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40 EHRENAMTLICHE MACHEN ES MÖGLICH

Ein Dorf schickt seine Kinder zur Schule: Eiselfing baut Testzentrum für die Schüler

Die Turnhalle soll für die Kinder der Grund- und Mittelschule Eiselfing als Testzentrum dienen, so ist der Plan von Schulleiterin Nadine Sauer und Bürgermeister Georg Reinthaler.
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Die Turnhalle soll für die Kinder der Grund- und Mittelschule Eiselfing als Testzentrum dienen, so ist der Plan von Schulleiterin Nadine Sauer und Bürgermeister Georg Reinthaler.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“: Dieses Sprichwort wird in Eiselfing wörtlich genommen. Hier packt die ganze Gemeinde mit an, damit die Kinder zur Schule gehen können – auch in Corona-Zeiten. Mit einem eigens eingerichteten Testzentrum soll es klappen.

Eiselfing – Nadine Sauer, Rektorin der Grund- und Mittelschule Eiselfing, und Georg Reinthaler, Bürgermeister, sind entschlossen: Am Montag nach den Ferien sollen alle Kinder Eiselfings in die Schule gehen dürfen, egal wie die Inzidenzzahl bis dahin aussieht.

„In Person unterrichten ist das, was wir können“, erklärt Sauer. „Das ist das, was wir gelernt haben.“ Die Vorschriften des Kultusministeriums erlauben Präsenzunterricht, vorausgesetzt der Abstand zwischen den Schülern kann eingehalten werden und – das ist die neueste Entwicklung – die Schüler werden regelmäßig getestet. Zwei Faktoren, die das ganze Dorf auf den Plan rufen.

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Festsaal beim Wirt dient als Klassenzimmer

Für das Abstandsproblem hat Sauer relativ schnell eine Lösung gefunden. Der Festsaal beim Wirt und der Pfarrsaal werden ab Montag als zusätzliche Klassenzimmer dienen. „Damit können alle Schüler an Einzeltischen im Abstand lernen.“

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Die regelmäßigen Tests stellten sich als schwieriger heraus. Zwei Selbsttests sollen die Schüler pro Woche durchführen. Nach Vorstellung des Ministeriums machen die Schüler den Nasenabstrich kurz vor Unterrichtsbeginn im Klassenzimmer und unter Aufsicht eines Lehrers.

Positiv getestete Schüler sollen von und vor der Klasse „abgesondert“, wie das Kultusministerium schreibt, und nach Hause geschickt werden.

40 freiwillige Helfer im Einsatz

Eiselfing macht da nicht mit. „Wir haben auch beim Testen Schüler, die unsicher sind, Ansprache oder Hilfe brauchen“, erklärt die Rektorin. Außerdem befürchtet sie, dass eine Sonderbehandlung bei einem positiven Ergebnis sich schlecht auf die Gefühle der Kinder auswirkt. „Dann abgeführt zu werden“, sagt sie, „das macht was mit einem.“

Für die Lösung dieses Dilemmas sind nun die Feuerwehr Eiselfing und weitere 40 freiwillige Helfer aus der Gemeinde für mehrere Wochen im Einsatz, denn in der Turnhalle soll ein eigenes Testzentrum entstehen.

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„Wir haben inzwischen alle Materialen für das Zentrum beisammen“, erklärt Reinthaler. Noch an diesem Wochenende wird die Feuerwehr die acht Testkabinen errichten. „Wir bauen sie mit komplettem Sichtschutz“, erklärt der Bürgermeister, „und einem Einbahnstraßensystem.“ So bekommt niemand das Testergebnis des Klassenkameraden mit.

Ergebnis wird separat ausgewertet

Jeden Morgen ab sieben Uhr sollen die Türen zur Turnhalle dann geöffnet werden, erklärt Reinthaler. Die Kinder kommen über den Haupteingang herein, werden in die Kabine geführt, wo ein Erwachsener sie in Empfang nimmt und ihnen bei möglichen Problemen oder Unsicherheiten zur Seite steht.

In einem separaten Raum werden die Tests ausgewertet, während die Kinder im entsprechenden Abstand im Wartebereich Platz nehmen. Nach 15 Minuten bekommen sie dann das Testergebnis persönlich mitgeteilt. Sollte es positiv sein, werden die Eltern informiert. Bis dahin können die Kinder in einer von vier Umkleidekabinen warten. „Aber wir hoffen natürlich, dass sie nur selten zum Einsatz kommen“, sagt Sauer.

Freiwillige kommen aus aus dem gesundheitlichen Bereich

Die 40 Personen, die sich bereit erklärt haben, beim Testen zu helfen, kommen hauptsächlich aus der Eiselfinger Schulfamilie. Etwa die Hälfte davon habe sogar Erfahrung im gesundheitlichen Bereich und kenne sich aus mit Testungen und Nasenabstrichen, erklärt Sauer.

„Manche haben schon angekündigt, dass sie sich vier-, fünfmal in der Woche für uns Zeit nehmen werden.“ 15 Erwachsene werden täglich im Einsatz sein, um die insgesamt 250 Schüler zu testen. „Aber wir teilen die Kinder natürlich auf verschiedene Tage auf“, erklärt Sauer.

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Die Schulleiterin ist dankbar, in der Gemeinde so viel Unterstützung zu finden. „Dass wir das so durchführen können und dass alle unsere Schüler kommen können, ist nicht selbstverständlich“, sagt sie. „Ohne das ganze Dorf ginge das nicht.“ Dabei sei nicht nur der Einsatz der freiwilligen Helfen wichtig. Auch mehrere Spenden von Hygienematerialien hat die Schule bekommen. „Und die Kinder halten sich auch immer diszipliniert an die Regeln“, betont die Rektorin.

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