Experte Dr. Hierl zum Corona-Hotspot Rosenheim: Von Entspannung keine Spur

Für die Corona-Pandemie gerüstet: das Romed-Klinikum Rosenheim, wo das gesamte Bettenhaus sechs zur Corona-Station umfunktioniert wurde. Schöne
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Für die Corona-Pandemie gerüstet: das Romed-Klinikum Rosenheim, wo das gesamte Bettenhaus sechs zur Corona-Station umfunktioniert wurde.
  • Rosi Gantner
    vonRosi Gantner
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Er ist der Experte in Sachen Corona-Pandemie in der Region: Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, und von Beginn an mit dem Virus und dessen Ausbreitung befasst. Seine Einschätzung zur Lage im Corona-Hotspot Rosenheim: keinerlei Entspannung. Von vorschnellen Lockerungen rät er ab.

Rosenheim – Zeigt die Ausgangsbeschränkung bereits Wirkung im Kampf gegen die Corona-Pandemie? Und wie ist die aktuelle Lage im Corona-Hotspot Rosenheim?

Die OVB-Heimatzeitungen haben dazu beim Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, nachgefragt: „Von einer Entspannung kann im Moment noch nicht die Rede sein. Die Zahlen der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen steigen in Stadt und Landkreis immer noch stark an.“

Viele Tests, hohe Fallzahlen

Hierls Einschätzung nach liegt der Anstieg mit an der großen Zahl an Testungen, die in der Region durchgeführt werden. „Es ist allerdings auch noch zu früh, um hier einen Trend erkennen zu können.“

Aktuell meldete das Gesundheitsamt 66 neue Fälle (Stand 6. April 24 Uhr), sodass bisher insgesamt 1535 registrierte Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis aufgetreten sind (Traunstein: 519 Fälle). Die Zahl der Genesenen (dokumentiert) liegt bei 136 Personen.

40 Todesfälle in der Region

40 Personen (+5 am 7. April) sind bis dato in Stadt und Landkreis Rosenheim an Covid-19 (im Landkreis Traunstein: 15) gestorben. Fünf der Verstorbenen aus Stadt und Landkreis Rosenheim waren unter 60 Jahre alt. Mehr als die Hälfte war laut Gesundheitsamt über 81 Jahre.

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234 Corona-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis stationär behandelt. Hiervon befinden sich 39 Patienten auf einer Intensivstation. Die Zahl an Intensivbetten in der Regionwurde bereits aufgestockt.

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Hinsichtlich der Verdoppelungszeit für die Fallzahlen im Landkreis könnte sich indes ein Lichtblick auftun: Denn seit dem 26. März nimmt die Verdopplungszeit nach den Erhebungen des Gesundheitsamtes stetig zu. „Dies ist ein positives Zeichen, dass der Zenit der Pandemie in Stadt und Landkreis bald überschritten sein könnte. Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt“, so Hierl.

Lockerungen sinnvoll?

Ein kleines Fünkchen Hoffnung macht sich breit – kann damit schon über Lockerungen der Ausgangsbeschränkung nachgedacht werden? Davon kann Hierl nur abraten: „Im Moment wäre es für Lockerungen, wie sie in Österreich geplant sind, noch zu früh. Wie Ministerpräsident Markus Söder bereits sagte, liegen wir in Deutschland bei der Corona-Pandemie ein paar Wochen hinter Österreich.“

Ein verfrühter Exit wäre kontraproduktiv für die aktuell greifenden Maßnahmen, ist Hierl überzeugt. „Die Entscheidung, wann das Leben in Bayern und damit auch in Stadt und Landkreis Rosenheim wieder langsam und in welchem Maße hochgefahren werden kann, fällt allerdings zentral bei der Staatsregierung.“

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