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Neue App-Funktionen und neuer Detektor

„Digitaler Schutzengel“ 2.0: Bayerns Innenminister informiert in Oberaudorf über Lawinenrettung

Die Vorführung mit dem Polizeihubschrauber im Blick: Innenminister Joachim Herrmann ((rechts) und Klaus Stöttner, Vorsitzender des Kuratoriums für alpine Sicherheit, gestern bei Oberaudorf.
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Die Vorführung mit dem Polizeihubschrauber im Blick: Innenminister Joachim Herrmann ((rechts) und Klaus Stöttner, Vorsitzender des Kuratoriums für alpine Sicherheit, gestern bei Oberaudorf.
  • Alexandra Korimorth
    VonAlexandra Korimorth
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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Klaus Stöttner, Vorsitzender des Kuratoriums für alpine Sicherheit, haben am Mittwoch (29. Dezember) in Oberaudorf über neue Möglichkeiten in puncto Lawinenrettung informiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Erweiterung einer App sowie ein neuer Detektor.

Oberaudorf – Zu Beginn der Wintersport-Hauptsaison in den bayerischen Bergen präsentierte das Bayerische Kuratorium für Alpine Sicherheit bei Oberaudorf eindrucksvoll und hautnah die neuen oder aktualisierten Werkzeuge zu Lawinenrettung: Faltblatt, Notruf-App, Hubschrauber-Detektoren und Lawinensuchhund. Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann nahm dabei die Skifahrer, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer ins Gebet.

Appell an die Wintersportler

Mitten im gut besuchten Skigebiet Sudelfeld, in der Bergunterkunft der Polizei auf 1100 Meter Höhe, freute sich Minister Joachim Herrmann am Mittwoch zunächst darüber, dass Wintersport trotz der Corona-Pandemie in dieser Saison überhaupt wieder und im wesentlich größerem Umfang als in der Saison 2020/2021 möglich sei. Der Innen- und Sportminister warnte hinsichtlich der Ansteckung durch das Virus weiter vorsichtig zu sein, lobte aber auch die Bewegung an der frischen Luft als förderlich und wichtig für die Gesundheit.

„Die Wintersportsause hat begonnen, dennoch ist es wichtig, sich des Risikos bewusst zu sein, die Gefahr im Blick zu haben und vernünftig zu sein“, mahnte Herrmann mit Blick auf die große Lawinengefahr insbesondere die weniger bergerfahrenen Skifahrer, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer. Witterungs- und coroanbedingt habe es bislang in 2021 keine Lawinentote in den bayerischen Bergen gegeben, ebensowenig in der Saison 2019/20. „Eine erfreuliche Bilanz“, meinte Herrmann und dankte allen Bergrettern und Organisatoren, die sich für die Sicherheit am Berg engagieren. Ebenso sprach er dem Bayerischen Kuratorium für alpine Sicherheit, zu dem sich vor zehn Jahren insgesamt 17 Verbände, Bildungseinrichtungen und Experten zusammengeschlossen haben und das jährlich mit bis zu 100.000 Euro seitens des Bayerischen bezuschusst wird, seinen Dank aus.

Denn Lawinenabgänge gab es durchaus. Beispielsweise am Wilden Fräulein im Spitzingsee-Gebiet. Dort kam es in der zurückliegenden Skisaison zu einem großen Einsatz, weil man gemeint hatte, Skispuren im Bereich der Lawine ausgemacht zu haben. Relativ schnell konnte aber Entwarnung gegeben und die Verschüttetensuche eingestellt werden.

Gute Dienste bei Lawinenabgängen leiste laut Minister die SOS-EU-Alp-App. Insgesamt wurden im laufenden Jahr 212 Notrufe über diese NotfallApp abgesetzt, 2020 waren es 197. Bisher wurde der „Digitale Schutzengel“ 300.000-mal heruntergeladen.

Erweiterte Version der App

Am Mittwoch wurde in Oberaudorf die neue, erweiterte Version vorgestellt: Wenn ein Notruf von der App ausgeht, landet er ab Januar direkt auf allen 26 Rettungsleitstellen in Bayern und übermittelt auch den Standort des Verunfallten. „Das Ziel ist, dass durch die eine App ein Notruf für den gesamten Alpenraum möglich ist“, erklärte der Vorsitzende des Bayrischen Kuratoriums für alpine Sicherheit, der Rosenheimer Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner. Außerdem sollen durch die App künftig auch personalisierte Daten wie Krankenkassennummer übertragen werden können.

Ein weiteres Novum der Lawinenrettung stellte Innen- und Sportminister Herrmann für die bayerischen Polizeihubschrauber vor. Es sind spezielle Detektoren, etwa 70 Kilogramm schwer, die unter die Polizeihubschrauber der alpinen Bergrettung gehängt werden und die das Signal der Reflektoren und damit seines in der Lawine verschütteten Trägers orten können. Innerhalb von sechs Minuten kann über den „RESSO-SAR-Detektor“ ein Gebiet von einem Quadratkilometer abgesucht werden. Zwei dieser Geräte wurden angeschafft und insgesamt 20 Operateure ausgebildet. Die mit den Detektoren ausgerüsteten Hubschrauber sind in Roth und München stationiert. Etwa 20 Minuten brauche der Hubschrauber von München bis in den Raum Rosenheim.

Wie eine solche schnelle Rettung im Team funktioniert, demonstrierte die alpine Polizei im Hubschrauber gemeinsam mit der Bergwacht am Boden. Hier war es Lawinenhündin Thea und ihr Hundeführer, die eine Jacke eines vermeintlich verschütteten Lawinenopfers orteten, ausgruben und damit in den Hubschrauber aufgewinscht wurden.

Acht neue Polizeihubschrauber

Sie setzten dabei exakt die Strukturhilfen um, die das Bayerische Kuratorium für alpine Sicherheit Multiplikatoren in Form eines Faltblatts an die Hand geben und das ebenfalls gestern im Rahmen der Pressekonferenz präsentiert wurde. Es soll hier in 2022 noch eine Version für die Bergsportler geben.

Die Sicherheit am Berg sei das oberste Gebot, hieß es gestern und Innenminister Herrmann ließ es sich nicht nehmen anzukündigen, dass Anfang 2023 acht neue Polizeihubschrauber vom Typ Airbus H145 ausgeliefert werden, die doppelt so viele Rettungskräfte oder zu Rettende transportieren können als die Bisherigen.