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OVB-Serie zur Lokschuppen-Ausstellung „Eiszeit“

Diese Geheimnisse gibt das Skelett des „Mannes von Neuessing“ in Rosenheim preis

Besuch für den „Mann aus Neuessing“ in der Eiszeit-Ausstellung: (von links) Ausstellungsführerin Cornelia Beblo, der Essinger Bürgermeister Jörg Nowy, Hotelier Josef Schneider und Johannes Bichler vom Lokschuppen-Team. VKR
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Besuch für den „Mann aus Neuessing“ in der Eiszeit-Ausstellung: (von links) Ausstellungsführerin Cornelia Beblo, der Essinger Bürgermeister Jörg Nowy, Hotelier Josef Schneider und Johannes Bichler vom Lokschuppen-Team. VKR

In der Ausstellung „Eiszeit“ nimmt der Rosenheimer Lokschuppen die Besucher noch bis 11. Dezember mit auf eine spannende Zeitreise. In der fünfteiligen OVB-Serie „Heiße Fakten über die Eiszeit“ werden überraschende Details über diesen Abschnitt der Erdgeschichte näher beleuchtet.

Rosenheim – Was weiß man heute über die Eiszeitmenschen? und wie sahen sie eigentlich aus? Weit verbreitet sind klischeehafte Darstellungen von Männern und Frauen mit Stirnwulst und Ganzkörperbehaarung. Seit das Genom der Eiszeitmenschen gelesen werden kann, ist aber klar: Die Menschen heute unterscheiden sich kaum von ihren Vorfahren. Die Menschen, die vor ungefähr 40 000 Jahren in Europa ankommen, sind fast wie wir – Homo sapiens sapiens.

In der Klausenhöhle ausgegraben

Die Ausgrabung eines Skelettes in der Klausenhöhle im Jahr 1913 brachte spannende neue Erkenntnisse über die Vorfahren aus der Eiszeit. An diesem Skelett wurde in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit modernsten Analysemethoden geforscht.

14C-Analysen zur Ermittlung des Alters eines Knochens brachten das überraschende Ergebnis: Der Knochenfund ist 34 000 Jahre alt. Es handelt sich um einen der ältesten modernen Menschen Mitteleuropas. Forensisch-anthropologische Knochenuntersuchungen zeigten, dass es sich bei diesem Skelett um einen männlichen Eiszeitjäger handelt. Das verraten die Proportionen des Beckens – bei Frauen ist das Becken allgemein breiter und der Innendurchmesser größer als bei Männern.

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Die Lebenszeit des Verstorbenen lässt sich unter anderem an bestimmten Gelenkflächen des Beckens und am Abschliff der Zähne des fast vollständig erhaltenen Schädels schätzen. Der „Mann von Neuessing“ erreichte ein stolzes Alter von 40 bis 55 Jahren. Eine forensische Gesichtsrekonstruktion lieferte 34 000 Jahre nach seinem Tod ein farbiges Lebensbild eines modernen Eiszeitmenschen: Mit wesentlich dunklerer Haut, braunen Augen und dunklen Haaren unterscheidet er sich kaum von unserem heutigen Erscheinungsbild.

Isotopenuntersuchung des Zahnschmelzes

Aus der Isotopenuntersuchung des Zahnschmelzes geht hervor, dass der „Mann von Neuessing“ in seinen ersten sieben Lebensjahren das Altmühltal kaum verlassen hat. Auch danach ist er vermutlich nicht weit herumgekommen.

Dank seiner Kleidung, des Feuers und seiner Behausungen ist der anatomisch moderne Mensch in der Lage, sich extremen klimatischen Schwankungen erfolgreich anzupassen und verschiedene Lebensräume zu besiedeln. Er lernte dabei bis heute, sich immer wieder anzupassen und mit den verschiedensten Lebensbedingungen zurechtzukommen.

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Das Skelett des Mannes aus Neuessing wurde 1912 bei Ausgrabungen in der Klausenhöhle entdeckt. Das Besondere daran: Diese Höhle diente von 1870 bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges als Bierkeller „Höhlenschenke“, mit Kegelbahn und Schießstand. Sie gehörte – wie heute auch – der Familie Schneider, die seit Generationen den Brauereigasthof Schneider in Essing betreibt. Der heutige Geschäftsführer Josef Schneider hat das Skelett bisher nur auf Fotos gesehen.

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Deshalb reiste er in Begleitung von Bürgermeister Jörg Nowy nach Rosenheim in die Ausstellung Eiszeit. Nowy findet es wichtig, dass der Mann aus Neuessing in der Ausstellung „Eiszeit“ gezeigt wird. „Das zeigt die lange Geschichte unserer Region um Essing auf. Wenn man sagt, das Skelett ist der älteste Bayer, bin ich geneigt zu sagen, dass der Urbayer ein Essinger war“, so der Bürgermeister der niederbayerischen Kommune.

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Quellen: Begleitbuch „Eiszeit“, erschienen im Nünnerich-Asmus-Verlag, Herausgeber Gaelle und Wilfried Rosendahl, Ausstellungstexte.

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