Immer mit einem guten Rat zur Stelle

Immer ein offenes Ohr für die Belange der Studierenden hat Elisabeth Korn.
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Immer ein offenes Ohr für die Belange der Studierenden hat Elisabeth Korn.

Seit 40 Jahren gibt es die Rosenheimer Hochschule, seit 30 Jahren arbeitet dort Elisabeth Korn. Sie ist eine der vielen Mitarbeiter, ohne die an der Hochschule nichts gehen würde: Als Sekretärin in der Fakultät für Holztechnik und Bau betreut die 51-Jährige zusammen mit einer Kollegin Studierende, Professoren und Lehrbeauftragte und hat bei studentischen Notlagen immer einen guten Rat parat.

n Frau Korn, mit welchen Problemen kommen denn die Studierenden zu Ihnen?

Das ist ganz verschieden. Manche sind auf der Suche nach dem richtigen Hörsaal, weil eine Lehrveranstaltung kurzfristig verschoben wurde, manche brauchen nur eine Auskunft, weil sie etwas nicht mitbekommen haben, andere kommen auch, weil sie bei einer Prüfung Probleme hatten.

n Was war denn die ungewöhnlichste Anfrage, die Ihnen untergekommen ist?

Ein Student hatte uns eine E-Mail geschrieben, er hätte seine Hose verloren und ob sie abgegeben worden sei. Wir haben gerätselt, bei welcher Gelegenheit er die Hose verloren hat und wie er ohne nach Hause gekommen ist, aber dann hat sich herausgestellt, dass er nur seine Regenhose vermisste. Bei uns landen aber auch viele Anfragen von Privatleuten. Uns rufen Leute an, die wissen wollen, mit welcher Farbe sie ihre Fenster streichen sollen oder ob es sich bei dem Käfer, den sie zuhause gefunden haben, um einen Schädling handelt. Wir vermitteln sie dann an den entsprechenden kompetenten Ansprechpartner weiter und freuen uns, wenn wir helfen konnten. Wir versuchen dann, einen kompetenten Ansprechpartner zu finden, was nicht immer ganz einfach ist. Aber wir wollen den Menschen ja weiterhelfen.

n Sie haben in 30 Jahren ja buchstäblich eine ganze Studierendengeneration erlebt. Sind die Studierenden von heute anders als vor 30 Jahren?

Für unsere Holztechnik-Studierenden gilt das eigentlich nicht. Die sind schon immer eher bodenständig, weil viele von ihnen aus dem Handwerk kommen und daher einen starken Bezug zur Praxis haben. Mich beeindruckt, wie unsere Studierenden es immer wieder schaffen, die Tradition ihres Studienganges zu bewahren. Den berühmten Hut eines jeden Abschlussjahrgangs gibt es immer noch, ebenso wie die Feste, die Abschlusszeitung und den legendären "Rundgang" kurz vor den Prüfungen, bei dem die Studierenden durch die Hochschule ziehen und den Professoren in den Hörsälen ihren Besuch abstatten. Da geht es meistens recht lustig zu.

n Was hat sich denn im Vergleich zu früher geändert?

Die Zeit ist schnelllebiger geworden und das merken wir natürlich auch. Früher hatten wir viel mehr persönlichen Kontakt. Die Studierenden mussten ja bei uns vorbeischauen, um sich zu informieren. Heute nutzen die Studierenden SMS und Internet und nicht mehr die Aushänge im Flur. Das hat sich in den letzten Jahr sehr stark verändert. Das ist einerseits eine Arbeitserleichterung, andererseits geht auch viel verloren - leider.

n 30 Jahre an der Hochschule - welche Ereignisse sind Ihnen denn besonders in Erinnerung geblieben?

Einmal standen zwei junge Österreicherinnen bei mir im Büro. Sie waren auf der Suche nach zwei unserer Studierenden, die ihnen die Köpfe verdreht hatten. Sie haben mir versprochen, wenn es mit den Jungs klappt, würden sie mich zur Hochzeit einladen - es ist aber nie eine Einladung gekommen. Es gab da auch den Vater eines Studierenden, der mir zu Semesterbeginn eine Schachtel Pralinen schenkte mit der Bitte, ich solle doch schauen, dass der Junge nicht unter die Räder kommt und sein Studium ernst nimmt. Das ging natürlich nicht, aber der Sohn hat den Abschluss dann auch ohne mich geschafft.

INTERVIEW: Klaus Kuhn

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