Von Lockdown bis Normalität: Rosenheimer Schüler müssen nach den Ferien mit allem rechnen

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Schüler stehen in einem Treppenhaus und tragen einen Mundschutz. 
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Die letzte Woche vor den großen Ferien  – eigentlich eine Zeit für Ausflüge und Sommerfeste. Nicht so in diesem Jahr. Zumindest die Zeugnisübergabe soll einen Hauch von Normalität in das Leben vieler Schüler zurückbringen. Wie es im Herbst weitergeht, ist für die Schulen aber noch offen.

Rosenheim – Angesichts eines turbulenten Schuljahres wegen der Corona-Pandemie ist der Abschluss nicht nur ein formaler Akt. „Dieses Jahr war schon eine bittere Pille für die Schüler“, sagt Randolf John, Leiter der Wirtschaftsschule Alpenland in Bad Aibling. Besonders die Absolventen hätten gelitten: weder Abschlussfahrt noch Abschlussball. „Umso mehr strengen wir uns an, dass wir die Abschlussfeier entsprechend würdig gestalten“, sagt John. Am Freitag wird er im Stundentakt einen Sprint hinlegen und in zwei Räumlichkeiten insgesamt sechs Mal die Absolventen verabschieden.

Endlich wieder zusammen?

Auch an der kommunalen Priener Realschule versucht Schulleiterin Andrea Dorsch ihr Bestes. Dort läuft die letzte Schulwoche nach wie vor im Zweischichtbetrieb ab. „Jeder Schüler ist zwei Tage die Woche da. Am Freitag sollen die Zeugnisse übergeben werden“, sagt Dorsch. Der große Wunsch ihrer Schüler: endlich wieder im kompletten Klassenverband sein. Dorsch stimmt sich derzeit mit dem Gesundheitsamt zu den Modalitäten der Abschlussfeier ab. An der Rosenheimer Grundschule Erlenau werden nach Auskunft von Schulleiterin Alexandra Bogris alle Schüler ihr Zeugnis persönlich erhalten. Für die Viertklässler ist außerdem noch eine kleine Andachtsfeier geplant – beides unter Einhaltung der Hygieneregeln. „Auch die Kinder, die eigentlich mit ‚Lernen zuhause‘ dran sind, werden aufs Schulgelände gerufen“, sagt Bogris.

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Wie läuft der erste Schultag an Rosenheims Schulen ab?

Gedanken macht sich die Leiterin auch um den ersten Schultag. Derzeit ist noch offen, unter welchen Bedingungen dieser stattfinden kann. Nach jetzigem Stand ist geplant, dass die zwei neuen Grundschulklassen zeitversetzt begrüßt werden. Auch werden nicht alle begleitenden Erwachsenen gleichzeitig in der Aula sein.

Zwar sind die Schulen derzeit angehalten, mit „normalen Umständen“ zu planen, nämlich mit Regelbetrieb. Parallel fordert der bayerische Kultusminister Piazolo allerdings, für den Fall einer zweiten Welle vorbereitet zu sein und mitvier Szenarien zu planen. 

Ein Szenario ist nach Auskunft von Schulamtsleiter Edgar Müller, wie jene Kinder unterrichtet werden können, die wegen eines fachärztlichen Attests längerfristig nicht am Unterricht teilnehmen können. 

Auch für den Fall, dass einzelne oder mehrere Klassen in Quarantäne gehen müssen, ist ein Plan notwendig. 

Gleiches gilt, wenn gestaffelter Unterricht wieder vonnöten ist. 

Und schlussendlich der Fall, den sich keiner wünscht: Wie kann die Beschulung organisiert werden, wenn es wieder zu einem Lockdown kommt?

An der staatlichen Berufsschule in Wasserburg sorgt die vier Corona-Varianten für viel Arbeit: „Wir stellen einen neuen Blockplan auf. Der Engpass ist bei uns das Schülerwohnheim, das je nach Entscheidung des Gesundheitsamts die Kapazitäten nicht ausreichen“, sagt Schulleiter Gerhard Heindl. Bei 70 Klassen kein unerheblicher Aufwand. Parallel werde ein neues System eingeführt, sodass jeder Schüler online unterrichtet werden kann.

Wissenslücken wieder füllen

An der kommunalen Priener Realschule wird der vorsorglich auf den Nachmittag gelegt, dass die Ausfälle so gering wie möglich im Corona-Ernstfall wären: Sollte sich die Lage verschärfen und müsste der Sportunterricht ausfallen, entstünden so wenigstens keine Lücken am Vormittag. Es sind diese organisatorischen Fragen, die den Schulleitern derzeit viel Arbeit machen.

Der unterschiedliche Leistungsstand der Schüler steht wiederum auf einem anderen Blatt. An der kommunalen Priener Realschule können Jugendlichen daher Förderbedarf anmelden und Stoff vom Vorjahr aufholen.

Flexibilität ist für Rektorin Andrea Dorsch nach wie vor das Gebot der Stunde. Ein großes Kompliment spricht sie den Müttern und Vätern für die bisherigen Leistungen in der Corona-Krise aus: „Die Eltern geben ihr Bestes.“

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