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Verkehrsminister Andreas Scheuer zu Brennerbasistunnel-Nordzulauf:

„Der Weg zu einer gemeinsamen Lösung wird nicht einfach werden“

Dass der Weg vor ihnen nicht einfach sein wird, war aus den Gesichtern deutlich abzulesen. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und der stellvertretende Landrat Josef Huber (von links) bei der gestrigen Pressekonferenz im Landratsamt. rassow
  • Sigrid Knothe
    VonSigrid Knothe
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Rosenheim – Vier Stunden Zeit hatte sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer genommen, um mit Vertretern von Bürgerinitiativen und Foren sowie mit allen Inntal-Bürgermeistern im Landratsamt Rosenheim zu sprechen, wie es denn nun in Sachen BBT-Nordzulauf und dem Ausbau der Strecke weitergehen soll.

„Ich fand ein sehr breites Meinungsspektrum vor“, so der Minister in der anschließenden Pressekonferenz. Gleichzeitig machte er klar: kein Planungsstopp, „Lärmschutz plus“ an der Bestandsstrecke, verbesserter Bürgerdialog und fünf plus eine (bestehende) Trassenvariante bis Juli 2019.

Und er legte die lang ersehnten Zahlen aus der Szenarienstudie auf den Tisch, die vor ziemlich genau zwei Jahren sein Amtsvorgänger Alexander Dobrindt – ebenfalls im Landratsamt Rosenheim – erst versprochen und dann in Auftrag gegeben hatte.

Diese Studie, die „keine Prognosen und auch keine Annahmen enthält, sondern eben Szenarien entwirft, blickt bis ins Jahr 2050 vo raus“, machte Scheuer deutlich. Vier Szenarien werden darin näher ins Auge gefasst. Je nach den verschiedenen Annahmen wie beispielsweise die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, der Seehäfen oder der Ausbau anderer Tunnels werde von einer Zunahme des Güterverkehrs von 401, 431, 528 oder gar 558 Zügen, die täglich über den Brenner fahren werden, gesprochen.

Doch zunächst möchte der Verkehrsminister stufenweise vorgehen: „Was passiert bis 2030? Und dann natürlich, was passiert bis 2050?“ Auf der Bestandsstrecke fahren aktuell 185 Züge, ohne technische Ertüchtigung könnte die Kapazität um 75 Züge gesteigert werden, so Scheuer. Mit technischer und digitaler Aufrüstung durch das ETCS (european train control system) könnten auf der Bestandsstrecke 135 Züge mehr fahren, in Summe also 320, erklärte der Minister.

Zugleich sei zu bedenken, dass der Brennerbasistunnel 2026/2027 in Betrieb gehen wird. „Dann kommt der Verkehr“, ist er sich sicher. Ab dem Jahr 2030 spricht die Szenarienstudie dann auch von deutlich mehr Zügen.

Vor diesem Hintergrund will Andreas Scheuer gemeinsam in einem verbesserten Dialog mit den Bürgern auch über den Neubau einer Trasse diskutieren.

„Allerdings“, so machte die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig deutlich, „muss hier endlich vieles auf den Tisch kommen: Flächenverbrauch, Erweiterungsmöglichkeiten der Bestandsstrecke, mehr Lärmschutz für die Bürger“. Hier sehe sie Defizite bei der Bahn. „Ich bin nicht zufrieden mit den Antworten, die die Bahn bisher gegeben hat.“ Sie nehme die Sorgen der Inntal-Gemeinden sehr ernst und auch die Sorgen der Stadt Rosenheim.

Diese sprach Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in ihrem Statement deutlich an: „Wir haben in Rosenheim, aber auch in Großkarolinenfeld, aktuell 260 Züge pro Tag. Und wie wir hören, sollen es künftig deutlich mehr werden. Wie sieht der Lärmschutz aus? Bitte keine acht Meter hohen Wände. Wie kann ich meine Bürger schützen“, fragte sie. Das treibe sie täglich um. „Und hier müssen befriedigende Antworten gefunden werden.“

Sie sei zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit und setze auf Verbesserungen, die künftig die Technik bieten könne. „Vielleicht könnten wir den Rosenheimer Bahnhof auch tiefer setzen“, meinte sie.

„Absolut positiv“ bewertete der stellvertretende Landrat Josef Huber das vierstündige Gespräch mit rund 100 Vertretern der Politik, der Bahn, mit Bürgermeistern und Bürgerinitiativen. „Allein, dass wir im Dialog bleiben, sehe ich als ersten Schritt zu einer gemeinsamen Lösung. Aber der Weg wird nicht einfach.“

Sehen Sie hier die Stellungnahme von Andreas Scheuer in unserm Facebook-Live-Video:

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