Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Unternehmensberater Roland Berger hält Vortrag an der Hochschule - Referent erläutert seine Grundsätze

Der Erfolg begann mit einer Wäscherei

Auf großes Interesse bei den Studenten stieß der Vortrag von Roland Berger (Bildmitte) an der Hochschule. Professorin Dr. Brigitte Kölzer und Hochschul-Kanzler Oliver Heller dankten dem prominenten Gast für sein Kommen. Foto heinz
+
Auf großes Interesse bei den Studenten stieß der Vortrag von Roland Berger (Bildmitte) an der Hochschule. Professorin Dr. Brigitte Kölzer und Hochschul-Kanzler Oliver Heller dankten dem prominenten Gast für sein Kommen. Foto heinz

Rosenheim - Roland Berger hat es mit seinem Unternehmen Roland Berger Strategy Consultants von der Ein-Mann-Firma zu der Nummer vier der weltweit erfolgreichsten Unternehmensberatungen gebracht. Im Rahmen der Vortragsreihe Wirtschaft und Hochschule sprach er an der Hochschule Rosenheim über sein Lebenswerk und seinen Erfolg.

"Es gibt wenige Personen, die so zu einer Marke geworden sind wie Roland Berger", sagte Dr. Brigitte Kölzer, die den Vortrag moderierte. Die Professorin für Betriebswirtschaft an der Hochschule Rosenheim hat selbst zehn Jahre in der erfolgreichen Unternehmensberatungsagentur des Referenten gearbeitet. "Das waren zwar nie Acht-Stunden-Tage, doch ich profitiere noch heute von der interessanten Zeit", sagte sie.

Berger gab zunächst einen Überblick über seine Lebensgeschichte. Er erzählte den anwesenden Studierenden und Interessierten im voll besetzten Hörsaal der Hochschule von den Anfängen seiner Unternehmer-Laufbahn als Wäschereibesitzer. Schon während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre habe ihn immer mehr als nur die Theorie interessiert. Weil man außerdem schließlich Geld verdienen musste und zu der Zeit kaum jemand eine Waschmaschine besaß, sah er in der Eröffnung einer Wäscherei gute Erfolgschancen. Später sollte noch ein Spirituosen-Discount dazukommen. Beide seien sehr gut gelaufen, wie Berger erzählte - woraufhin ein Student wissen wollte, warum er die Geschäfte dann überhaupt aufgegeben habe. "Es hat mich intellektuell nicht herausgefordert", so Bergers Antwort. Er habe "etwas Ordentliches" werden wollen.

Um herauszufinden, was das sei, habe er erst in sich gehen müssen. "Bei einer solchen Entscheidung muss man sich fragen: Was macht mich glücklich, was kann ich, und wer bin ich?", erklärte er. Für sich selbst habe er erkannt, dass er mehr Generalist als Spezialist sei, gerne mit Menschen zu tun habe und am liebsten unabhängig sei. Klar war auch, dass ihn mehr als Wirtschaft interessiert hat und er erfolgreich werden wollte.

Mit dem Berufsbild des Beraters kam Berger dann über eine Seminararbeit in Berührung. "Ich habe gemerkt, dass das gut zu meinen Neigungen passt", erinnerte er sich. Dann habe auch noch der Zufall mitgespielt. Über eine Wäschereikundin entstand ein Kontakt zu einer US-Unternehmensberatung in Mailand. "Dort habe ich gelernt, wie der Beruf funktioniert und wie vielfältig Wirtschaft sein kann", so Berger. Obwohl er bei dieser Agentur, Boston Gennaro, schnell sehr erfolgreich wurde, schlug er abermals einen neuen Weg ein. 1967 machte er sich selbstständig und legte den Grundstein für die heutige Roland Berger Strategy Consultants. Von einem kleinen Büro mit einer Sekretärin hat sich das Unternehmen bis heute zu der weltweit vierterfolgreichsten Beratungsagentur entwickelt.

Doch wie wird man so erfolgreich? Gerade für die Studierenden hatte Berger zahlreiche Empfehlungen parat. Wichtig seien etwa ein gutes Netzwerk und Kundenempfehlungen. Dabei, so Berger, hätte es ihm immer geholfen, unkonventionell und direkt zu beraten - denn gerade Aufsehen erregende Beratungsergebnisse würden sich schnell herumsprechen. Berger betonte: "Beratung ist wie Zahnarzt, das kauft keiner freiwillig." Doch wenn man bekannt genug sei, werde man von den Kunden gebeten, bei der Lösung eines Problems zu helfen. Schließlich gab Berger den Zuhörern noch seine "Sieben Grundsätze zum Erfolg" mit auf den Weg: niemanden nachahmen, dem eigenen Weg und Vorlieben folgen, auf das Bauchgefühl hören, fleißig sein, Partnerschaften pflegen, den Erfolg dauerhaft durch Moral, Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und Verantwortungsgefühl sichern und nie "die schönen Seiten des Lebens" vergessen.

Im Jahr 2003 hat Berger die Geschäftsführung seines Unternehmens niedergelegt, 2010 hat er auch den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden abgegeben. Heute ist er Ehrenvorsitzender und hat damit "nichts mehr zu sagen", wie er schmunzelnd erklärte. Umso mehr setzt er sich jetzt für die Gesellschaft ein. Er war nicht nur lange unentgeltlich als Berater der Politik tätig, sondern ist auch der Gründer der Roland Berger-Stiftung. Diese vergibt jährlich einen Preis für Menschenwürde und fördert die Bildungschancen begabter junger Menschen aus sozial benachteiligten Familien.

Mit dem Vortrag von Roland Berger sei es einmal mehr gelungen, eine interessante Unternehmerpersönlichkeit kennenzulernen. Das sei auch das Ziel der Vortragsreihe, wie Oliver Heller, der Kanzler der Hochschule Rosenheim, betonte. "Damit möchten wir zeigen, dass wir viel mehr zu bieten haben, als Module zu belegen und Prüfungen zu schreiben", so Heller. khe

Kommentare