Hochschule mit großen Plänen

Dank neuer, attraktiver Studiengänge stiegen die Studentenzahlen an der Hochschule Rosenheim.
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Dank neuer, attraktiver Studiengänge stiegen die Studentenzahlen an der Hochschule Rosenheim.

Rosenheim - Eine eindrucksvolle Entwicklung hat die Hochschule Rosenheim in den letzten Jahren gemacht. So stieg die Zahl der Studienanfänger von unter 1000 im Jahr 2009 auf knapp 1500 in diesem Jahr. Doch nicht nur bei den Studentenzahlen geht es bergauf. Auch bei der Weiterentwicklung des Hochschulstandortes haben die Rosenheimer ehrgeizige Pläne.

Im kommenden Jahr werden wohl erstmals über 5000 Studenten an der Hochschule Rosenheim eingeschrieben sein. Verantwortlich dafür sind in erster Linie drei neue Studiengänge, die in den letzten drei Jahren etabliert wurden. Sowohl "Energie- und Gebäudetechnik" als auch Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsmathematik haben sich als attraktive Angebote erwiesen. Auch alle anderen Studiengänge sind immer gefragter.

Doch an der Hochschule gibt man sich mit dem Erreichten nicht zufrieden, wie gestern Hochschulpräsident Professor Heinrich Köster und der frisch gewählte Vorstand des Hochschulrates, Walter Schatt, berichteten. Rosenheim beabsichtigt zum einen seinen Schwerpunkt im Bereich Technik weiterzuentwickeln und zum anderen eine neue Fakultät "Gesundheit" aufzubauen.

Ziehen für die Hochschule gemeinsam an einem Strang: Professor Heinrich Köster (links) und der neu gewählte Vorstand des Hochschulrates, Walter Schatt.

Hintergrund der Pläne ist ein für die nächsten Jahre geplanter Umbau der bayerischen Hochschullandschaft. Für 2012 ist eine entsprechende Änderung des Hochschulgesetzes angekündigt. Rosenheim will sich dann für den neuen Hochschultyp der "Technischen Hochschule" bewerben. Dies würde bedeuten, dass der Bereich Forschung ausgebaut werden soll. Die Fachhochschule würde damit ein Stück weit von ihrer Aufgabe als reine Ausbildungsstätte abrücken und erhielte erstmals auch ein Promotionsrecht. Bislang kann man seinen Doktor nur an einer Universität machen. Köster ist sich bewusst, dass die Bewerbung kein Kinderspiel werden wird, aber "die Hochschule will sich dieser Herausforderung stellen", so der Präsident. Eine Garantie, dass es klappen wird, bestehe aber nicht.

"Große Chance für die Hochschule"

Auf den Rückenwind aus dem Hochschulrat, der sich jeweils zur Hälfte aus Vertretern von Hochschule und regionaler Wirtschaft zusammensetzt, kann er sich dabei verlassen. "Wir unterstützen diese Pläne mit großem Nachdruck", so Walter Schatt, der das Vorstandsamt von Anton Kathrein übernommen hat. "Wir sehen in der Bewerbung eine große Chance für die Hochschule, sich zu profilieren", so Schatt weiter.

Einen ersten Teilerfolg hat die Hochschule Rosenheim bereits geschafft. Seit Donnerstag steht fest, dass die Technische Universität München an der zweiten Stufe der Exzellenz-Initiative teilnehmen wird. Kooperationspartner der TU ist die Hochschule Rosenheim. "Wir sind stolz, dass wir als eine von nur fünf bayerischen Fachhochschulen dabei sein werden", so Köster.

Fakultät Gesundheit geplant

Die Weiterentwicklung der Hochschule ist damit aber nicht zu Ende: Neben Technik, Wirtschaft und Gestaltung (Innenarchitektur) will man eine vierte Fakultät Gesundheit aufbauen. Mit dem bereits etablierten Studiengang Gesundheitswirtschaft wurde bereits ein erster Schritt getan. Ab Herbst 2012 wird aller Voraussicht nach - erstmals in Bayern - auch ein Studiengang Physiotherapie angeboten. "Die Finanzierung ist bereits gesichert", erklärte Köster. Die Romed-Kliniken werden den neuen Studiengang mit einer Stiftungsprofessur unterstützen. Im Zuge dessen ist auch eine Kooperation mit der Romed-eigenen Fachschule in Wasserburg geplant. Als weiterer Partner hat die AOK Interesse an einem dualen Studiengang bekundet. Für Köster sind auch weitere Studiengänge wie etwa Pflegemanagement oder aber Kooperationen im Tourismusbereich vorstellbar.

Die Pläne haben einen handfesten ökonomischen Hintergrund: In der Region werden 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts im Gesundheitswesen erwirtschaftet - ein fast einzigartiger Wert in Bayern. Die Unternehmen haben einen entsprechenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften.

Klaus Kuhn/Oberbayerisches Volksblatt

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