OVB-Spendenaktion

Frohe Weihnachten, Jana! Und noch eine bewegende Geschichte aus Brannenburg

Tante mit zehn, Konfirmation mit 14, heute das 15. Weihnachten: Jana geht ihren Weg.
+
Tante mit zehn, Konfirmation mit 14, heute das 15. Weihnachten: Jana geht ihren Weg.
  • Ludwig Simeth
    vonLudwig Simeth
    schließen

Weihnachten, Fest der Liebe. Einfach nur da sein und zusammensein, füreinander, miteinander. Dass das nicht selbstverständlich ist, wird vielen gerade jetzt klar, in Zeiten von Corona. Jana (15) und ihre Liebsten wissen das schon länger. Gewissermaßen vom ersten Atemzug an.

Brannenburg/Maitenbeth – Die Reportagenreihe über die Kinder im Haus Christophorus hat besondere Geschichten von besonderen Buben und Mädchen erzählt. Heute, an Heiligabend, kommt man an Janas Geschichte nicht vorbei. Sie hat sehr viel mit Weihnachten zu tun.

Eigentlich sollte Jana ein Christkindl werden

Das fängt schon 2004 an, im Bauch der Mama. Jana soll ein Christkindl werden. Errechneter Geburtstermin: 26. Dezember. Aber das Mädchen lässt sich Zeit. Warum auch nicht, es ist ja eine unkomplizierte Schwangerschaft.

Doch dann, bei der Entbindung, am 4. Januar 2005, der Schock: Es kommt zu einem Gebärmutterriss. Jana überlebt, allerdings werden Gehirn und Organe so lange von der Sauerstoffversorgung getrennt, dass der Schaden groß und die Prognose erschütternd ist: Weihnachten werde das Mädchen wohl nicht mehr erleben, heißt es.

Lesen Sie auch:

„Großartige Arbeit“: Haus Christophorus in Brannenburg begeistert Prinzessin Ursula von Bayern

Gleich nach der Geburt wird Jana, geboren in Ebersberg, nach Rosenheim verlegt. Die ersten vier Wochen liegt sie auf der Intensivstation. Die Ärzte geben dem Mädchen ein halbes Jahr, mehr nicht. Mutter und Großmutter arrangieren eine Nottaufe in der Klinik, dann kommt sie in die Neuropädiatrie der Schön-Kliniken in Vogtareuth.

Ein kleines Mädchen, dem Tod geweiht? So sieht es aus. Aber Jana spielt nicht mit. Jetzt ist es schon ihr 15. Weihnachten. Wenn alles glatt geht, darf sie den Heiligabend sogar daheim verbringen, in Maitenbeth, ihrem zweiten Zuhause.

Covid-19 könnte den Kindern sehr gefährlich werden

Die Kinder im Haus Christophorus sind Hochrisikopatienten. Covid-19 könnte bei ihnen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen, auch bei Jana. Schnelltests können heute helfen. Wenn die Mama negativ ist, geht es nach Maitenbeth, wenigstens für ein paar Stunden. Ein Liegend-Spezialtransport ist erforderlich, der Wagen ist schon gebucht.

Harry Potter und Mozart

Es könnte also sein wie immer: Am Heiligabend zusammen sein, Zeit verbringen, miteinander, füreinander. Auf der Couch, Harry Potter schauen, im schummrigen Licht der Christbaumkerzen. Schon zum 15. Mal. Nur dass nicht so viel los sein wird wie sonst: weniger Leute, weniger Risiko.

Weihnachten ist jedes Jahr, die Konfirmation einzigartig. Und 50 wird man auch nur einmal. Jana ist natürlich dabei, als ihr Vater seinen Runden im Mai 2015 groß feiert, in Ebbs. Beide Ereignisse darf Jana bewusst erleben. Und Tante wird Jana schon mit zehn, der Neffe ist heute fünf und heißt Elias, ein lebhafter Bub, der sich rührend um seine Tante kümmert. Schon eine erstaunliche religiöse und familiäre Karriere für ein Mädchen, dem das Schicksal nur Wochen, höchstens Monate zu schenken schien.

Dr. Bernd Geffken Leiter der Kinderchirurgie am Klinikum Traunstein

Ebenfalls eine berührende Geschichte:

Julias großes Kämpferherz: Die Geschichte von einer tollen Frau und dem „besten Kinderarzt der Welt“

Jana liebt klassische Musik, vor allem Mozart, genießt die Musiktherapie mit Andrea Merlau. Sie steht gern im Mittelpunkt, mag den Trubel, viele Leute um sich herum. Und natürlich hat sie ihre Launen, ein typischer Teenager halt.

„Ich bin stolz auf mein Mädl“, sagt die Mama und ist unendlich dankbar, dass es Einrichtungen wie das Haus Christophorus gibt: „Es ist großartig, was dort geleistet wird.“

Jana kommt im Juni 2005 nach Brannenburg, mit gerade einmal einem halben Jahr. Die Magdalenagruppe wird ihr zweites Zuhause, nicht nur für kurze Zeit, wie befürchtet. Es ist es auch heute noch.

Als der Puls von 140 auf 100 fällt

Ihre Mutter erlebt die Zeit damals wie in Trance, wie im Nebel. Neben der Kleinen gibt es auch noch zwei weitere Geschwister, 13 und elf Jahre älter. Aber fast alles dreht sich um Jana. Sie kann nicht schlucken, wird per Sonde ernährt, anfangs durch die Nase, dann direkt durch die Bauchdecke über Magen und Dünndarm. Doch die perkutane Spezialsonde verrutscht immer wieder, Operationen und Narkosen sind so normal wie bei anderen Kindern Zahnarztbesuche.

2013, am Heiligabend, ist es wieder so weit. Ein Notfall, Jana kommt ins Krankenhaus nach Traunstein. „Wenn das überstanden ist, müssen wir uns unterhalten“, sagt der Leiter der Kinderchirurgie, Dr. Bernd Geffken, zur Mutter. Keine leeren Worte. Es wird geredet, dann gehandelt.

Lesen Sie auch:

Fabian wird jauchzen vor Glück: Leser geben ihr letztes Hemd für Brannenburger Kinder

Den Eingriff nimmt Dr. Geffken im März 2014 vor. Die OP minimiert das Risiko einer Lungenentzündung, Jana wird nur noch über den Magen ernährt – und blüht auf. Der Ruhepuls geht runter, von 140 auf 100. Jana nimmt plötzlich mehr am Leben teil, hat eine bessere Wahrnehmung, das nächste kleine Wunder.

„Bester Arzt, bestes Haus“

„Bester Arzt“, schwärmt die Mutter von Dr. Geffken. „Und bestes Haus“, ergänzt sie in einem Atemzug, weil 15 Jahre Brannenburg ihrer Tochter so viel Lebensqualität und Förderung geschenkt haben, wie es daheim in Maitenbeth kaum möglich gewesen wäre.

Und so ist auch Jana im Juni 2019 festlich angezogen und mittendrin, in ihrem Liegerolli, als der Brannenburger Pfarrer Thomas Löffler in der evangelischen Kirche die Konfirmanten des Jahres segnet. Zuvor hat die ganze Gruppe Jana sogar im Haus Christophorus besucht. „Darüber hat sie sich ausgesprochen gefreut“, erinnert sich Pfarrer Löffler.

-

Es geht heim nach Maitenbeth

Doch auch Janas Alltag ist abwechslungsreich: Die anderen Kinder in der Magdalenagruppe, ihre Zimmergenossin Alina (9), Logopädie, Ergotherapie, Krankengymnastik, Massagen, natürlich die Musiktherapie mit Andrea Merlau – das alles prägt ihr Leben. Jede Woche kommen die Eltern zu Besuch, falls Corona es zulässt. Je nach Jahreszeit und Wetter fahren sie mit ihr zum Baden, an den Happinger See oder den Walchsee in Tirol, zum Hödnerhof nach Ebbs oder nach Kufstein, nach München zum Oktoberfest oder nach Rosenheim zum Lokschuppen.

Oder es geht heim nach Maitenbeth. So wie an Heiligabend 2020. Mozart oder Harry Potter? Ganz egal, Hauptsache zusammensein. Frohe Weihnachten, Jana!

Das Projekt: Ein Zuhause für noch mehr Kinder

Das Haus Christophorus in Brannenburg soll größer werden. Die Zahl der Plätze für Kinder mit schwersten Beeinträchtigungen wird von 13 auf 20 erweitert, zudem soll dort eine interne Klasse entstehen, mit Beschulung durch die Philipp-Neri-Schule in Rosenheim. Auch davon können Kinder und deren Familien aus ganz Oberbayern profitieren. Insgesamt leben 13 Kinder und 28 Erwachsene mit Schwerstmehrfachbehinderungen im Haus Christophorus.

Auto zu gewinnen

Auch ein Auto gibt es bei der Weihnachtsaktion zu gewinnen. Unter allen Spendern und Teilnehmern wird ein Mazda 2 verlost. Den Wagen im Wert von rund 16 000 Euro hat City-Autopartner Kolbermoor, ein Unternehmen der Auto-Eder-Gruppe, kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Gewinn wird also nicht mit Spendengeldern finanziert.

Das sind die Nummern der Spendenkonten

Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling

IBAN DE61 7115 0000 0020 1598 77 (Sparkasse)

BIC BYLADEM1ROS

meine Volksbank Raiffeisenbank eG

IBAN DE91 7116 0000 0100 9200 29

BIC GENODEF1VRR

.

Jede Spende ab 10 Euro automatisch im Lostopf

Jede Spende ab zehn Euro nimmt automatisch an der Verlosung des Mazda 2 teil. Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Wer nicht mit seinem Namen erscheinen will, vermerkt dies bei der Überweisung mit dem Zusatz „Anonym“ oder „Keine Namensnennung“. Mitarbeiter des OVB-Medienhauses und der Auto-Eder-Gruppe sowie Angehörige können nicht an der Verlosung teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre Betroffenenrechte und Datenschutzinfos finden Sie unter https://www.ovbabo.de/datenschutz. Aus rechtlichen Gründen sind wir verpflichtet, auch Nicht-Spender am Gewinnspiel teilnehmen zu lassen. Diese schicken eine Postkarte mit dem Kennwort „Weihnachtsaktion: Ich will ohne zu spenden gewinnen“ ans OVB.

Kommentare