Mehr als 100 Bürger machen mit

Hilfe in der Corona-Krise: Diakonie zeichnet Bad Aiblinger Projekt „Brot und Rosen“ aus

Stolz präsentieren sie ihren Preis und den Scheck in Höhe von 1000 Euro (von links): Die Koordinatoren Christa Dürig, Bettina Kuba, Anton Betzl und Pfarrer Markus Merz, hier mit Wolfgang Janowsky, stellvertretendem Vorsitzenden der Diakonie Bayern.
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Stolz präsentieren sie ihren Preis und den Scheck in Höhe von 1000 Euro (von links): Die Koordinatoren Christa Dürig, Bettina Kuba, Anton Betzl und Pfarrer Markus Merz, hier mit Wolfgang Janowsky, stellvertretendem Vorsitzenden der Diakonie Bayern.
  • vonWerner Stache
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„Brot und Rosen“ nennt sich die gemeinsame Initiative der Kirchen und Institutionen in Bad Aibling, die gegründet wurde, um miteinander gut durch die Corona-Krise zu kommen. Im Diakonie-Wettbewerb 2020 wurde das Projekt nun ausgezeichnet.

Bad Aibling − „Brot und Rosen“ − die Anregung kommt von Elisabeth von Thüringen, einer Frau aus dem 13. Jahrhundert, die armen Menschen Brot brachte.

Eine derartige Aktion hatte zu Beginn der Corona-Krise auch die evangelische Kirchengemeinde Bad Aibling ins Leben gerufen: „Viele Menschen können wegen häuslicher Quarantäne wichtige Erledigungen nicht vornehmen. Dies kann der Weg zum Briefkasten, zur Apotheke, zum Einkaufsmarkt sein“, sagte Pfarrer Markus Merz und rief die Bevölkerung dazu auf, diesen Menschen Erledigungen abzunehmen. Mit enormen Erfolg: Mehr als 100 Bürger stellten sich als Ehrenamtliche zur Verfügung. Diese lieferten nicht nur Lebensmittel, sondern standen auch für Gespräche zur Verfügung und spendeten Trost.

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Wolfgang Janowsky, Stellvertretender Vorsitzender der Diakonie Bayern, lobte bei der Preisübergabe im Evangelischen Gemeindehaus in Bad Aibling das schnelle Handeln der Verantwortlichen. Die Aiblinger Gemeinde hätte die besondere Notlage sofort erkannt und schnell gehandelt. „Es ist eine Vorbildaktion für gelebte Nachbarschaftshilfe“, sagte Janowsky.

„Ein Signal für unsere Gesellschaft“

Auch Dekanin Dagmar Häfner-Becker freute sich, wie schnell die Aktion Menschen überzeugt hat, mitzumachen. Der Mensch lebe nicht nur vom Brot allein, sagte die Dekanin. Es sei wichtig in solchen Zeiten, auch „vom Herzen her gesättigt“ zu werden. Sie dankte Pfarrer Merz und seinem Team und lobte, dass alle gemeinsam in diesen schwierigen Zeiten die Begeisterung bewahrt haben. „Das ist ein Signal für unsere Gesellschaft“, so Häfner-Becker.

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Somit ist die Corona-Krise die Geburt einer wirkungsvollen Aktion, die über die Pandemie hinaus Bestand haben wird, wie Merz versicherte: „Auch wenn sich die Lage wieder normalisiert, der Bedarf an materieller und seelsorgerischer Hilfe bleibt.“

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