Hilfe über die Medizin hinaus

Der Verein "Rosenheimer Krebsberatungsstelle" ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Vorsitzender Peter Kerb, Schriftführer Werner Hess, Beisitzerin Imogen von Gillern und Zweiter Vorsitzender Professor Dr. Thomas Beck freuten sich bei der Vorstellung ihres Vereins unter anderem über einen Scheck des Romed-Klinikums Rosenheim in Höhe von 2000 Euro.  Foto Schlecker
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Der Verein "Rosenheimer Krebsberatungsstelle" ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Vorsitzender Peter Kerb, Schriftführer Werner Hess, Beisitzerin Imogen von Gillern und Zweiter Vorsitzender Professor Dr. Thomas Beck freuten sich bei der Vorstellung ihres Vereins unter anderem über einen Scheck des Romed-Klinikums Rosenheim in Höhe von 2000 Euro. Foto Schlecker

Krebs - keine andere

Rosenheim/Landkreis - Bis jetzt sind die Räumlichkeiten im Künstlerhof am Ludwigsplatz 15 in Rosenheim noch leer. Doch in den kommenden Wochen soll dort die Geschäftsstelle des Vereins "Rosenheimer Krebsberatungsstelle" entstehen. Die Aufnahme der Beratungstätigkeit ist für Mitte Februar 2012 vorgesehen. Neben dem Eingangs- und Informationsbereich soll es bis dahin zwei Beratungszimmer geben. Dort arbeiten werden eine Psychoonkologin und eine Sozialpädagogin.

Die Aufgabe der Mitarbeiter der Beratungsstelle lautet: "Helfen, das Leben mit Krebs erträglich zu machen."

"Nach der Diagnose Krebs ist alles anders", hat Peter Kerp immer wieder erlebt. Er ist seit 30 Jahren als Allgemeinarzt in Großkarolinenfeld tätig. Nachdem die "Rosenheimer Krebsberatungsstelle" vor einigen Monaten gegründet wurde, hat er für den Verein den Posten des Vorsitzenden übernommen. In der Vorstandschaft finden sich auch noch viele weitere bekannte Ärzte und Mitarbeiter des Romed-Klinikums: Professor Dr. Thomas Beck, Chefarzt der Gynäkologie im Romed-Klinikum ist Zweiter Vorsitzender, Werner Hess, Qualitätsbeauftragter im Klinikum Rosenheim ist Schriftführer und zu den Beisitzern zählen: Psychoonkologin Freifrau Imogen von Gillern, Dr. Sigrun Gabius, Fachärztin für Innere Medizin und Onkologie und Dr. Rudolf Pihusch, Internist und Onkologe. Schatzmeisterin ist Sylvia Schmidt, Büro- und Personalleiter des pharmazeutischen Spezialunternehmens "Lapharm".

Alle Mitglieder der Vorstandschaft wissen, was die Diagnose "Krebs" für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeutet. "Die Frage, warum ich, und wie geht es nun mit mir und meiner Familie weiter, bestimmen verständlicherweise das Denken der Patienten", sagt dazu Peter Kerp. In derartigen Fällen benötige man Hilfe über das Medizinische hinaus. Diese finde man nun für Betroffene aus Stadt und Landkreis bald in der neuen Beratungsstelle in Rosenheim.

Die Mitarbeiter verstehen sich nach den Worten des Vorsitzenden als "unterstützende Zuhörer, Ratgeber und Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Krankheitsbild Krebs".

Wesentliche Aufgabe der Beratungsstelle sei auch die Lostenfunktion, mit der Wege zu notwendigen Behandlungsstellen wie zum Beispiel eine ambulante Psychotherapie vermittelt werden sollen. Das Leistungsprofil von Krebsberatungsstellen würde weit über eine Beratung im klassischen Sinne hinausgehen: "Ratsuchende streben besonders für die seelische und soziale Begleitung nach einem persönlichen Kontakt".

Das Angebot der Rosenheimer Krebsberatungsstelle ist kostenlos. Finanziert wird es mit Hilfe von Sponsoren. Darum ist der neu gegründete Rosenheimer Verein auch weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen. "Ein zentrales Problem der Krebsberatungsstellen ist die ungeklärte Finanzierung in unserem Gesundheitssystem", erklärt dazu der Vorstand. Bisher gäbe es trotz Einbindung in Qualitätsmaßnahmen der Krebstherapie für Krebsberatungsstellen kein Budget der Krankenkassen.

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