Entscheidung gefallen: Schwaller bleibt an der Spitze der Rosenheimer CSU-Kreistagsfraktion

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Am 1. Mai tritt der neugewählte Landrat Otto Lederer (CSU) sein Amt an, an diesem Tag beginnt auch die sechsjährige Amtsperiode des neuen Kreistags. Die Rosenheimer CSU-Kreistagsfraktion hat jetzt erste personelle Entscheidungen getroffen

Von Norbert Kotter

Rosenheim– CSU-Kreisvorsitzender Klaus Stöttner bestätigte am Freitag im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen, dass sich die Fraktion bei einer Zusammenkunft am Donnerstagabend in Bad Aibling darauf verständigt habe, dass der aus dem Amt scheidende Bad Aiblinger Bürgermeister Felix Schwaller weiterhin ihr Sprecher bleibt. Schwallers Stellvertreter ist Bezirksrat Sebastian Friesinger aus Albaching. Als Schatzmeister der Fraktion fungiert der künftige Bad Aiblinger Rathauschef Stephan Schlier, Katharina Hüls aus Brannenburg übernimmt das Amt der Schriftführerin.

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Erörtert wurde bei der Zusammenkunft auch die Frage, welche Stellvertreter von Landrat Otto Lederer sich die CSU vorstellen kann. An Personalspekulationen will sich Stöttner allerdings nicht beteiligen. „Wir haben Otto Lederer beauftragt, in entsprechende Verhandlungen einzutreten. Wir kommen vor der konstituierenden Kreistagssitzung im Mai nochmals zusammen und legen uns dann fest, wen wir unterstützten“, so Stöttner.

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Zurückhaltung des Kreisvorsitzenden hin oder her. Nicht nur in CSU-Kreisen wird hinter vorgehaltener Hand bereits kolportiert, dass man sich mit Blick auf den ersten Stellvertreter des Landrats ähnlich wie beim Fraktionsvorsitz Kontinuität gut vorstellen könnte. Das heißt im Klartext, der Babenshamer Bürgermeister Josef Huber soll es noch einmal machen – wenn er eine Mehrheit im Gremium findet. Die Chance hierfür dürften nicht schlecht stehen, hat Huber das Landratsamt seit dem schweren Unfall von Landrat Wolfgang Berthaler im Sommer 2018 faktisch bereits geführt – parallel zur Ausübung der Bürgermeister-Tätigkeit in seiner Heimatgemeinde. Dafür wurde ihm in der letzten Sitzung des bisherigen Kreistags fraktionsübergreifend Respekt gezollt.

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Lob gab es vor allem auch für die Art, wie er das Amt geführt hat. „Ausgesprochen gut und professionell“, nennt auch Stöttner Hubers Amtsführung, wenngleich er nicht offiziell bestätigen möchte, dass er der klare Favorit der CSU für das Amt des ersten Stellvertreters ist.

Wenn Lederer bei Sepp Hofer, dem bisherigen Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag, anklopft, findet er für diese Personalie jedenfalls volle Unterstützung. „Ich würde Sepp Hubers Kandidatur unterstützen. Der hat eine hervorragende Arbeit gemacht“, sagt Hofer. Er glaubt, dies sei auch die Sichtwiese seiner Fraktion.

Hofer äußert sich zurückhaltend

Zurückhaltender äußert er sich zu seinen eigenen Ambitionen. Dennoch: Wenn die Freien Wähler es wollen, bleibt er deren Fraktionssprecher. Sollte er gefragt werden, ob er einer von Lederers Stellvertetern werden möchte, würde er auch hierfür zur Verfügung stehen. Dass den freien Wählern aufgrund ihres Wahlergebnisses eigentlich ein Stellvertreter-Posten zusteht, daran lässt Hofer keinen Zweifel.

Eines ist für den FW-Kreisrat klar. „Wir sind bisher mit vier Stellvertretern gut gefahren und haben damit die Regionen des Landkreises abgedeckt. Mehr brauchen wir nicht.“ Ein Fingerzeig in Richtung jener, in deren Planspielen fünf Stellvertreter des Landrats vorkommen. Eine Aufstockung böte die Möglichkeit, Huber erneut ins Amt zu hieven und Bündnis 90/Die Grünen, Freien Wählern, SPD und Parteiunabhängigen dennoch einen Stellvertreter-Posten zu geben.

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Bliebe es bei vier Vize-Landräten, ginge mindestens einer von ihnen auf jeden Fall leer aus. Dass der AfD und den im Kreistag vertretenen kleineren Parteien und Gruppierungen ohne eigenen Fraktionsstatus ein Stellvertreter-Posten angeboten werden könnte, gilt in gewöhnlich gut informierten Politkreisen derzeit als nahezu ausgeschlossen.

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