Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Betreiber-GmbH ist von ihrem Konzept überzeugt

"Hochriesbahn auf gutem Wege"

Lokaltermin an der Mittelstation (von links): Franz Knarr, Andreas Müllinger, Thomas Krutzenbichler, Georg Huber, Dieter Vögele und Jens Hoppe, Betriebsleiter der Hochriesbahn.  Foto kronast
+
Lokaltermin an der Mittelstation (von links): Franz Knarr, Andreas Müllinger, Thomas Krutzenbichler, Georg Huber, Dieter Vögele und Jens Hoppe, Betriebsleiter der Hochriesbahn. Foto kronast

Samerberg/Rosenheim - Vor zwei Jahren war die Seilbahn auf dem Rosenheimer Hausberg, der Hochries, wieder einmal und diesmal endgültig vor dem wirtschaftlichen Aus gestanden. Um eine Insolvenz zu verhindern, taten sich die Gemeinde Samerberg und die Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins zusammen, um die Seilbahn gemeinsam weiterzuführen.

Während die Samerberger die Anlage als integralen Bestandteil ihres Tourismus-Angebotes erhalten sehen wollten, stand für den Rosenheimer Alpenverein die umweltfreundliche Erschließung des Wandergebietes und die Versorgung der vereinseigenen Traditionshütte auf dem Gipfel der Hochries im Vordergrund. Die Gemeinde besaß fortan zwei Drittel an dem als GmbH geführten Unternehmen, der DAV ein Drittel.

Als Verantwortliche zeichnen der Bürgermeister der Gemeinde Samerberg, Georg Huber, sowie der Vorsitzende der Rosenheimer, nahezu 8000 Mitglieder zählenden DAV-Sektion, Franz Knarr, und deren Schatzmeister, Dieter Vögele. Zum Geschäftsführer der GmbH wurde Andreas Müllinger bestellt, im Hauptberuf Geschäftsleiter der Gemeinde Samerberg.

Wie die vier Akteure heute betonen, befindet sich die wirtschaftliche Entwicklung der Bahn trotz aller Schwierigkeiten "auf einem guten Wege". Die fast altlastenfreie Übernahme der Bahn, die von ihren Vorbesitzern nicht immer nach strengen kaufmännischen Gesichtspunkten geführt worden sei, haben einen Betrieb der Bahn ermöglicht, der zunehmend die Aussicht auf einen ausgeglichenen Haushalt eröffne. Neben den Einnahmen aus dem Fahrbetrieb von Sessellift und Kabinenbahn stünden Einkünfte aus dem Parkplatz an der Talstation und aus den für die auf dem Gebäude der Bergstation stehenden Antennen zur Verfügung. Weitere Einnahmequellen seien Beträge aus Vermietungen und Verpachtungen, zum Beispiel die Gaststätten an der Tal- und Mittelstation oder der Räume für die Flugschule.

Neben einer sparsamen Betriebsführung und straffen Personalstruktur wollen die Verantwortlichen auch auf den Abbau von Privilegien hinarbeiten, die sich im Laufe der Zeit beim Fahrbetrieb zu Lasten der Einnahmen als vermeintliche "Gewohnheitsrechte" entwickelt hätten. Dies aber, so betont insbesondere Bürgermeister Huber, soll ohne "Porzellan zu zerschlagen" geschehen. Als Grundsatz müsse in Zukunft gelten: "Wer fährt, der zahlt".

Als "Damoklesschwert" über dem finanziellen Geschäftskonzept sehen die neuen Betreiber die Sorge vor einer großen Reparatur an der derzeit funktionierenden, aber doch in die Jahre gekommenen technischen Anlage. Davon seien jedoch keine sicherheitsrelevanten Teile betroffen: "Wenn wir die nächsten zwei bis drei Jahre gut überstehen, dann schreckt uns auch die Belastung durch eine größere Reparatur nicht mehr", sind sich die Akteure einig.

DAV-Schatzmeister Dieter Vögele hat in einer über 1000 Seiten umfassenden Dokumentensammlung die Geschichte der seit jeher engen Beziehung der Rosenheimer zu ihrem "Hausberg" und der vor bald 100 Jahren entstandenen DAV-Hütte auf dem Hochriesgipfel lebendig werden lassen. Darin wird deutlich: Die Bahn hat seit jeher mit Problemen, Widerständen und Turbulenzen zu kämpfen. Dass damit nun endlich Schluss sein soll, darin sind sich nicht nur die Verantwortlichen einig.

Die Hochriesbahn hat wegen Wartungs- und Revisionsarbeiten derzeit den Fahrbetrieb eingestellt. Während der Weihnachtsferien und an den Faschingstagen wird die Seilbahn fahren, zusätzlich eventuell auch an Schönwetter-Wochenenden.

Der tägliche Betrieb wird dann am 1. April 2011 wieder aufgenommen. sk

Mehr zum Thema

Kommentare