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Heimspiel im Hofcafé

Frühschoppen mit Wasser zu den Weißwürsten: Ministerin Ilse Aigner diskutierte im Hofcafé mit Landwirten.  Foto Hampel
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Frühschoppen mit Wasser zu den Weißwürsten: Ministerin Ilse Aigner diskutierte im Hofcafé mit Landwirten. Foto Hampel

Der agrarpolitische Frühschoppen ist ein Heimspiel. Sie ist aus der Region, selbstbewusst, bodenständig, charmant und so ehrlich, Wissenslücken in Detailfragen zuzugeben. Neuwähler gewinnt Ilse Aigner im Hofcafé in Eiselfing nicht. Aber nach 90 Minuten weiß jeder, warum die 48-Jährige die Hoffnungsträgerin ihrer Partei ist.

Eiselfing - Ilse Aigner ist pünktlich. Den ersten Wahlkampftermin hat die Feldkirchen-Westerhamerin schon hinter sich, als sie im Hofcafé in Höhfelden ankommt. Wo es ihr gefällt: "Dieses Café ist ein Paradebeispiel dafür, was die Landwirtschaft leisten kann und leistet - tolle Terrasse, selbst gemachte Produkte, schön!"

Fünf Jahre ist sie jetzt Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherfragen, "ein abwechslungsreiches Ministerium, in dem ich gerne gearbeitet habe und dies auch bis zum letzten Tag tue." Bis heute ärgert sich Aigner, nach eigenem Bekunden "zwischen Kuhstall und Saustall aufgewachsen", über Politikerkollegen, "die über Landwirtschaft reden, nichts davon verstehen und sie nur als Wahlkampfthema sehen, weil ihnen die Atompolitik als Thema wegbrach." Den Seitenhieb mag sie sich im Wahlkampf nicht verkneifen.

Natürlich zieht sie eine Erfolgsbilanz ihrer fünf Jahre als Ministerin, gibt lachend zu, dass der von beiden Eltern ererbte bayerische Dickschädel gerade auf europäischer Ebene manchmal sehr von Vorteil war. Aber vor allem hat sie Zeit für Fragen und Anregungen. Die Klage, dass in den Landwirtschaftsämtern immer mehr Theoretiker säßen, die dann gut ausgebildeten Hofbesitzern sagen, wie Landwirtschaft geht, kann sie nachvollziehen. "Da muss man schauen, ob wir nicht wieder mehr Praktiker in die Ämter holen", sagt sie.

Forderungen nach höheren Standards bei Tierhaltung und -transport lehnt sie selbstverständlich nicht ab, warnt aber davor, die Standards zu hoch zu schrauben: "Damit beschleunigt man den Strukturwandel in der Landwirtschaft, denn die können kleinere Höfe dann oft nicht mehr erfüllen."

Mehr Entscheidungsfreiheit für Kommunalpolitiker beim Baurecht für Nebenerwerbslandwirte? Gerne, "denn die wissen besser, wer wirklich Nebenerwerbslandwirt ist und wer nicht." Warum allerdings der Nebenerwerbslandwirt seine Stute samt Fohlen nur nach einer Prüfung mit dem Hänger fahren darf, der Sportreiter hingegen ohne, da muss Ilse Aigner mit einem Kopfschütteln dann doch passen.

"Es ist eine Schande, dass Du als Stimmenfängerin in Bayern gebraucht wirst", klagt halb im Spaß ein ehemaliger Bauer und Ex-Bürgermeister, "Du bist so gut vernetzt, gerade auch in Europa, das war für die bayerische Landwirtschaft wichtig. Und jetzt kommt da womöglich ein Nordlicht..." Da lacht Ilse Aigner ihr strahlendes Lachen und versichert, dass die CSU das Ministerium auch nach dem 22.September gern behalten wolle.

Und schon geht es für Ilse Aigner am Freitag weiter im Wahlkampf. Die Bäuerinnen und Bauern ihrer zweiten Station sind zufrieden. "Unsere künftige Ministerpräsidentin", meint einer. "Ja, freili!" sagt der Kollege. syl

Fotos auf

www.rosenheim24.de

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