WEIHNACHTSAKTION „OVB-LESER ZEIGEN HERZ“

Erfülltes Leben für Christophorus-Kinder in Brannenburg: Seneca würde sicher spenden

Zwei Köche mögen den Brei verderben, aber nicht die Glasur: Jana und Heilerziehungspflegerin Monika Huber, ein gefühlvolles Team im Haus Christophorus. cv
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Zwei Köche mögen den Brei verderben, aber nicht die Glasur: Jana und Heilerziehungspflegerin Monika Huber, ein gefühlvolles Team im Haus Christophorus. cv
  • Ludwig Simeth
    vonLudwig Simeth
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Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir, hat Seneca seinen Schülern schon vor 2000 Jahren eingebläut. Ein Klassiker unter den weltphilosophischen Weisheiten. Für die 13 Buben und Mädchen im Haus Christophorus in Brannenburg gilt der schlaue Satz in besonderem Maße.

Rosenheim/Brannenburg – Die Christophorus-Kinder empfinden Schule jedenfalls nicht als überflüssige Einrichtung, die ihre Pubertät mit Schikanen wie einer hinterhältigen Mathe-Ex oder einem lästigen Referat in Geschichte stört. Für die 13 Kinder mit schwerstmehrfachen Beeinträchtigungen ist die Schule vielmehr das Tor zu einer zweiten Lebenswelt – außerhalb der eigenen vier Wände.

Umso härter trifft sie als sogenannte Hochrisikopersonen der Corona-Stillstand. Schon seit März fällt Spezialunterricht für sie flach. Da kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen.

„Bildungsoffensive“ für Alina und Jana

Doch die Weihnachtsaktion „OVB-Leser zeigen Herz“ lässt jetzt auf bessere Zeiten hoffen. Sie dreht sich nicht nur um eine Erweiterung (von 13 auf 20 Plätze für Kinder aus ganz Südostoberbayern), sondern auch um eine „Bildungsoffensive“ der besonderen Art: eine Beschulung durch die Rosenheimer Philipp-Neri-Schule im Haus Christophorus.

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Für Alina (9) und Jana (15) wäre sie Gold wert. Die beiden Mädchen, die sich eines der geräumigen und gemütlich eingerichteten Doppelzimmer in der Magdalena-Gruppe teilen, sind eigentlich im schulpflichtigen Alter. Doch für einen mehrstündigen Förderunterricht reicht es nicht. Zu komplex sind ihre Beeinträchtigungen, zu weit und strapaziös die Anfahrtswege, zu gering das Durchhaltevermögen. Mehr als eine Stunde Hausbeschulung – „Homeschooling“ sagt man jetzt – pro Woche durch heilpädagogischen Fachkräfte vom HPZ ist nicht drin.

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+++ Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion unterstützten die OVB-Heimatzeitungen das Haus Christophorus in Brannenburg. Hier finden Sie unsere Themenseite zur OVB-Weihnachtsaktion. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier. Sie wollen für die OVB-Weihnachtsaktion spenden? Hier geht‘s zum Spendenformular. +++

Nur gut, dass es Monika Hubers kleine Fördergruppe gibt – eine Antwort des Hauses auf das pandemiebedingte Schul-Aus. Dort kümmert sich Huber, Heilerziehungspflegerin, extra aus dem Gruppendienst in den Förderbereich gewechselt, liebevoll um die Kleinen, um ihnen in Zeiten von Corona den zweiten Lebensbereich zu erhalten (siehe Kasten). Beim gemeinsamen Bestreichen der Plätzchen mit dem Pinsel sind Jana und Monika schon ein starkes Team.

Mit neuer Klasse wäre das Leben noch süßer

Noch süßer wäre das Leben im Haus Christophorus, wenn die Klasse schon am Laufen wäre. Dann könnten Alina und Jana noch mehr Förderung in Anspruch nehmen. Natürlich geht es dabei nicht ums Lesen, Rechnen oder Schreiben. Der sonderpädagogische Förderunterricht erhält oder verbessert die sozialen, kognitiven, sensorischen und motorischen Fähigkeiten der Kinder. Er verschafft ihnen ein Gemeinschaftserlebnis – und kann auch einen Beitrag leisten, um ihre fortschreitenden Erkrankungen unter Kontrolle zu halten.

Auch Hanne (9) und Daniel (6) aus der Katharinengruppe hätten gern einen volleren Stundenplan. Doch schon vor Corona war es stets eine Hängepartie: Hanne und Daniel brauchen besondere Schulbegleiter mit medizinischem Fachwissen – ein Bürokratie-Marathon durch Zuständigkeiten und Genehmigungsverfahren.

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Und wer sich endlich am Ziel wähnt, hat zwar ein Blatt Papier mit Stempel der Behörde oder Logo der Krankenkasse in der Hand, aber noch keine Fachkraft gefunden. „Der Pflegenotstand ist ein weiteres Problem“, sagt die Mama von Hanne. Eine interne Klasse würde es mit einem Schlag lösen. Dann könnten viele Kinder mehr am Leben außerhalb ihrer Wohngruppe teilnehmen.

Hausleiterin Alexandra Huber denkt dabei nicht nur an die Christophorus-Kinder: „Auch weitere Buben und Mädchen mit Benachteiligungen aus der Region, die nicht bei uns wohnen, sind willkommen. Speziell den Förderschülern aus dem südlichen Inntal könnte die Klasse den Schulweg deutlich verkürzen.“

Alle Spendenwege führen ins Inntal

Noch ein Grund mehr also, die Weihnachtsaktion „OVB-Leser zeigen Herz“ zu unterstützen. Seneca würde ganz sicher seinen Obolus für Brannenburg beitragen. Es müssen ja nicht immer alle Wege nach Rom führen, es geht auch umgekehrt – frei nach dem Motto: „Nicht nur für die Schule, sondern für das Leben spenden wir.“

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Das Projekt: Ein Zuhause für noch mehr Kinder

Das Haus Christophorus in Brannenburg soll größer werden. Die Zahl der Plätze für Kinder mit schwersten Beeinträchtigungen wird von 13 auf 20 erweitert, zudem soll dort eine interne Klasse entstehen, mit Beschulung durch die Philipp-Neri-Schule in Rosenheim. Auch davon können Kinder und deren Familien aus ganz Oberbayern profitieren.

Auto zu gewinnen

Auch ein Auto gibt es bei der Weihnachtsaktion zu gewinnen. Unter allen Spendern und Teilnehmern wird ein Mazda 2 verlost. Den Wagen im Wert von rund 16 000 Euro hat City-Autopartner Kolbermoor, ein Unternehmen der Auto-Eder-Gruppe, kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Gewinn wird also nicht mit Spendengeldern finanziert..

Jede Spende ab 10 Euro automatisch im Lostopf

Jede Spende ab zehn Euro nimmt automatisch an der Verlosung des Mazda 2 teil. Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Wer nicht mit seinem Namen erscheinen will, vermerkt dies bei der Überweisung mit dem Zusatz „Anonym“ oder „Keine Namensnennung“. Mitarbeiter des OVB-Medienhauses und der Auto-Eder-Gruppe sowie Angehörige können nicht an der Verlosung teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre Betroffenenrechte und Datenschutzinfos finden Sie unter https://www.ovbabo.de/datenschutz. Aus rechtlichen Gründen sind wir verpflichtet, auch Nicht-Spender am Gewinnspiel teilnehmen zu lassen. Diese schicken eine Postkarte mit dem Kennwort „Weihnachtsaktion: Ich will ohne zu spenden gewinnen“ ans OVB.

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