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Landfrauentag in Söllhuben

„Heimat und Stabilität“ – So wichtig sind die Rosenheimer Landfrauen für die Gesellschaft

Blumen für die Dorfhelferinnen und Landwirtschaftsmeisterinnen: Nachdem der Landfrauentag zwei Jahre coronabedingt ausfallen musste, konnten Schulleiterin Anna Bruckmeier (links) und Kreisbäuerin Katharina Kern (rechts) jetzt die Schulabsolventen der Jahren 2020 und 2021 im Rahmen des diesjährigen Landfrauentags zu ihrem Abschluss beglückwünschen. Über ihren Abschluss freuen sich (von links) Barbara Strohmayer aus Höslwang, Maria Barth aus Albaching, Katharina Sedlmaier aus Tuntenhausen, Kathrin Ebersberger aus Nußdorf, Ramona Köpke aus Vagen, Magdalena Fronhöfer aus Eggstätt, Julia Kollmannsberger aus Prien, Johanna Mayer aus Pfaffing, Elisabeth Mayer-Moosleitner aus Samerberg, Veronika Weber aus Feldkirchen-Westerham, Paula Geißinger aus Rott am Inn und Astrid Griesmeier.
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Blumen für die Dorfhelferinnen und Landwirtschaftsmeisterinnen: Nachdem der Landfrauentag zwei Jahre coronabedingt ausfallen musste, konnten Schulleiterin Anna Bruckmeier (links) und Kreisbäuerin Katharina Kern (rechts) jetzt die Schulabsolventen der Jahren 2020 und 2021 im Rahmen des diesjährigen Landfrauentags zu ihrem Abschluss beglückwünschen. Über ihren Abschluss freuen sich (von links) Barbara Strohmayer aus Höslwang, Maria Barth aus Albaching, Katharina Sedlmaier aus Tuntenhausen, Kathrin Ebersberger aus Nußdorf, Ramona Köpke aus Vagen, Magdalena Fronhöfer aus Eggstätt, Julia Kollmannsberger aus Prien, Johanna Mayer aus Pfaffing, Elisabeth Mayer-Moosleitner aus Samerberg, Veronika Weber aus Feldkirchen-Westerham, Paula Geißinger aus Rott am Inn und Astrid Griesmeier.

Nach coronabedingter Pause kamen jetzt die Rosenheimer Landfrauen wieder zu ihrem traditionellen Landfrauentag zusammen. Mehrere Redner machten dabei deutlich, welche wichtige Rolle die Landfrauen für die Stabilität der Gesellschaft einnehmen.

Rosenheim/Riedering – „Wie können wir die Landfrauen nach der langen Corona-Pause wieder für einen Landfrauentag begeistern? Wie können wir wieder durchstarten? Was motiviert die Rosenheimer Landfrauen, zu unserem Landfrauentag zu kommen?“ Diese Fragen stellten sich die Damen des Rosenheimer Kreisvorstands rund um Kreisbäuerin Katharina Kern und ihre Stellvertreterin Maria Bichler. Am Ende der Überlegungen stand ein Konzept mit anderen Rahmenbedingungen als vor der Pandemie: Ein Landfrauentag mit einer Andacht, einem Referat, einem regionalen Warenmarkt und Zeit zum Austausch und zur Geselligkeit. Das Ziel der Organisatoren: Ein Landfrauentag, der Kopf und Herz guttut.

Dank an die Referentin: Kreisbäuerin Katharina Kern (rechts) und ihre Stellvertreterin Maria Bichler (Mitte) mit Professorin Dr. Ursula Münch.

230 Gäste und Ehrengäste

Im Saal des Gasthofes Hirzinger in Söllhuben begrüßte Kreisbäuerin Katharina Kern nach der Andacht mit 230 Gäste und Ehrengäste. Landrat Otto Lederer und Riederings Bürgermeister Christoph Vodermaier stellten in ihren Grußworten die besondere Bedeutung der Landfrauen und der Landwirtschaft in der Region heraus.

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Höhepunkt des diesjährigen Landfrauentages war der Vortrag von Professor Dr. Ursula Münch, Direktorin der Politischen Akademie in Tutzing. Sie sprach zum Thema „Landfrauen zwischen Aufbruchsstimmung und Überforderung: Landwirtschaft in Zeiten großer Veränderungen“. Münch beobachtet, dass sie Welt komplizierter geworden ist und dass wir in unkomfortablen Zeiten leben. „In Deutschland war es lange sehr gut und jetzt kommen viele Unsicherheiten wie der Krieg, die Pandemie, Radikalisierung, Bedrohung und Inflation“, macht die Professorin fest.

Voller Saal: Über 200 Teilnehmer waren zum diesjährigen Landfrauentag nach Söllhuben bei Riedering gekommen.

Geändertes Konsumverhalten

Die Aufbruchstimmung sei in vielen Bereichen feststellbar und so bringe das geänderte Konsumverhalten die Landwirtschaft in Schwierigkeiten. „Streit hat es immer gegeben, aber die Gesellschaft wird unversöhnlicher bei verschiedenen Themen, was auch durch die breite Auswahl der Medien zusätzlich verstärkt wird. Waren Streitpunkte früher eher politisch, lässt es sich nun schwerer trennen“, so die Direktorin. Wenn Ziele erreicht werden sollen, dann sei Geschlossenheit eine der wichtigsten Voraussetzungen, auch in der Verbandsarbeit. Die Referentin rief dazu auf, „eine gemeinsame Linie zu finden“, damit ein Vorhaben gelingen kann.

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Erschwerend kommt noch hinzu, dass Auflehnung gegen die Führung, sei es in Politik oder Gesellschaft, persönlicher wird. Münch betont: „Wer gehört werden will, braucht die Stärke des Verbandes und der sollte ein geschlossenes Bild abgeben, damit die Politik ihn ernst nehmen kann.“ An dieser Stelle würden die Landfrauen eine entscheidende Rolle, denn sie würden in der Familie und auf dem Hof, im Dorf und im Verband den Rückhalt herstellen. „Die Gesellschaft nimmt Eure gute Arbeit wahr und kann damit den Verband und die Landfrauen einordnen“, bestärkte Münch.

Populismus entgegenwirken

Um dem Populismus und den Manipulationen entgegenzuwirken, solle man sich nicht gegen andere Lebensformen abschotten, sondern aus dem eigenen sicheren Standpunkt vermitteln. Damit würden die Landfrauen etwas für die Gemeinschaft leisten und der Gesellschaft eine Identität geben.

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„Die aktuellen Wahlen im Bauernverband sind ein gutes Beispiel für politische Bildung, denn das ist gelebte Demokratie. Wenn der Verband mit seinen Mitgliedern ein geschlossenes Bild abgibt, dann wird damit auch die Gesellschaft gestärkt.“, ermutigt die Professorin. Die Landfrauen machten sich für die Gesellschaft verdient, indem sie Heimat und Stabilität schaffen, Bezugspunkte setzen, soziale Arbeit einbringen.

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