Eine Erfolgsgeschichte seit 150 Jahren

Stelldichein vor historischer Drehleiher (von links): Hermann Tomczyk, Vorsitzender des Herbstfest-Ausschusses im Wirtschaftlichen Verband, Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Schausteller-Bezirksvorsitzender Max Fahrenschon und Klaus Stöttner, frischgebackener Schausteller-Beauftragter des bayerischen Landtags.  Foto heuser
+
Stelldichein vor historischer Drehleiher (von links): Hermann Tomczyk, Vorsitzender des Herbstfest-Ausschusses im Wirtschaftlichen Verband, Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Schausteller-Bezirksvorsitzender Max Fahrenschon und Klaus Stöttner, frischgebackener Schausteller-Beauftragter des bayerischen Landtags. Foto heuser

Die Menschen in Stadt und Landkreis Rosenheim haben ein ganz besonderes Verhältnis zu "ihrem" Volksfest. Über eine Million Besucher bevölkern während der 16 Herbstfesttage die Loretowiese. Sogar manche Münchner fahren mittlerweile nach Rosenheim, weil sie hier den gemütlichen Charme finden, den das Oktoberfest längst verloren hat. 2011 feiert das Herbstfest 150. Jubiläum. Auftakt für das Jubeljahr war ein Festabend im Kultur- und Kongresszentrum.

Rosenheim - Einen ganzen Tag lang hatten 100 Delegierte des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller (BLV) im Kultur- und Kongresszentrum über die Probleme ihres Berufsstandes debattiert. Abschluss der Frühjahrsversammlung war ein Festabend mit zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und dem Wirtschaftlichen Verband, seit Jahrzehnten Träger des Herbstfestes.

"Unser Berufsstand ist ein wesentlicher Bestandteil des Herbstfestes und des Christkindlmarktes", begründete Organisator Max Fahrenschon, Vorsitzender des BLV-Bezirks Rosenheim, warum die Schausteller die Organisation des Festabends in die Hand genommen hatten. Sie hätten wesentlichen Anteil daran, diese Traditionsveranstaltungen zu erhalten und behutsam weiterzuentwickeln, hob Fahrenschon die Bedeutung seine Berufsstandes hervor und warf eine Blick in die Zukunft: "Wir hoffen, dass sich die Erfolgsgeschichte Herbstfest in den nächsten Jahrzehnten fortschreibt."

Sehnsüchtiges Warten auf fünfte Jahreszeit

An den besonderen Stellenwert, den das Herbstfest bei den Menschen in Stadt und Landkreis Rosenheim genießt, erinnerte Rosenheims Zweiter Bürgermeister Anton Heindl: "Noch 184 Tage müssen wir sehnsüchtig auf die drei Böllerschüsse warten." Heindl würdigte den großen Anteil, den die Schausteller am Erfolg der Traditionsveranstaltung hätten. Doch auch die Schausteller kämen gerne nach Rosenheim, weiß Heindl, der selbst über Jahrzehnte mit einem Stand auf dem Volksfest vertreten war.

Landrat Josef Neiderhell freute sich in einer betont kurzen Rede besonders auf den historischen Festzug und versprach: "Wir werden uns der Herausforderung des Jubiläums-Herbstfestes stellen."

Der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner (CSU), frischgebackener Schaustellerbeauftragter des bayerischen Landtags, sprach den Schaustellern Dank aus: "Sie sind dafür verantwortlich, dass wir eine schöne Zeit genießen dürfen." Er wertete die Anwesenheit der zahlreichen Gäste aus Stadt und Landkreis - unter ihnen befanden sich auch die beiden Landtagsabgeordneten Annemarie Biechl (CSU) und Maria Noichl (SPD) - als Zeichen der Wertschätzung für die Traditionsveranstaltung.

Gastgeber Wenzel Bradac, Vorsitzender des Landesverbands, dankte für die herzliche Aufnahme in Rosenheim und freute sich über das Interesse vonseiten der Politik an den Problemen der Schausteller. Für die "hervorragende Organisation" der Tagung verlieh er BLV-Bezirksvorsitzendem Max Fahrenschon die goldene Verdienstmedaille des BLV.

Anschließend zogen die Fahnenabordnungen der einzelnen BLV-Bezirksverbände in den Saal ein und formierten sich auf der Bühne zu einem farbenprächtigen Gruppenbild.

Anregungen für den zum Jubiläumsjahr geplanten Festzug bot anschließend ein vor 50 Jahren zum 100-jährigen Bestehen entstandener Farbfilm. Auch damals gab es einen Umzug, in dem ein König-Ludwig-Double in der Kutsche durch Rosenheims Straßen rollte, begleitet von berittener Polizei in historischen Kavallerieuniformen sowie Festwagen der Berufs-Innungen und auch des Oberbayerischen Volksblatts.

Fester Bestandteil der bayerischen Kultur

Die Glückwünsche des bayerischen Finanzministeriums überbrachte als Festredner Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer. "Volksfeste als fester Bestandteil der bayerischen Kultur schaffen Heimat und regionale Identität", so Pschierer. Gerade in einer individualisierten Gesellschaft sorgten sie für Begegnungen und Zusammenhalt. Er rief die Schausteller dazu auf, Kontakt zur Politik in den Kommunen und im Landtag zu suchen. Im Gegen appellierte er an die Kommunalpolitik, den Schaustellern Steine aus dem Weg zu räumen.

Den Schlusspunkt in den Reigen der Festredner setzte Hermann Tomczyk, Vorsitzender des Herbstfest-Ausschusses im Wirtschaftlichen Verband. Das Rosenheimer Herbstfest sei eines der schönsten, familienfreundlichsten und erfolgreichsten Volksfeste in Bayern. "Eine Leistung, die auf dem Zusammenspiel von Schaustellern, Kommune und Wirtschaftlichem Verband beruht, vor allem aber auch den Besuchern des Herbstfestes geschuldet ist", so der Ausschussvorsitzende. "Dankeschön für dieses gute Miteinander", endete Tomczyk, der für sein 20-jähriges ehrenamtliches Engagement die BLV-Ehrennadel erhielt. ku

Fotos auf

herbstfest-rosenheim.de

Kommentare