Elf Jahre Haft für Bluttat

Traunstein/Töging. – „Ich weiß, was ich getan habe.“ Das sagte ein 57-jähriger Kraftfahrer in blutüberströmter Kleidung zu einem Polizeibeamten – kurz nachdem er seine 37-jährige Ehefrau in Töging mit mehr als 40 Messerstichen getötet hatte.

Das Schwurgericht Traunstein verurteilte den Täter gestern wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren.

Der Angeklagte war mit dem späteren Opfer in zweiter Ehe verheiratet. Am 19. Januar geriet das Paar gegen 2.30 Uhr wegen eines Fotos des neuen Freundes auf dem Handy der 37-Jährigen in Streit. Es kam zu bösen Worten und Handgreiflichkeiten. Der 57-Jährige holte ein 30 Zentimeter langes Küchenmesser aus der Küche und versetzte der Frau mit der 19 Zentimeter langen Klinge im Schlafzimmer die ersten Stiche in Bauch und Arm. Die Verletzte flüchtete ins Bad. Dort stach der Kraftfahrer ihr mindestens 40-mal in Hals, Bauch und Brust. Das Opfer verblutete (wir berichteten).

Verteidiger sprichtvon „Übertötung“

Staatsanwalt Markus Andrä hielt den Sachverhalt der Anklage für erwiesen. Der 57-Jährige habe mit Tötungsvorsatz gehandelt und einen vollendeten Totschlag begangen. Zwölf Jahre Freiheitsstrafe seien angemessen, plädierte der Staatsanwalt. Die Vertreter der Nebenklage schlossen sich an. Der Verteidiger sprach von „Übertötung“. Der Kraftfahrer habe sich der Tat gestellt, einen Vergleich geschlossen, leide an dem Geschehen und sei besonders haftempfindlich. Frank wörtlich: „Er hat eine Tragödie gesetzt – für die Familie wie für sich selbst.“ Neun Jahre Haft seien ausreichend, forderte der Verteidiger des 57-Jährigen.

Unter Tränen bedauerte der Angeklagte alles: „Ich habe das Leben vieler zerstört. Ich hab es nicht gewollt. Ich würde es gerne rückgängig machen.“ kd

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