Polizei sucht Zeugen

Verletzter 20-Jähriger in Großkarolinenfeld: Anwohner berichten von zwei Schüssen

Schuss aus einer Schreckschusspistole (Symbolfoto).
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Schuss aus einer Schreckschusspistole.
  • vonBarbara Forster
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  • Michael Weiser
    Michael Weiser
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Großkarolinenfeld – Schock in den frühen Morgenstunden des 26. Septembers: Schussgeräusche schrecken in Großkarolinenfeld Anwohner auf. Die Polizei findet einen Schwerverletzten. Die Suche nach dem Täter beginnt.

Update 28. September:

20-Jähriger nach Schüssen in Großkarolinenfeld außer Lebensgefahr

Update 27. September

Am späteren Samstagvormittag konzentrierten sich die Untersuchungen der Polizei offenbar auf das Gelände zwischen Bahnhofsgebäude und Unterführung. Eine Anwohnerin berichtet von sechs Polizeiautos und mindestens einem Dutzend Polizisten.

Oft junge Leute am Bahnhof in den Abendstunden

„Ich wohne bereits seit über 50 Jahren hier, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagt die Frau, die anonym bleiben möchte. Obwohl sie in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof wohnt, hat sie keine Schüsse vernommen, da Schallschutzfenster in ihrem Haus verbaut sind. Am Bahnhof seien oft junge Leute unterwegs, vor allem in den Abendstunden, und tränken Alkohol. Früher habe es öfter Schwierigkeiten gegeben, doch der Bahnhof werde seit einiger Zeit abends geschlossen. Randale oder Polizeieinsätze seien aus ihrer Sicht selten.

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Eine andere Anwohnerin, die in der Gegend oft mit ihren Hunden spazieren geht, hat ebenfalls nichts von den Schüssen mitbekommen. Sie sei erst am Samstagvormittag durch die zahlreichen Polizeibeamten vor Ort auf das Geschehen aufmerksam geworden.

„Am Bahnhof geht es schon immer recht zu“

Von einem lauten Knall um etwa halb vier Uhr morgens berichtet eine andere Passantin, die in der Nähe des Bahnhofs wohnt. Von dem Geräusch sei sie aufgewacht. „Am Bahnhof geht es schon immer recht zu“, sagt sie. Viele Jugendliche würden sich dort öfter treffen, um Alkohol zu konsumieren. Dass es gegen halb vier Uhr morgens zu lauten Geräuschen kam, bestätigte eine weitere Dame, die gegenüber des Bahnhofs wohnt. Zweimal habe sie einen Knall gehört.

Bürgermeister Bernd Fessler zeigte sich am Sonntag betroffen von der Gewalttat, äußerte aber auch seinen Ärger über Aussagen, dass man am Bahnhof mulmige Gefühle entwickle. Die Gemeinde habe eigenes Geld und Fördermittel in die Hand genommen, um das Bahnhofsgebäude zu kaufen und mitsamt dem Gelände zu sanieren. Für Sauberkeit sorge auch der Wirt, der den Pendlern schon morgens Brotzeit anbiete. „Es ist sauber dort“, sagt Fessler, „wir haben uns da viel Mühe gegeben.“

Warum schoss der 22-Jährige auf den 20-Jährigen? Die Polizei hüllt sich noch in Schweigen. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne man zum Motiv und zu weiteren Hintergründen der Tat zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen.

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Die Erstmeldung vom 26. September

Eine Anwohnerin in Großkarolinenfeld wurde am Samstag (26. September) in den frühen Morgenstunden von lauten Knallgeräuschen geweckt und informierte die Polizei. Die Anwohnerin hatte die Polizei laut Meldung gegen 3.30 Uhr über die ungewöhnlichen Vorgänge in der Bahnhofstraße in Großkarolinenfeld informiert. Kurz darauf, so die Polizei, finden Beamte einen schwer verletzten Mann.

20-Jähriger kommt mit Schussverletzung ins Krankenhaus

Der 20-Jährige hatte eine Schussverletzung erlitten, wie in Notarzt vor Ort feststellte. Der Verletzte wurde umgehend in eine Klinik gebracht. Dort wurde der Mann umgehend operiert. Nur gut eine Stunde nachdem der Verletzte gefunden worden war, nahmen Polizeibeamte in Großkarolinenfeld nach eigenen Angaben einen dringend Tatverdächtigen (22) fest.

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Wie es dem Mann mit der Schusswunde zur Zeit geht, ist nicht bekannt. Zu seinem aktuellen Gesundheitszustand gibt es derzeit keine Informationen.

Tatverdächtiger wird von der Polizei vernommen

Die Polizei begann umgehend mit den Ermittlungen. Bereits gegen 4.45 Uhr, nur etwas mehr als eine Stunde nach der Tat, nahmen Beamte einer Streifenwagenbesatzung im Gemeindebereich von Großkarolinenfeld einen 22-jährigen Deutschen fest. Der Mann steht unter dringendem Verdacht, auf den 20-Jährigen geschossen zu haben.

Der Verdächtige befindet sich bei der Kriminalpolizei in Rosenheim, wo er derzeit von den Ermittlern vernommen wird. Parallel dazu laufen in dem Fall umfangreiche Ermittlungen sowie weiterführende kriminaltechnische Untersuchungen.

Polizei hat möglicherweise erste Hinweise auf Tatmotiv

Die Polizei hat offenbar schon erste Hintergründe zur Tat ermittelt. Allerdings heißt es in der Polizeimeldung: „Zum Motiv und den übrigen Hintergründen der Tat können aus ermittlungstaktischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen getroffen werden.“

Die Polizei sucht derzeit Zeugen, die möglicherweise weitere Angaben zum Tatgeschehen machen können. Im Zeugenaufruf heißt es:

  • Wer konnte zur Tatzeit (Samstag, 26. September, ca. 3.30 Uhr) in Großkarolinenfeld Beobachtungen machen, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten?
  • Wer kann der Kriminalpolizei sonstige sachdienliche Hinweise gegeben?

Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08031-2000 bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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