Landratsamt bestätigt Fall

Frau aus Landkreis Rosenheim stirbt nach Astrazeneca-Impfung - Untersuchung eingeleitet

Corona-Impfung mit Astrazeneca
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Corona-Impfung mit Astrazeneca.
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Landkreis Rosenheim - Im Landkreis Rosenheim gibt es jetzt auch einen Todesfall, der in Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit Astrazeneca stehen könnte. Dies hat das Landratsamt Rosenheim inzwischen bestätigt.

Bei der Toten, die bereits Ende März verstorben ist, handelt es sich nach Informationen von rosenheim24.de um eine 43-jährige Frau aus einer Gemeinde im Landkreis Rosenheim (News-Ticker Freitag, 9. April). Das Landratsamt Rosenheim bestätigte auf Anfrage von rosenheim24.de den Fall, wollte sich jedoch zur Identität des Opfers nur so weit äußern, dass es sich dabei „um eine Person unter 60 Jahren aus dem Landkreis“ handele. Die Person habe kurz vor dem Versterben eine Impfung erhalten, hieß es weiter. Weitere Angaben wollte Pressesprecherin Ina Krug zum Schutz der Persönlichkeitsrechte und der Angehörigen nicht machen.

Die Zurückhaltung wurde damit begründet, dass es bei einem weiteren Todesfall im Landkreis Anfang des Jahres massive Spekulationen und Belästigungen im Internet gegenüber der damals betroffenen Familie gegeben hatte. Im Januar war ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz zusammengebrochen und gestorben. Eine anschließend durchgeführte Obduktion bestätigte jedoch keinen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung.

Um den Zusammenhang in dem jetzt neuen Fall mit der Impfung von Astrazeneca endgültig und umfassend aufzuklären, hat das zuständige Gesundheitsamt die Daten inzwischen an das Paul-Ehrlich-Institut weitergeleitet. Dort werden nun weitergehende Untersuchungen durchgeführt. Ein endgültiges Ergebnis lag am Freitagmorgen (9. April) noch nicht vor. Im Moment handele es sich noch um „einen Verdacht“, so das Landratsamt weiter.

In Deutschland wird der Impfstoff des britischen Herstellers Astrazeneca von der Ständigen Impfkommission (Stiko) nicht mehr für Menschen unter 60 Jahren empfohlen. Hintergrund sind über 30 (Verdachts-)Fälle von schweren Komplikationen. Laut Paul-Ehrlich-Institut wurde dabei in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung mit Astrazeneca eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen festgestellt. Bis Ende März starben daran in der Bundesrepublik mindestens neun Menschen, vorrangig Frauen.

mw/fgr

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