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Bilanz der Direktkandidaten

Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Rosenheim: Enttäuschung bei der Linken – Ernüchterung bei der AfD

ARD-Wahlkorrespondent Uwe Rassenberger (links) war in der Luitpoldschule in Bad Aibling zu Gast. Hier wirft ein Paar den Fragebogen für die Prognose von Infratest-dimap in eine Box.
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ARD-Wahlkorrespondent Uwe Rassenberger (links) war in der Luitpoldschule in Bad Aibling zu Gast. Hier wirft ein Paar den Fragebogen für die Prognose von Infratest-dimap in eine Box.

Im Wahlkreis Rosenheim war Daniela Ludwig (CSU) die haushohe Favoritin für das Direktmandat bei der Bundestagswahl 2021. Und sie wurde ihrem Anspruch gerecht. Aber wie fällt die Bilanz bei den weiteren Direktkandidaten aus?

Bis spät in den Abend hinein blieb fraglich, ob die Linke in den Bundestag einziehen würde. Was für den Rosenheimer Direktkandidaten der Linken, Ates Gürpinar, da schon klar war: „Das Ergebnis ist eine Enttäuschung und wir müssen es in Ruhe aufarbeiten.“ Er nahm einen „krassen Unterschied“ zwischen Ergebnis und der Stimmung vor der Wahl wahr. Man habe in Rosenheim erfreulich viele neue Mitglieder gewonnen. Natürlich bleibe Rosenheim dennoch ein schwieriges Pflaster. Man wolle aber weiter Angebote machen: „Es gibt ja Themen, mit denen Menschen unzufrieden sind.“

Andreas Kohlberger (AfD): Eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale äußerte sich der AfD-Direktkandidat noch halbwegs zuversichtlich: „Es ist noch sehr früh, und in Rosenheim haben über 40 Prozent der Menschen Briefwahl beantragt. Ich rechne also damit, dass es noch nach oben geht.“ Bis hin zu den 12,6 Prozent der Bundestagswahl 2017 sollte es schon noch gehen, sagte Kohlberger, „dann wäre ich zufrieden. Landen wir darunter, wäre ich traurig“. Er sprach von einem „unfairen Wahlkampf“ der anderen Parteien. Im Laufe des Wahlabends dürfte sich seine Stimmung eingetrübt haben. Zu erreichen war Kohlberger nicht mehr.

Gerhard Schloots (Freie Wähler): Dass die Freien Wähler nicht in den Bundestag eingezogen sind und auch ihm damit ein Mandat verwehrt blieb, war für Gerhard Schloots „schon ein kleines Bisschen enttäuschend“. Er glaubt, dass die Partei in Deutschland noch mit zu wenigen Ortsverbänden vertreten sei und dass man die kommunalen Vertreter stärken müsse. Mit seinem eigenen Wahlergebnis war Schloots zufrieden. Dass er vor allem in Bad Endorf und Halfing so gut abschneiden würde, hätte er nicht gedacht. „Das ist der Wahnsinn.“ Wie es für ihn politisch weitergeht, konnte er noch nicht sagen. „Wenn mich jemand braucht, dann bin ich offen dafür.“

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Ludwig Maier (ÖDP): Die ÖDP sei eine Kleinpartei, demnach sei man zufrieden, wenn man mindestens 0,5 Prozent der gültigen Zweitstimmen erhalte, sagte Ludwig Maier mit Blick auf die Wahlkampfkostenerstattung. Nur dann haben Parteien Anspruch auf staatliche Finanzmittel. „Ich bin relativ zufrieden mit dem, was ich selbst erreicht habe“, sagte er. Ob er bei einer Bundestagswahl erneut antreten wolle, wisse er noch nicht. „Vermutlich schon. Aber ich will erst die Landtagswahl abwarten.“ Jetzt will er seine Energie in den Kreistag stecken, wo er sich mit seiner Fraktion mit Anträgen zum Brenner-Nordzulauf einbringen will.

Stephan Fröhlich (Bayernpartei): Zwei Prozent Erststimmen: Das war Stephan Fröhlichs Ziel bei der Bundestagswahl. Geschafft hat er das nicht. Doch vielmehr störte ihn, dass Daniela Ludwig (CSU) das Direktmandat in Rosenheim gewonnen hat. „Ich hätte mir gewünscht, dass das in eine andere Richtung geht“, sagte er. In eine grüne, um genau zu sein. Er habe die Kandidatin der Grünen, Victoria Broßart, unterstützt. Auf die vergangenen Wochen blickte er trotz des Ergebnisses zufrieden. „Die waren gut, ich hatte ein super Wahlkampfteam.“ In Zukunft will er sich weiter in der Politik engagieren und spricht davon, bei der Europawahl 2024 zu kandidieren.

Nikolaus Starkmeth (Die Partei): Der Direktkandidat der Partei „Die Partei“ für den Landkreis Rosenheim, Nikolaus Starkmeth, zeigte sich traurig, dass sich mit dem Wahlergebnis keine politische Richtungswende einstelle. „Wir verharren bei dem, was schon immer war“, sagte er. Er schloss eine erneute Große Koalition nicht aus. „Dann hätten wir aber nichts gelernt“, monierte er. Zu seinem Ergebnis sagte er: „Das ist doch was“. Im Hinblick darauf, dass er im Vergleich mit der weiteren Kleinstpartei „Die Basis“ schlechter abschnitt, sagte der Braumeister aus Bruckmühl, dass er keinen Wahlkampf gegen irgendjemanden geführt habe. Ihm sei es darum gegangen, Alternativen zu diesen „doch recht merkwürdigen Parteien“ aufzuzeigen.

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Nino Kornhass (Die Basis): Der Kandidat der neuen Partei „Die Basis“ war bislang nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Gerald Strickner (Bürgerrechtsbewegung Solidarität, BüSo): Ein besseres Ergebnis als vor vier Jahren erwartete der Direktkandidat der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo), Gerald Strickner, schon. Er vermutete, dass die BüSo mit ihren Themen zu wenig öffentlich durchdringen konnte – auch, weil die Medien diese zu wenig aufgegriffen hätten. Diese Themen erstrecken sich sowohl über eine Entkoppelung des Währungssystems vor möglichen Spekulationen – bis hin zur Beibehaltung der Kernenergie, um die Stromversorgung zu sichern. Strickner sprach von einer „physikalischen Ökonomie“, die China derzeit betreibe, und mit der das Land rund neun Millionen Menschen aus der Armut gebracht habe. Ein Wirtschaften, das man auch für ganz Europa benötige. Er rechnete mit dem Blick auf das Wahlergebnis damit, dass es wohl auf erneute Wahlen hinauslaufen werde.

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