Drogenbeauftragte Daniela Ludwig besucht kbo-Klinik Wasserburg und warnt besonders vor zwei Drogen

Ruth Höfter, Daniela Ludwig, Peter Zwanzger
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Ruth Höfter, Chefärztin Fachbereich Suchtmedizin am kbo-Inn-Salzach-Klinikum informierte Daniela Ludwig (Mitte), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, über die Behandlung von Suchtkranken in Wasserburg gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Zwanzger, Ärztlicher Direktor kbo-Inn-Salzach-Klinikum.

Cannabis wird verharmlost, findet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig. Bei einem Besuch des kbo-Inn-Salzach-Klinikums Wasserburg bekam sie für diese Meinung Unterstützung eines Mediziners.

Wasserburg – "Cannabis ist alles andere als ein harmloses Kraut. Gerade bei Jugendlichen kann es zu Psychosen und anderen irreparablen Schäden führen", heißt es in einer Pressemitteilung der Rosenheimer Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig. Die CSU-Politikerin, die auch Drogenbeauftragte der Bundesregierung ist, hat einen Besuch des kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg über Cannabis und dessen gesundheitliche Folgen auch mit den Medizinern dort gesprochen. 

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Legalisierung von Cannabis fragwürdig

 „Die Legalisierungsdebatte bei Cannabis ist insofern fragwürdig“, sagte der Ärztliche Direktor des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, Prof. Dr. Peter Zwanzger bei einem Gespräch mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig.

 „Wir brauchen in Deutschland eine viel höhere Sensibilität und mehr Aufklärung zu diesem Thema. Cannabis muss zum No-Go werden. Besonders bei Jugendlichen gibt es häufig kein Risikobewusstsein. Viele glauben nicht, wie gefährlich der Konsum ist.“

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Zunehmend leichtfertiger Umgang mit Cannabis

Daniela Ludwig sieht den zunehmend leichten Umgang mit Cannabis ebenfalls als großes Problem. „Deshalb haben wir eine Aufklärungskampagne zu diesem Thema gestartet. Vor allem über Social Media wollen wir Jugendliche erreichen und sie über die gesundheitlichen Risiken aufklären, die gerade in jungen Jahren erheblich sind.“

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Synthetische Drogen aus dem Internet

Zweites großes Thema in der Drogenpolitik sei die rasante Zunahme der neuen psycho-aktiven Stoffe, kurz NPS. „Die Konsumenten beziehen diese synthetischen Drogen vor allem über das Internet. Sie wissen nicht, welche Inhaltsstoffe drin sind, der Markt ist nicht überschaubar, das Risiko schwerwiegender Schäden sehr hoch.“ 

Ludwig informiert sich über "Drug-Checking" in Tirol

Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich die Drogenbeauftragte über das Drug-Checking in Tirol informiert. „Erfahrungen dort zeigen, dass man dort aufgrund von Drug-Checking weiß, was auf dem Markt gerade gefragt ist. Und man kann Suchtkranke besser über die Gefährlichkeit der Stoffe aufklären.“

Wasserburg einzigartig im Bereich Suchtmedizin

Das kbo-Inn-Salzach-Klinikum verfügt als einzige Klinik im Bereich des Bezirks Oberbayern über einen großen Fachbereich Suchtmedizin. Rund ein Drittel aller Patienten des Psychiatrischen Klinikums sind Suchtkranke. „70 Prozent der Suchtkranken kommen freiwillig“, berichtete die Chefärztin der Suchtmedizin Ruth Höfter.

Wem das kbo-Klinikum helfen kann

 „Das ist eine gute Voraussetzung für einen Therapieerfolg.“ Rund drei Viertel der Patienten sind Männer, ein Viertel Frauen. „Hauptdiagnosen sind Alkohol, Opioide, Cannabis und Sedativa“, so Höfter. Auffallend: Alkoholsüchtige sind mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren deutlich älter als Cannabis-Abhängige. Sie sind im Durchschnitt 27 Jahre alt. 

Psychiatrische Behandlung nach Entzug

Das Klinikum bietet qualifizierten Entzug mit anschließender psychiatrischer und therapeutischer Behandlung an. „Wir verstehen uns als erste Anlaufstelle für Suchtkranke, die eine stationäre Behandlung benötigen“, so Höfter. Der körperliche Entzug dauert zwischen 3 und 8 Tagen, danach beginnt die intensive psychiatrische Behandlung. 

Patienten bekommen Beratung

Die Patienten haben einen straffen Stundenplan von frühmorgens bis in die Abendstunden. Mit integriert ist auch der Kontakt mit Selbsthilfegruppen und Drogenberatungsstellen. „Hier sind wir in der Region sehr gut aufgestellt. Wir sind bestens mit den Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen vernetzt“, betonte Höfter.

Ludwig würdigt Arbeit des Wasserburger Klinikums

Die Statistiken des Klinikums bezeichnete Daniela Ludwig als beeindruckend. Rund 46 Prozent der Suchtkranken verlassen das Klinikum regulär und brechen die Behandlung nicht ab. „Diese Zahlen sprechen für sich und sind ein Beleg für die ausgezeichnete Arbeit und das medizinisch-therapeutische Konzept der Klinik“, so Ludwig. 

"Sucht ist eine Krankheit"

„Es ist sehr wichtig, dass wir in der Region eine so herausragende Anlaufstelle für Suchtkranke haben.“ Denn dass Sucht eine Krankheit ist, sei bei den meisten in der Gesellschaft noch nicht angekommen. „Viele verstehen nicht, dass Süchtige krank sind. Hier helfen Vorträge oder Belehrungen nicht weiter. Wir müssen Suchtkranke adäquat behandeln und ihnen die Chance auf eine Rückkehr in ein suchtfreies Leben geben. Im kbo-Inn-Salzach-Klinikum finden sie dafür die besten Voraussetzungen.“

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