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Ethik im Wirtschaftsleben statt Profitgier

Blick in den Saal in Tuntenhausen: Links vorne Staatsminister Dr. Marcel Huber, Vorsitzender des Männervereins, rechts vorne Dr. Claus Hipp.  FOTO STACHE
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Blick in den Saal in Tuntenhausen: Links vorne Staatsminister Dr. Marcel Huber, Vorsitzender des Männervereins, rechts vorne Dr. Claus Hipp. FOTO STACHE

Für ein nachhaltiges Wirtschaften und ein ethisches Handeln setzte sich am Sonntag Professor Dr. Claus Hipp bei der Kundgebung des katholischen Männervereins Tuntenhausen ein.

Kritisch sah der Vollblutunternehmer die Überregulierung, die er als äußerst belastend befand. Dagegen forderte er verstärkte Bemühungen um Aus- und Fortbildung.

Tuntenhausen - Nicht die Politik stand diesmal im Mittelpunkt der Kundgebung in Tuntenhausen, sondern die Wirtschaft. Dr. Claus Hipp, Unternehmer und Geschäftsführer des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers Hipp setzte bei seinem Vortrag auf das Thema "Die Ethik im Wirtschaftsleben".

Dr. Marcel Huber, Staatsminister und Vorsitzender des Männervereins, wollte mit dem Gast "die Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel" beobachten. Und die Resonanz - voller Saal, darunter auch viele Frauen - bestätigten den Politiker.

Die zentrale Aussage von Hipps Vortrag: "Nur ethisches Handeln führt langfristig zu unternehmerischem Erfolg." Deshalb ließ er in seinem Unternehmen auch eine Ethik-Charta einführen. "Damit können Entscheidungen schneller getroffen werden" so Hipp.

Allerdings räumte er auch ein: Nach langfristigen ethischen Grundsätzen zu handeln, fällt in mittelständischen Familienbetrieben einfacher als in Kapitalgesellschaften. Doch die Schere zwischen Moral und Profitgier klafft in der Wirtschaft nach seinen Worten oft weit auseinander, wie jüngste Skandale zeigen. Leider habe der Grundsatz "Recht ist da, wo schnelles Geld gemacht wird" schon zweimal zu Wirtschaftskrisen geführt.

Als sehr belastend sah Hipp die Überregulierung an, die im Egoismus von Einzelpersonen begründet sei. Und dies führe leider zu einer staatlichen Überregulierung, die bei ethischem Handeln unnötig wäre. Aber auch die Komplexität und Vieldeutigkeit der Gesetze kritisierte der geborene Münchner. Er verwies auf Kaiserin Maria Theresia, die einmal sagte: "Ein Gesetz, das nicht der letzte Schweinehirt in Gallizien versteht, gehört abgeschafft."

Hier setzt Hipp auf die Jugend. Sie könne an diesem Zustand vielleicht etwas ändern. "Unsere Jugend hat das größte Potenzial, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ethisch zu erneuern". Ohnehin kann der Unternehmer dem "Gejammere um die Pisastudie" nichts abgewinnen. Er empfahl, sich wieder auf bewährte Tugenden zu besinnen und die Ausbildung voranzustellen: Praktisch veranlagte Jugendliche müssten früh und gezielt gefördert werden. "Sie müssen das in der Firma zeigen, nicht auf der Straße", so der Unternehmer. Für ihn ist eine Ausbildung wichtig, die Weiterbildung aber unumstößlich.

Auf große Resonanz stießen auch sein Schwenk zu Pestalozzis "Idee der Elementarbildung", der Idee einer naturgemäßen Erziehung und Bildung, die Kopf, Herz und Hand in Einklang bringen soll. "Jeder weiß, wie es geht, aber keiner kann es mehr" kritisierte Hipp die fehlende Kreativität.

Viel Applaus heimste er dann ein, als er sich gegen eine weitere Vermaisung der Heimat aussprach. "In sieben, acht Jahren sind unsere Böden kaputt" so der praktizierende Landwirt. Das sei aber keinesfalls als Plädoyer gegen die Landwirtschaft zu verstehen, denn für Hipp ist der Bauernstand die Basis der Demokratie. Vielmehr beschäftigt ihn die Ressourcenverschwendung, die er am Wasser- und Energieverbrauch dokumentierte: "Wir werden später einmal daran gemessen, wie wir mit dem, was wir erwirtschaftet haben, umgegangen sind - und nicht daran, wieviel wir erwirtschaftet haben". Mit diesem Leitsatz schloss Hipp seinen vielbeklatschten Vortrag. Dr. Marcel Huber zeigte sich beeindruckt von Hipps Ausführungen und meinte in Anlehnung an die bevorstehende Europawahl: "Vieles ist in Bewegung, Stillstand gibt es nirgends, auch nicht in der Politik".

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