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Aus dem Gemeinderat

Google-Tipp für „Schleichweg“ bei Eiselfing gefährdet Mensch und Tier

Die schmale Betonstraße zwischen Kerschdorf und Höhfelden ist für den landwirtschaftlichen Verkehr gedacht. Durch Google-Maps entdecken die Strecke nun auch immer mehr Ortsfremde. Schwere Laster stellen eine Gefahr für Spaziergänger oder Radler da, sorgen sich einige Gemeinderäte in Eiselfing.
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Die schmale Betonstraße zwischen Kerschdorf und Höhfelden ist für den landwirtschaftlichen Verkehr gedacht. Durch Google-Maps entdecken die Strecke nun auch immer mehr Ortsfremde. Schwere Laster stellen eine Gefahr für Spaziergänger oder Radler da, sorgen sich einige Gemeinderäte in Eiselfing.

Google-Maps zeigt auch Ortsfremden die kürzesten Schleichwege – so auch in Eiselfing auf der betonierten Gemeindeverbindungsstraße von Kerschdorf nach Höhfelden. Der Verkehr nimmt zu, stört Weidetiere und gefährdet auch Spaziergänger und Radfahrer. Der Gemeinderat diskutierte, welche Handhabe es gibt.

von Andreas Burlefinger

Eiselfing – Im Gemeinderat Eiselfing wurde diskutiert, was man unternehmen kann, damit das Risiko für Spaziergänger und Radler minimiert wird. Die Möglichkeiten sind beschränkt.

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Seitlich der Staatsstraße nach Rosenheim verläuft von Kerschdorf über Spielberg nach Höhfelden die Gemeindeverbindungsstraße.

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Diese wurde vor vielen Jahren im nördlichen Teil bis Spielberg mit Beton erstellt. In den meisten Abschnitten ist sie nicht mehr als nur drei Meter breit. Genutzt wird die Straße in erster Linie vom landwirtschaftlichen Arbeitsverkehr und den Anwohnern.

Viele Spaziergänger und Radler unterwegs

Als Teil des Inntalradwanderwegs wird sie auch stark frequentiert durch Radlfahrer. Für die Familien aus den anliegenden Ortsteilen und Weilern ist die Straße ein gerne angenommene Spazierstrecke. Bisher zumindest. Denn in den vergangenen Jahren hat der PKW-Verkehr gerade mit ortsfremden Kennzeichen immer mehr zugenommen. Grund dafür dürfte sein, dass Google-Maps diese Strecke als „kürzeste Verbindung“ empfiehlt, wie ein Bewohner der Gemeinde festgestellt hat.

In einem Antrag bat er Anfang März den Ersten Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) und die Mitglieder des Gemeinderates um „entsprechende Maßnahmen, damit das gesteigerte Unfallrisiko für die Fußgänger und Radfahrer zurückgenommen wird“ wie er schreibt.

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Vom Bürgermeister wurde zwischenzeitlich eine Stellungnahme bei der Straßenbehörde im Landratsamt Rosenheim eingeholt, die in der jüngsten Sitzung im Gemeinderat vorgelegt wurde. Eine Gefahrenlage wird von der Behörde nach den vorliegenden Kenntnissen nicht gesehen. Diese sei zudem auf dem „öffentlich gewidmeten Feld- und Waldweg“ nach Rücksprache mit der Polizei auch nicht gegeben.

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Außerdem wird im Schreiben aus dem Landratsamt darauf hingewiesen, dass beim Befahren – wie auf anderen öffentlichen Straßen auch – die Straßenverkehrsordnung (StVO) gelte. „Eine grundsätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung besteht auf dieser Art von Straße nicht“.

Kopfschütteln und Unverständnis

Gerade der letzte Satz löste bei einigen Gemeinderatsmitgliedern dann doch Kopfschütteln und Unverständnis aus. Rupert Reininger (UWE) stellte die Frage nach einer möglichen Umwidmung. Dabei war sich jedoch Bauamtsleiter Laurentius Fischer nicht so recht sicher, in was sie umgewidmet werden soll.

Zudem wusste er, dass so ein Verfahren „rechtlich recht schwierig“ sei. Bürgermeister Reinhaler (Grüne) brachte die Möglichkeit der Aufstellung von Ortsschildern in die Beratung ein und Michael Maier (CSU) meinte ergänzend, man könne ja prüfen, ob man die Straße auf landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge und Anlieger beschränken kann. „Das ist entsprechend der StVO nicht möglich, da die Straße eben eine öffentliche Straße ist“, lautete der rechtliche Hinweis des Ersten Bürgermeisters dazu.

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Manuel Latein (UWE) berichtete vom Befahren der Straße durch schwere Laster. „Da wird ein Spaziergang mit der Familie dann gefährlich“. In diesem Zusammenhang verwies Johann Herzog (CSU) auf die vorhandenen Engstellen im Straßenverlauf.

Für Rupert Reininger (UWE) ist die entstandene Situation – Google-Maps sorgt für mehr Verkehr – sowieso nicht nachvollziehbar und er sagte, „es ist nicht zu verstehen, wie gedankenlos manche Autofahrer mit dem Blick auf ihr Navi unterwegs sind“.

Hinweisschilder vielleicht gute Idee

Ein Argument, wenigstens Hinweisschilder aufzustellen, sprach Sebastian Pauker (CSU) noch an. „Mit den Schildern soll die Aufmerksamkeit auf Spaziergänger, Radfahrer, Weidetiere und dem landwirtschaftlichen Fahrverkehr geweckt werden“. Eine Idee, die beim Bürgermeister, im Gemeinderat und auch beim Bauamtsleiter durchaus Zustimmung fand.

Ein Beschluss zum Antrag des Anwohners konnte aufgrund der Aussage der Straßenverkehrsbehörde nicht gefasst werden. Bürgermeister Reinthaler will sich jedoch bei einer Ortsbesichtigung mit dem Bauleiter und ortskundigen Personen den Sachverhalt noch genauer anschauen, um zu prüfen, was die Gemeinde eventuell noch durchsetzen könnte.

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