Einschulung in Marquartstein: Maximilan Elgass erinnert sich mit gemischten Gefühlen an den 11. September 2001

Überraschungsgast aus Frankfurt: Die Patentante von Maximilan Elgass war extra angereist, um bei der Einschulung dabei zu sein. privat
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Überraschungsgast aus Frankfurt: Die Patentante von Maximilan Elgass war extra angereist, um bei der Einschulung dabei zu sein. privat

Neben den prallgefüllten Schultüten werden wohl die Schutzmasken das Bild am heutigen ersten Schultag beherrschen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind es besondere Voraussetzungen, unter denen die Erstklässler heuer ihre schulische Laufbahn beginnen.

Marquartstein – Besondere Voraussetzungen zur Einschulung – allerdings in anderer Form – hatte vor 19 Jahren auch Maximilian Elgass (25) aus Marquartstein erlebt. Denn während Elgass den Start ins Schulleben wagte, steuerten Attentäter nahezu zeitgleich Flugzeuge in das New Yorker World-Trade-Center und töteten dabei bei den Terroranschlägen vom 11. September rund 3000 Menschen.

Rund 3000 Opfer bei den Anschlägen

„Für mich war es natürlich ein ganz besonderer Tag. Zum Einen, weil ich endlich in die Schule kam, zum Anderen, weil meine Patentante mich besuchte. Sie kam extra aus der Nähe von Frankfurt und hat mich überrascht“, erinnert sich der Marquartsteiner an den denkwürdigen Dienstag vor 19 Jahren zurück. „Der Tag begann ganz früh und voller Vorfreude stand ich mit meinem Hase- Felix-Schulranzen vor der Grundschule und warte auf meine erste Schulstunde.“ Er wisse noch genau, dass er, wieder daheim angekommen, direkt seine Schultüte ausgepackt und sich über die „leckeren Süßigkeiten“ hergemacht habe.

Maximilian Elgass

Irgendwann habe dann das Telefon geläutet: In der Leitung war der Mann seiner Tante, der ihr gesagt habe, sie solle doch sofort den Fernseher anschalten. „Also gingen wir in unser Wohnzimmer und schauten uns live an was dort genau in diesem Moment in Amerika passierte: die Terroranschläge auf das World-Trade-Center in New York und das Pentagon in Washington. In diesem Augenblick habe ich noch nicht wirklich verstanden, warum meine Familie so geschockt war. Im Nachhinein habe ich aber sehr wohl begriffen, was dort geschah“, so Elgass. Deshalb habe er auch in einem Auslandsjahr 2015 alle drei Gedenkstätten – New York, Washington und Shanksville – besucht und „mit großer Ehrfurcht angeschaut“.

Flugbegleiterin bei der Lufthansa

Zwei Aspekte sind dem jungen Mann, der im vergangenen Jahr seinen Handelsfachwirt gemacht hat und jetzt an der Kufsteiner Fachhochschule Unternehmensführung studiert, in Verbindung zu den Terroranschlägen vom 11. September besonders im Gedächtnis geblieben: Zum einen habe seine Tante damals als Flugbegleiterin bei der Lufthansa gearbeitet und sei erst wenige Wochen vorher in New York gewesen. Zum anderen war die Mutter seiner Gast-Familie in Amerika damals beim FBI tätig – und zwar im Bereich der Terrorfahndung. re/mw

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