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Außergewöhnlich viele Flugstunden

Folge der starken Unwetter: Rosenheimer Hagelfliegern geht sogar das Silberjodid aus

Sommerserie Hagelflieger
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Durch die vielen Unwetter in der Region, droht das Silberjodid auszugehen, das für die Hagelflieger benötigt wird.
  • VonPaula Trautmann
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Wegen starker Unwetter musste die Hagelabwehr im Raum Rosenheim außergewöhnlich viel fliegen. Bei einem Einsatz wurde das Flugzeug beschädigt und das Silberjodid ging aus.

Rosenheim – Der Himmel verdunkelt sich, es blitzt und donnert. Hagelkörner in Tennisballgröße prasseln auf Häuser und Autos nieder. Während jeder, der sich noch draußen aufhält, so schnell wie möglich nach drinnen flüchtet, steigen die Piloten der Hagelabwehr in ihre Flugzeuge. Sie bekämpfen den Hagel, indem sie die Wolken mit Silberjodid impfen. Doch dieses mal hat das Unwetter zurückgeschlagen und eine der Maschinen beschädigt.

Cockpitscheiben blieben verschont

„Geschossartig“ seien die Hagelkörner auf die Flugzeuge zugeschleudert, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Der Hagel hätte glücklicherweise nur die Abdeckung der Landescheinwerfer durchschlagen. Die Cockpitscheiben blieben verschont. „Der Schaden wurde bereits am nächsten Tag behoben, um schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu sein“, sagt Hagelpilot Andreas Marx. Gewartet wurde das Flugzeug in Stuttgart.

Gewitterformation in Rosenheim

Doch das war nicht der einzige bemerkenswerte Vorfall bei der Hagelabwehr. Es gewitterte so viel, dass den Piloten bei einem Flug das Silberjodid ausging. „Das ist ungewöhnlich“, sagt Marx. Nach einem ersten Einsatz waren die Flieger zurück am Flugplatz in Vogtareuth und die Maschinen wieder betankt. Dann entwickelte sich eine Gewitterfront im Raum Garmisch.

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Sie zog über den Kochelsee Richtung Bad Tölz über den Taubenberg nach Holzkirchen und Wasserburg. Gleichzeitig entstand eine Gewitterzelle im Raum Hausham, die Richtung Osten zog. Deshalb machte sich die Hagelabwehr auf den Weg und traf im Bereich Rosenheim auf eine Gewitterformation.

Der Hagel beschädigte die Abdeckung der Landescheinwerfer eines Flugzeugs. Der Schaden war am nächsten Tag bereits behoben.

Einer der längsten Einsätze überhaupt

Die Zelle konnte nur eingeschränkt geimpft werden. Ein Generator war bereits leer vom vorherigen Flug. Nach drei Stunden waren die Piloten gezwungen, mit leeren Tanks an den Flugplatz zurückzukehren. „Das war einer der längsten Einsätze der Hagelabwehr überhaupt“, sagt Marx. Deshalb sei das Silberjodid ausgegangen.

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Das hänge aber nicht nur mit der Einsatzdauer zusammen, sondern auch mit der „enormen Intensität der Gewitter“. Normalerweise fliegen die Piloten nur zwei oder zweieinhalb Stunden am Stück. Dafür sei die Menge an Silberjodid in den Generatoren ausreichend.

Rund 20 Stunden in der Luft

Doch nicht nur dieser eine Tag fällt aus dem normalen Muster. Die ganze Woche flogen die Piloten äußerst viel. Insgesamt waren sie rund 20 Stunden in der Luft. „Wenn man bedenkt, dass jeder Flieger in einer „normalen“ Saison etwa 35 bis 40 Stunden im Einsatz ist, ist das schon ein hoher Wert“, erläutert Marx.

Die Flugspur zeigt, wie viel die Piloten geflogen sind.

Häufigkeit außergewöhnlich

In den Sommermonaten seien Superzellen oder starke Gewitter mit größeren Hagelkörnern nicht selten. Die Häufigkeit und Intensität der Gewitter der vergangenen zwei Wochen sei jedoch außergewöhnlich, so Marx. Solche Superzellen seien gefährlich, weil sie enorme Sturmböen, Regenmengen und Großhagel produzieren. Beobachter hätten sogar Hagelkörner in Tennisballgröße gemeldet.

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„Darüber hinaus sind diese Superzellen sehr langlebig“, sagt der Pilot. Während ein normales Unwetter nach einer Stunde wieder abflache, können Superzellen oft mehrere Stunden andauern. In einem Jahr kommen Superzellen zwei bis drei Mal vor. Es gebe aber auch Gewitter, die keine Superzellen sind und dennoch Hagel produzieren.

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