Fahrschulen in der Region sind zurück im Verkehr

Zurück im Verkehr:Fahrlehrer Johann Eggerl kann wieder Fahrstunden geben. Fahrschülerin Michaela Berr gehörte zu den Ersten, die am Montag wieder am Lenkrad saßen. ru

Die Corona-Pandemie hat auch Fahrschulbetreiber hart getroffen. Zwei Monate standen die Reifen still. Seit über einer Woche rollen die Fahrschulautos wieder auf bayerischen Straßen – unter Einhaltung strenger Hygieneregeln.

Rosenheim/Landkreis – Ungeduldig hatte Markus Lienhard, Betreiber der Fahrschule Lienhard in Rohrdorf, darauf gewartet, dass er seine Fahrschule wieder öffnen darf. Erst Anfang März hatte er seine zweite Filiale in Thansau eröffnet. Dann kam der Lockdown. „Ich freue mich sehr, dass wir in allen Bereichen wieder Fahrstunden geben dürfen“, sagt Lienhard. Mit Mundschutz und unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften. Ob der Theorieunterricht künftig in seiner Fahrschule stattfinden wird, oder ob er einen größeren Raum anmieten kann, müsse er erst noch organisieren.

Schüler müssen eigene Schutzkleidung mitbringen

Endlich wieder die Motoren anwerfen möchte auch Josef Heindlmeier in seinen Fahrschulen in Prien, Rimsting und Eggstätt. Ständig fragten Fahrschüler, wann sie ihrenFührerschein fertigmachen könnten. Am Tag der Wiedereröffnung habe es viele Neuanmeldungen gegeben. Doch das Gesundheitsministerium hat strenge Auflagen geschaffen. Zum Beispiel müssen Motorradfahrschüler ihre eigene Schutzkleidung mitbringen. Die Fahrschule darf diese künftig nicht ausleihen. „Vernünftige Bekleidung kostet. Ich vermute, dass der eine oder andere sich genau überlegt, ob er jetzt den Motorradführerschein macht“, sagt Heindlmeier. Man dürfe nicht vergessen, dass viele in Kurzarbeit waren und selbst knapp bei Kasse seien, sagt er.

Nur sechs Tage Vorlauf zur Eröffnung

Auf die Wiedereröffnung wartete auch Uwe Eggerl. Er betreibt Fahrschulen in Wasserburg, Edling, Rott, Pfaffing und Albaching. Die Nachricht zur Öffnung der Fahrschulen kam dennoch überraschend: „Wir hatten nur sechs Tage Vorlauf und die Vorgaben vom Ministerium waren zunächst unklar“, sagt er. Für die Wiederaufnahme des Betriebs hatte sich Eggerl schon im Vorfeld vorbereitet. Weil der Theorieunterricht nur noch in kleineren Gruppen stattfinden kann, möchte er einen größeren Raum mieten. Die Genehmigung vom Landratsamt dafür stehe jedoch noch aus.

Theorieunterricht in mehreren kleinen Gruppen

Der Theorieunterricht findet bei Eggerl jetzt mehrmals pro Woche statt. So sind die Gruppen kleiner. In einem Online-Portal können Fahrschüler ihre Stunde buchen. „Die Schüler sehen so, wann Plätze für den Theorieunterricht frei sind“, sagt Eggerl.

Auch Markus Horschk, Inhaber der Fahrschule Heinzel in Bad Aibling, startete sofort wieder durch. „Ich habe sofort mit meinen Schülern telefoniert, damit wir direkt mit den Fahrstunden starten können“, sagt er.

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Johann Guggenbichler, Fahrlehrer aus Raubling, hatte schon früh angefangen, sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten. „Als die Ausgangsbeschränkungen noch bis 21. April galten, nahm ich schon Kontakt zu meinen Fahrschülern auf, damit es dann direkt losgehen kann“, sagt Guggenbichler. 1000 Masken hatte er im Vorfeld und auf eigene Kosten für seine Fahrschüler besorgt.

Fahrstunden nur mit Maske

„In letzter Sekunde hat der Verband die endgültigen Details zum Fahrschulbetrieb mit dem Gesundheitsministerium geklärt, sagt Metin Mergen, Kreis- und Regionalvorsitzender des Bayerischen Fahrlehrerverbandes. Der Verband musste mit dem Gesundheitsministerium klären, wer überhaupt den Führerschein machen darf. Seither ist aber klar: „Wir dürfen vollumfänglich ausbilden. Also auch Leute, die bereits einen Führerschein haben“, sagt er. Unter strengen Auflagen: „Mund- und Nasenschutzmaske sind Pflicht, Desinfektionsmittel muss bereitstehen und nach höchstens 60 Minuten muss das Auto gereinigt werden“, erklärt Metin Mergen.

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