geimpft wird?

Nein. Wegen der anhaltenden Impfstoffknappheit ist keine Auswahl des Vakzins durch die Patientin oder den Patienten möglich, auch dann nicht, wenn in den Praxen mehrere Wirkstoffe zur Verfügung stehen.

jb

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