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Gutes Pflaster für Gründer

Freuten sich über die Preise: Die Gewinner des ersten Rosenheimer Gründerpreises. Doch noch wichtiger war die Unterstützung durch Workshops und Experten, die die Teilnehmer erfahren haben.  Foto Schlecker
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Freuten sich über die Preise: Die Gewinner des ersten Rosenheimer Gründerpreises. Doch noch wichtiger war die Unterstützung durch Workshops und Experten, die die Teilnehmer erfahren haben. Foto Schlecker

Ein Online-Marktplatz für Rad-, Wander- und Klettertouren, Babymode aus Bio-Baumwolle, eine Datenbank für Wärmebrückenbauteile und der Verkauf von Bio-Eiern - das waren die Geschäftskonzepte, die beim ersten Rosenheimer Gründerpreiswettbewerb als Sieger hervorgingen. Doch nicht nur die Jungunternehmer haben gewonnen, sondern die gesamte Region. Das wurde bei der Preisverleihung im Rosenheimer Sparkassen-Hochhaus deutlich.

Rosenheim - Die Zahlen sprechen für sich: Nach der Landeshauptstadt und dem Landkreis München nimmt die Region Rosenheim bei der Zahl der Existenzgründungen Platz drei in Bayern ein. "Rosenheim ist ein gutes Pflaster für Gründer", sagte deshalb auch Alexandra Nolasco, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim. "Gründungen sind Motoren für eine Region wie Rosenheim bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze", erklärte sie.

Aus diesem Grund lag der IHK auch viel daran, den ersten Rosenheimer Gründerpreiswettbewerb in Gang zu bringen. Nolasco dankte der Stadt und dem Landkreis Rosenheim sowie der Handwerkskammer für München und Oberbayern, die durch ihre Unterstützung das Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben.

Ziel des Wettbewerbs war, den Teilnehmern in verschiedenen Workshops das notwendige Handwerkszeug für die Entwicklung eines Businessplanes an die Hand zu geben. Denn die Analyse der eigenen unternehmerischen Stärken und Schwächen, des Finanzbedarfs, der Marktsituation und Kundenpotenziale entscheidet in vielen Fällen über das Gelingen und Scheitern einer Geschäftsidee. Ein solches Konzept zu erstellen, bedeute einen enormen Aufwand, der sich aber in jedem Fall lohne, so Nolasco: "Ein Businessplan ist wie ein Drehbuch: Alle Szenen sind penibel geplant, werden aber angepasst, wenn es notwendig ist."

Gastgeber Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, würdigte den Mut der Teilnehmer: "Sie haben damit die Voraussetzungen bewiesen, um auch am echten Markt bestehen zu können: Vorausschauendes Denken, den Willen zu lernen, den Mut sich zu messen, sich Ziele zu setzen und von der eigenen Vision überzeugt zu sein." Die Zahl von 45 Teilnehmern zeige, welches wirtschaftliche Potenzial in der Region stecke. "Es ist wichtig, dass die Existenzgründer der Stadt und dem Landkreis erhalten bleiben", so Maierthaler.

Dem schloss sich Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer an. Augenzwinkernd versicherte sie den Jungunternehmern: "Auch die Stadt begleitet Sie gerne in die Zukunft, von der Wirtschaftsförderung bis zur Gewerbesteuer." Sie hob den Mut und den enormen Einsatz hervor, die für den Sprung in die Selbstständigkeit notwendig seien.

Zielstrebigkeit, Biss und Selbstdisziplin

Auch Dr. Frank Hüpers, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, lobte das Engagement der Teilnehmer: "Sie haben Zielstrebigkeit, Biss und Selbstdisziplin bewiesen." Die Handwerkskammer stehe den Jungunternehmern mit einem engmaschigen Beratungsnetz zur Seite.

Spannend wurde es, als Gabriele Bauer schließlich die Sieger des Wettbewerbs bekannt gab. Der erste Platz, dotiert mit 1000 Euro, ging an Stephanie Zankl und Patric Schmid für ihre Geschäftsidee "enziano". Dahinter verbirgt sich ein Online-Marktplatz für digitale Kletter-, Rad- und Wanderführer. Nutzer können dort einzelne Tourvorschläge, abgestimmt nach Schwierigkeitsgraden kaufen, ausdrucken oder auf ein Smartphone laden. Enziano vermarktet dabei Berg- und Routeninformationen von renommierten Verlagen und Autoren.

Platz zwei gab es für "Mama Occlo", eine Babymodemarke, die Martina Sturainer de Cueto und Gustavo Cueto Aldildo entwickelt haben. Sie wollen über einen eigenen Internet-Shop sowie über Boutiquen hochwertige Kleinkinderkleidung aus peruanischer Pima-Baumwolle in Bio-Qualität vertreiben, die zu fairen Bedingungen in dem Andenland erzeugt wird. Die Jury belohnte das Konzept mit 500 Euro sowie einem Chefsessel.

Titus Mennicke landete mit seiner Produktdatenbank für Wärmebrücken auf Platz drei. Seine Idee bietet Vorteile für die Hersteller auf der einen sowie Architekten, Planer und Bauherren auf der anderen Seite, weil damit technische Informationen und Konstruktionsdetails von Bauteilen bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt zugänglich sind. Der Lohn für Platz drei: 500 Euro sowie ein Gutschein für die Entwicklung eines Logos.

Sonderpreis für jüngsten Teilnehmer

Einen Sonderpreis holte sich der jüngste Teilnehmer des Wettbewerbs, der erst 14-jährige Benedict Finsterwalder aus Stephanskirchen. Um sein Taschengeld aufzubessern, entwickelte er die Idee, Eier in Bio-Qualität von glücklichen, freilaufenden Hühnern zu vertreiben. Mit einem professionell aufgemachten Businessplan und einer beeindruckenden Aufwärtskurve bei der prognostizierten Cash-Flow-Entwicklung überzeugte er Jury und Publikum. Auch von einem Rückschlag - der Fuchs holte sich eines Nachts seine 20 Hühner - ließ er sich nicht entmutigen und stockte stattdessen auf 32 Tiere auf. Die Jury belohnte diese Hartnäckigkeit mit einem Baumarkt-Gutschein. Damit ist der Bau des nächsten Hühnerstalls wohl gesichert. ku