Versunkenes Auto auf B15: Fahrer erzählt - Darum lief die Unterführung so schnell so voll

Hochwasser B15: Versunkenes Auto
+
Der auf der B15 bei Schechen im Hochwasser versunkene Firmenwagen

Das Foto ist DER Gesprächsstoff in der Region: Ein Ford Transit steht abgesoffen auf der B15 bei Schechen. Wie ist das passiert? Die OVB-Heimatzeitungen haben mit dem Fahrer gesprochen.

Update, 5. August, 18.05 Uhr

Warum die Unterführung so schnell überflutet wurde

Rosenheim – Die starken Regenfälle und die Wassermassen haben am Dienstag zu einem Verkehrschaos in der Region Rosenheim geführt. Die B15 war von den Überschwemmungen besonders betroffen. Sogar ein Auto ging in den Fluten beinahe ganz unter.

+++ Aktuelle Informationen rund um das Hochwasser in der Region finden Sie in unserem Ticker +++

Am Dienstagmorgen versuchte laut Polizeiinspektion Rosenheim ein 27-jähriger Rosenheimer, eine überflutete Unterführung in Hochstätt bei Schechen zu durchfahren. Der Fahrer des Autos ist ein Mitarbeiter des Rosenheimer Bürobedarfshändlers Bensegger.

Plötzlich starb der Motor ab

„Plötzlich ist mir der Motor abgestorben und dann war auch schon Wasser im Fußraum“, berichtete er gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Als er ausstieg, stand das Wasser seinen Angaben zufolge zehn Zentimeter hoch. Innerhalb von zehn Minuten sei das Fahrzeug dann aber beinahe komplett überschwemmt worden, die Unterführung lief voll. Die Ware im Wagen: ruiniert.

Die Polizei schätzte, dass der Totalschaden am Auto 10 000 Euro beträgt. Die Feuerwehr zog das Auto aus der Senke heraus.

+++ Bildergalerie: Der Tag des Hochwassers in Fotos +++

Unterführung wieder passierbar

Die Unterführungssenke bei Hochstätt ist mittlerweile von der Feuerwehr und der Straßenmeisterei ausgepumpt sowie gereinigt worden. Seit gestern um 16.30 Uhr ist die Strecke wieder befahrbar, wie Ursula Lampe, Pressesprecherin des Staatlichen Bauamtes, mitteilte.

Laut Kreisbrandrat Richard Schrank ist die Unterführungssenke 300 Meter lang und 15 Meter breit. Das Wasser stand bei Zeiten rund drei Meter hoch. Das bedeutete für die Feuerwehr, dass sie insgesamt 13 500 Kubikmeter Wasser abpumpen musste.

Warum die Unterführung derart "absoff"

„Eine ganz schöne Größenordnung“, sagte Schrank. Gründe, warum die Senke derart überschwemmt werden konnte, waren Lampe zufolge die außergewöhnlich hohe Wassermenge sowie defekte Pumpen. Da die Rott über das Ufer getreten war, sei die Unterführungssenke wie eine Badewanne von oben vollgelaufen.

Zusätzlich habe es einen technischen Defekt bei den Pumpen in der Senke gegeben, die überschüssiges Wasser abpumpen. „So etwas ist vorher noch nie passiert“, sagte Lampe. „Das war ein Ausnahmeereignis.“ Die Lage habe sich gestern zunehmend entspannt, da die Rott abgeschwollen sei. Das Bauamt ist Lampe zufolge dabei, den technischen Fehler der Pumpen zu analysieren.

+++

Erstmeldung vom 5. August

Der Polizeibericht formuliert es recht sachlich: "Ein 27-jähriger Autofahrer aus Rosenheim befuhr mit seinem Ford Transit die B15 in südliche Richtung. Im Bereich einer Unterführung auf Höhe Hochstätt, war diese aufgrund der ergiebigen Regenfälle überflutet. Der Rosenheimer fuhr dennoch weiter und versuchte durch die Unterführung durchzufahren. Der 27-Jährige blieb mit seinem Fahrzeug stecken, der Innenraum füllte sich sofort mit Wasser. Der Fahrer hatte Glück und konnte sich rechtzeitig selbst aus dem Fahrzeug befreien. Der Ford wurde jedoch fast komplett versenkt und dürfte ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 10.000 Euro sein."

Jeder, der das Foto gesehen hat, fragt sich nun: Wusste der Fahrer nicht, wie gefährlich die Lage gewesen ist? Nein, wusste er nicht.

Wenige hätten die Situation wohl richtig eingeschätzt.

 

Bei dem 27-Jährigen handelt es sich einen Mitarbeiter des Rosenheimer Bürobedarfshändlers Bensegger. Er fuhr mit dem Firmenwagen am Dienstag hinter einem weiteren Fahrzeug und einem Lkw durch die Unterführung auf der B15 in der Nähe von Schechen. 

Bildergalerie: Hochwasser in der Region Rosenheim/Chiemgau am 4. August

„Plötzlich ist mir der Motor abgestorben und dann war auch schon Wasser im Fußraum“, berichtet er. Als er ausstieg, lag der Wasserstand seinen Angaben zufolge bei zehn Zentimetern. Innerhalb von zehn Minuten sei das Fahrzeug dann aber beinahe komplett überschwemmt worden. Die Ware im Wagen: ruiniert.

Lesen Sie auch: Regenfälle rufen bei Oberwöhrern ungute Erinnerungen wach

Noch nicht bekannt ist, weshalb die Unterführung dermaßen schnell so volllaufen konnte. Die Erfahrung des 27-Jährigen deckt sich mit Schilderungen von anderen Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle. 

Die starken Regenfälle und die Wassermassen haben am Dienstag zu einem Verkehrschaos in der Region Rosenheim geführt. Die B15 war von den Überschwemmungen besonders betroffen.

Mehr zum Thema

Kommentare