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„Schon wieder eine Rekordmarke“

Grundstückspreise im Landkreis Rosenheim steigen erneut: Welche Orte am teuersten sind

Am Max-Josefs-Platz in Rosenheim ist der Quadratmeterpreis am höchsten.
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Am Max-Josefs-Platz in Rosenheim ist der Quadratmeterpreis am höchsten.
  • Paula L. Trautmann
    VonPaula L. Trautmann
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Grundstücke und Immobilien im Landkreis Rosenheim werden immer teurer. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat die aktuellen Bodenrichtwerte ermittelt. Welche Orte die teuersten sind und was Experten zu der Entwicklung sagen.

Rosenheim – „Schon wieder eine neue Rekordmarke“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim. Mit Immobilienverkäufen sei 2021 ein Umsatz von knapp 1,5 Milliarden Euro erzielt worden – ein Zuwachs von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Über 2700 Immobilien wechselten den Eigentümer. Schenkungen und Erbschaften seien nicht eingerechnet. Nach Angaben in der Pressemitteilung lag der Umsatz 2020 noch bei 1,2 Milliarden Euro, 2019 bei einer Milliarde und 2018 bei 0,9 Milliarden.

„Kaufpreise waren zum Teil noch höher“

Am teuersten sind Grundstücke in Bad Aibling mit rund 1200 bis 1300 Euro pro Quadratmeter. An zweiter Stelle stehen Kolbermoor, Stephanskirchen, Prien, Aschau, Raubling, Neubeuern und Nußdorf mit durchschnittlich 1100 bis 1200 Euro pro Quadratmeter. „Uns überrascht das nicht“, sagt Florian Eisner vom Immobilienunternehmen Werndl und Partner. „Das ist das, was wir die letzten Jahre erlebt haben am Markt.“

Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Grundstückswerte innerhalb vordefinierter Zonen und werden rückwirkend alle zwei Jahre berechnet. Laut dem Landratsamt dienen die Werte der Transparenz auf dem Grundstücksmarkt und sind Grundlage für steuerliche und privatwirtschaftliche Bewertungen und Entscheidungen. Diesmal wurden die Bodenrichtwerte bereits nach einem Jahr ermittelt, zum Stichtag 1. Januar 2022.

Käufer bieten um die Wette

Die Werte entsprechen Unternehmer Eisner zufolge nicht immer der Realität: „Die Kaufpreise waren zum Teil noch höher.“ Es gebe schließlich nur noch wenige verfügbare Grundstücke und Käufer würden „um die Wette bieten“. Bad Aibling und Kolbermoor seien begehrt wegen der „super Wohnlage“ für Familien und Senioren. Nach Angaben von Eisner gebe es in den Orten gute Schulen, medizinische Versorgung und Kultur.

Eine stetige Steigerung während der Pandemie

„Unsere gute Infrastruktur macht ganz viel aus“, bestätigt Karin Stephan von Immobilien Stephan in Prien. Orte am Chiemsee seien besonders attraktiv. Sie habe ein Grundstück im Portfolio, das sich nun am Richtwert von 1100 Euro pro Quadratmeter orientiere – zuvor seien es 550 Euro gewesen. In Prien bietet Stephan aktuell sogar Grund an, der 2000 Euro den Quadratmeter kostet. „Wir hatten in der Pandemie eine stetige Steigerung“, sagt Stephan. Wer jetzt nur noch ein oder zweimal die Woche ins Büro müsse, könne nun in München arbeiten und am Chiemsee wohnen.

Die Bodenrichtwerte im Landkreis Rosenheim steigen immer weiter. In Bad Aibling sind Grundstücke im Durchschnitt am teuersten, ein Quadratmeter kostet 1200 bis 1300 Euro. Die Werte beziehen sich auf die Hauptorte.

Womöglich liegen Bernau, Breitbrunn und Gstadt deshalb auf dem dritthöchsten Preisniveau von Feldkirchen-Westerham, Bruckmühl sowie Großkarolinenfeld mit 1000 bis 1100 Euro pro Quadratmeter. Den vierten Platz belegen Wasserburg, Bad Feilnbach, Rohrdorf, Samerberg, Rimsting und Bad Endorf mit 900 mit 1000 Euro pro Quadratmeter. An fünfter Stelle stehen Flintsbach, Oberaudorf, Riedering, Prutting, Schechen und Tuntenhausen mit 800 bis 900 Euro pro Quadratmeter.

Dann folgen die Gemeinden Kiefersfelden, Eggstätt, Eiselfing, Rott, Pfaffing und Edling mit 700 bis 800 Quadratmeter pro Quadratmeter. Platz sieben belegen Frasdorf, Söchtenau, Halfing, Amerang und Albaching mit 600 bis 700 Euro pro Quadratmeter. An achter Stelle stehen Höslwang, Vogtareuth, Griesstätt, Ramerberg und Babensham mit 500 bis 600 Euro pro Quadratmeter. Am billigsten sind Grundstücke in Soyen und Schonstätt mit 400 bis 500 Euro pro Quadratmeter.

„Es gibt wenig Fläche und viel Nachfrage“

Für Rosenheim gibt es keinen Durchschnittswert. In der Fußgängerzone vom Max-Josefs-Platz bis zur Ecke Samerstraße kostet der Quadratmeter im Schnitt 3400 Euro. Nach Angaben von Christian Baab, Pressesprecher der Stadt, ist der Preis dort so hoch wegen der Gewerbeflächen. Am Ludwigsplatz liegt der Quadratmeterpreis bei 1940 Euro und am Salzstadel bei 1470 Euro. In Pang gehen die Preise von 810 Euro bis 1440 Euro den Quadratmeter. In der Erlenau kostet der Grund 1340 bis 1430 Euro – um einige Beispiele zu nennen. Denn Mittelwerte können nicht gebildet werden. Allein in der Rosenheimer Innenstadt gibt es über 50 Bodenrichtwerte. Die Zahlen sind also nicht repräsentativ. Eines steht Baab zufolge jedoch fest: „Es gibt wenig Fläche und viel Nachfrage.“

Auch in der Pressemitteilung ist die Rede von einer anhaltend hohen Nachfrage im zweiten Pandemiejahr. Aufgrund der attraktiven Lage des Landkreises Rosenheim und dem niedrigen Zinsniveau bei einem weiterhin knappen Angebot seien die Preise deutlich gestiegen. Deshalb hat das Landratsamt die Bodenrichtwerte angehoben: bei Wohnbaugrundstücken um rund 23 Prozent, bei Gewerbebauflächen um zehn Prozent und bei Landwirtschaftsflächen um sieben Prozent.

Preise stagnieren auf hohem Niveau

Das Jahr 2022 könne nach Angaben in der Mitteilung allerdings eine Preisberuhigung mit sich bringen. „Von einer Beruhigung gehen wir auch aus, die nehmen wir schon wahr“, sagt Florian Eisner. Sinken würden die Preise jedoch nicht, sondern auf dem hohen Niveau stagnieren. Auch Karin Stephan glaubt, dass die Preise von Grundstücken in „schönen und guten Lagen“ nicht mehr so stark steigen, jedoch auch nicht einbrechen werden. Lediglich der Preis in schlechteren Lagen, etwa an der Autobahn, könne womöglich sinken.

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