Herausragende Noten in der Hauswirtschaft – Meisterbriefübergabe erstmals in Rosenheim

Bestnote: Wolfgang Hampel ehrt Absolventin Franziska Stauner, die mit 1,16 das bayernweit beste Abschlussergebnis erzielt hat.
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Bestnote: Wolfgang Hampel ehrt Absolventin Franziska Stauner, die mit 1,16 das bayernweit beste Abschlussergebnis erzielt hat.
  • vonKatharina Heinz
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Gleich zwei Anlässe zum Feiern gab es an der Landwirtschaftsschule Rosenheim: Zum ersten Mal wurden dort die Meisterbriefe an die Hauswirtschafterinnen übergeben. Und dann waren auch noch die Ergebnisse der Absolventinnen herausragend.

Rosenheim – Die Corona-Pandemie hatte dem Schulabschluss im Frühjahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit Gottesdienst und großer Gästeschar werden an der Landwirtschaftsschule üblicherweise die Zeugnisse übergeben. Das war dieses Jahr nicht möglich. „Ich musste die Zeugnisse mit der Post rausschicken“, sagte Anna Bruckmeier, Schulleiterin der Abteilung Hauswirtschaft, voller Bedauern. Doch damals hatte sie ihren Studierenden versprochen, die Ehrung nachzuholen, sobald es möglich sei.

Nun war es soweit: Die 18 neuen Meisterinnen der Hauswirtschaft konnten verabschiedet werden. „Eine besondere Feier und eine große Freude“ sei das, betonte Wolfgang Hampel, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim. Zwar fand die Feier nur in kleinem Kreis statt. Festlich wurde es dennoch: Die Absolventinnen, die sich nun „Staatlich geprüfte Wirtschafterin für Ernährung und Haushaltsmanagement“ sowie „Meisterin der Hauswirtschaft“ nennen dürfen, hatten sich dafür im Dirndl fesch herausgeputzt. Musikalische Begleitung kam von Steffi Polifka an der Harfe.

Meisterbrief-Übergabe erstmals in Rosenheim

Etwas Gutes hatte Corona dann doch: Denn da die Meisterbriefübergabe, die sonst in Ansbach stattfindet, ebenfalls ausfallen musste, durfte man diese Aufgabe nun in Rosenheim ausführen. „Wir haben uns also die Meisterbriefübergabe von Ansbach nach Rosenheim geholt“, sagte Bruckmeier stolz.

Neben dieser Premiere freute sich die Schulleiterin über die besonders guten Abschlüsse ihrer Absolventinnen: bei einem „traumhaften“ Notendurchschnitt von 2,54 werden vier der Hauswirtschafterinnen mit dem Meisterpreis ausgezeichnet. Sie alle haben eine Eins vor dem Komma. Und auch die beste Absolventin bayernweit hat ihren Abschluss in Rosenheim gemacht: Franziska Stauner aus München mit einer 1,16.

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„Sie haben viel geleistet in der Schule“ sagte Bruckmeier zu den neuen Meisterinnen, die seit 2018 berufsbegleitend die Schulbank gedrückt haben. „Sie können stolz sein auf das, was Sie erreicht haben“, betonte sie. Einen Dank richtete die Schulleiterin auch an die Angehörigen, die den Absolventinnen stets den Rücken gestärkt hätten.

Als das Schlachten von Hühnern noch auf dem Stundenplan stand

Schulleiterin Anna Bruckmeier sowie die Semestersprecherinnen Stefanie Bauer und Maria Barth (von links) bei der Meisterbriefübergabe.

Ehrenlandesbäuerin Annemarie Biechl erinnerte sich im Grußwort an ihre Meister-Ausbildung. „Es ist genau 50 Jahre her, dass ich meinen Meisterbrief bekommen habe“, sagte sie. Damals sei etwa noch das Schlachten von Hühnern auf dem Stundenplan gewesen, oder auch die Haltbarmachung von Lebensmitteln. Die Inhalte der Ausbildung hätten sich bis heute stetig weiterentwickelt. Eines sei aber immer gleich geblieben: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man sich Meisterin der Hauswirtschaft nennen darf“, so Biechl.

Absolventinnen vielfältig einsetzbar

Welche großen Pläne und aufregende Aufgaben die Absolventinnen seit ihrem Abschluss inzwischen verfolgen, das erzählten sie selbst. Die Berichte zeigten die Vielfalt der Hauswirtschaft. Die Meisterinnen sind etwa im Qualitäts- oder Hygienemanagement in Betreuungseinrichtungen oder als Hauswirtschaftsleiterinnen tätig, packen im heimischen Betrieb mit an oder sind dort für das zweite Standbein „Urlaub auf dem Bauernhof“ zuständig.

„Sie sind immer zum Wohle der Menschen im Einsatz“, lobte Schulleiterin Bruckmeier. Das zeige, wie wichtig der Beruf der Hauswirtschafterin für die Gesellschaft sei.

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