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Flüchtlinge proben den Aufstand

Randale in der Asylbewerber-Unterkunft: Rund 20 Einsatzfahrzeuge rückten zur Raublinger Turnhalle an. Fotos reisner
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Randale in der Asylbewerber-Unterkunft: Rund 20 Einsatzfahrzeuge rückten zur Raublinger Turnhalle an. Fotos reisner
  • Ludwig Simeth
    VonLudwig Simeth
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Betten wurden zerschlagen, Mülltonnen umgestoßen, Biertische flogen durch die Luft: 20 Flüchtlinge, die in der Turnhalle des Raublinger Gymnasiums untergebracht sind, haben gestern Nachmittag den Aufstand geprobt. Der Anlass war laut Polizei die Nachricht, dass die rund 200 Asylbewerber weitere drei Monate in der Notunterkunft im Süden Raublings bleiben müssen.

Weil für kurze Zeit eine größere Eskalation drohte, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot von Einsatzwagen an. Drei Afrikaner wurden vorläufig festgenommen.

Raubling - Offenbar waren die drei Männer diejenigen, die den Tumult anzettelten. Es soll sehr laut gewesen sein in der Turnhalle, die Leute hätten wild gestikulierend herumgeschrien, so ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma, der am Nachmittag in der Raublinger Turnhalle sauber machte. Deshalb habe er zusammen mit seinen Kollegen das Gebäude schnell verlassen.

Zu diesem Zeitpunkt war schon eine große Anzahl von Polizei-, Rettungs- und Einsatzfahrzeugen zum Einsatzort hin unterwegs - mit Blaulicht und hohem Tempo. Allein durch Nicklheim sollen 15 Wagen, darunter Zivilautos, Busse und Krankenwagen in Richtung Gymnasium gebraust sein. "Da musste man förmlich zur Seite springen", so eine Anwohnerin.

Der Grund: 20 Flüchtlinge randalierten in der Gemeinschaftsunterkunft und machten ihrem Ärger Luft, indem sie das Inventar in der Halle umwarfen, beschädigten oder zerstörten. Als Hauptverantwortliche machte die Polizei drei Afrikaner aus. Sie wurden noch am frühen Abend in Polizeigewahrsam genommen und auf der Dienststelle Brannenburg vernommen. Gegen sie wird unter anderem wegen Sachbeschädigung ermittelt.

In der Raublinger Gymnasium-Turnhalle sind seit etwa eineinhalb Wochen rund 200 Flüchtlinge untergebracht - die meisten kommen aus Afrika. Gestern Nachmittag eröffnete ihnen eine Mitarbeiterin des Asylbewerber-Helferkreises mit der Hilfe eines Dolmetschers, dass sie wohl noch drei Monate in der Notunterkunft im Inntal bleiben müssen. Darauf reagierten einige Asylbewerber mit großem Unverständnis - die Stimmung war aufgeheizt und aggressiv. Mit dieser Reaktion hatte offenbar niemand gerechnet. Der private Sicherheitsdienst, der stets in der Halle und im Umfeld nach dem Rechten sieht, soll jedenfalls nicht unmittelbar dabei gewesen sein, als die Nachricht gegen 15.30 Uhr überbracht wurde und sich die Sache hochschaukelte.

"Durch die starke Polizeipräsenz beruhigte sich die Lage in kürzester Zeit", sagte Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gestern Abend. Mehr als 20 Streifenwagen waren unverzüglich angerückt. Nach rund zehn Minuten hätten Polizei und Sicherheitsdienst die Situation unter Kontrolle gehabt.

Die drei mutmaßlichen Anführer wurden vorläufig in polizeilichen Gewahrsam genommen. Gegen sie wird unter anderem wegen Sachbeschädigung ermittelt. Sie werden mit Hilfe eines Dolmetschers zu den Tatvorwürfen vernommen.

Die Höhe des Sachschadens konnte gestern Abend noch nicht genau beziffert werden. "Dazu muss die Turnhalle samt Einrichtung erst durch die Verwaltungsbehörde besichtigt werden", so Thalmeier weiter. Den untergebrachten Familien mit Kindern wurde auf Initiative des Rosenheimer Landratsamtes eine neue Unterkunft zur Verfügung gestellt. Damit verbleiben in der Turnhalle 150 überwiegend männliche Asylbewerber.

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