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Haftstrafe wegen mehrerer Delikte

Erst ausgebüxt, jetzt ins Gefängnis: Obdachloser (22) flieht aus Klinik und wird in Traunstein straffällig

Nachdem er aus einer Klinik geflohen war, brach ein 22-jähriger Mann in drei Lokalitäten ein. Dafür und für weitere Straftaten muss der Mann jetzt eine Haftstrafe antreten.
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Nachdem er aus einer Klinik geflohen war, brach ein 22-jähriger Mann in drei Lokalitäten ein. Dafür und für weitere Straftaten muss der Mann jetzt eine Haftstrafe antreten.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Unter anderem wegen mehrerer Einbrüche sowie Widerstandes gegen Polizeibeamte ist ein 22-jähriger Mann in Traunstein jetzt zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann war im Oktober 2020 aus einer Klinik geflüchtet und direkt danach wieder straffällig geworden.

Traunstein – Einen vielfach vorbestraften 22-Jährigen verurteilte das Schöffengericht Traunstein mit Richter Thilo Schmidt jetzt wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und anderer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten – ohne Bewährung. Der voll geständige Angeklagte war vor einem Jahr aus einer Unterbringung zum Entzug geflohen, hatte kurz darauf in Traunstein drei Einbrüche begangen und bei der Festnahme Widerstand geleistet.

Drei Lokalitäten heimgesucht

Laut Anklage von Staatsanwalt Markus Andrä war der junge Mann mit schwieriger Kindheit und Jugend am 17. Oktober 2020 aus dem Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg-Gabersee geflüchtet. Am gleichen Tag kreuzte der Obdachlose nachmittags in Traunstein auf. Zwischen 17 Uhr und dem Nachmittag des Folgetags suchte er drei Lokalitäten heim.

Er verschaffte sich gewaltsam über die Hintertüre Zugang zu einem Friseurgeschäft. Letztlich entwendete er ein Handy im Wert von 100 Euro und etwa zehn Euro Münzgeld. Zudem brach er die Eingangstür eines Gartenhäuschens in einem Schrebergarten in Traunstein-Empfing auf. Passende Beute fand er dort nicht. Allerdings hinterließ er einen Sachschaden von rund 250 Euro. Am 18. Oktober 2020 schlug der 22-Jährige mit einem Holzpfosten ein Fenster einer Gaststätte am Stadtplatz in Traunstein ein. Auch hier gelangte er nicht an Wertgegenstände. Der Sachschaden an zwei beschädigten Fenstern betrug circa 500 Euro.

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Aufgrund seiner Flucht aus dem Klinikum war der 22-Jährige zur Fahndung ausgeschrieben worden. Am Triftweg in Traunstein entdeckten ihn am 21. Oktober 2020 zwei Polizeibeamte in Zivil. Sie erklärten ihm die Festnahme. Der angetrunkene, unter Drogen stehende Mann ließ sich zunächst Handfesseln anlegen. Plötzlich wehrte er sich nach Kräften. Ein Kniestoß traf einen der Polizisten leicht am Kopf. Die Beamten konnten ihn nur unter großer Kraftanstrengung fixieren.

Angesichts des glaubwürdigen Geständnisses verzichtete das Schöffengericht auf alle Zeugen und hörte lediglich einen psychiatrischen Sachverständigen an. Dr. Josef Eberl vom Bezirksklinikum in Gabersee attestierte dem Angeklagten Drogen- und Alkoholprobleme, aber einzig für die Szene bei der Festnahme erheblich verminderte Schuldfähigkeit. Eine weitere Entzugstherapie hielt der Gutachter wegen fehlender Aussicht auf Erfolg für nicht geboten.

Angeklagter entschuldigt sich bei Polizisten

„Vielleicht braucht der Angeklagte noch eine Zeit im Gefängnis, um endgültig von Drogen und Alkohol wegzukommen“, betonte Andrä im Plädoyer auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Verteidiger Dr. Herbert Buchner hielt 15 Monate Haft für angemessen. Im „letzten Wort“ beteuerte der 22-Jährige: „Es war falsch von mir, anderer Leute Wertgegenstände zu nehmen.“ Bei den Polizisten entschuldigte er sich. Weiter versicherte er: „Ich werde versuchen, mich in der Haft zu ändern.“

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Vorsitzender Thilo Schmidt hob in seiner Urteilsbegründung heraus, das Schöffengericht habe keine Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten, unter anderem wegen mehrerer DNA-Treffer an den Tatorten. In dem Schrebergarten sei das in dem Friseurgeschäft gestohlene Handy sichergestellt worden. Unklar sei, was der 22-Jährige in den Tagen nach den Einbrüchen gemacht habe. Die Beamten habe er bei seiner Verhaftung zielgerichtet angegriffen. Verwirklicht habe der Angeklagte vollendete und versuchte Diebstähle, Sachbeschädigungen, Widerstand gegen und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie vorsätzliche Körperverletzung.

Geständnis wirkt strafmildernd

Positiv wirkten das Geständnis, die Entschuldigungen und die Reue des jungen Mannes. Die Schäden seien eher gering – „auch wenn sie für die Geschädigten misslich sind mit einem Riesenaufwand für die Versicherungen“. Das Gericht gehe zudem von Beschaffungskriminalität aus.

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Strafschärfend zu berücksichtigen seien das Vorleben des 22-Jährigen mit Jugend- und Erwachsenenstrafen sowie die hohe Rückfallgeschwindigkeit. Die Unterbringung habe nichts gefruchtet, fuhr der Richter fort. „Sie werden weitere Zeit im Vollzug brauchen, um ernsthaft über Ihr Leben nachzudenken“, richtete Schmidt direkt an den Angeklagten.

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