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Immer wieder mit Steinbrocken zugeschlagen

„Die Frau ist der Teufel“ – Diese Strafe erhält Mann aus Eritrea für brutale Attacke auf Aiblingerin (63)

Justitia
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Ein heute 24-jähriger Asylbewerber aus Eritrea, der im Februar eine 63-jährige Bad Aiblingerin mit Steinbrocken attackiert und lebensgefährlich verletzt hatte, stand vor Gericht. Dort schilderten Zeugen am Donnerstag (28. Juli) die dramatischen Minuten in Bad Aibling.

Traunstein/Bad Aibling – Auf unbestimmte Zeit in ein psychiatrisches Krankenhaus muss ein 24 Jahre alter Asylbewerber aus Eritrea. Das Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Volker Ziegler ordnete am Donnerstag (28. Juli) die Unterbringung des Beschuldigten an. Der psychisch kranke Täter hatte am Abend des 12. Februar 2022 in einem Hinterhof in Bad Aibling eine 63-jährige Radfahrerin mit Kilo schweren Steinen beworfen und das Zufallsopfer potenziell lebensgefährlich verletzt.

In dem Sicherungsverfahren ging es einzig um die Frage der geschlossenen Unterbringung. Aufgrund seiner Erkrankung mit Wahnvorstellungen war der 24-Jährige bei dem Angriff auf die ihm vorher unbekannte Frau völlig schuldunfähig, wie auch der psychiatrische Gutachter, Dr. Josef Eberl vom Bezirksklinikum in Gabersee, feststellte. Bestraft werden konnte der Täter deshalb von Gesetzes wegen nicht für die Tat.

Insgesamt bestätigten die Nebenklägerin, die bis heute seelisch und körperlich massiv beeinträchtigt ist, ihr Ehemann und mehrere Nachbarn im Zeugenstand den Sachverhalt. Demnach lauerte der Eritreer der 63-Jährigen neben zwei Mülltonnen im Hinterhof ihres Wohnanwesens auf. Aus unbekannten Gründen schleuderte er einen 1,5 Kilogramm schweren Stein gegen den rechten Oberarm der Radlerin.

Kiloschwere Steinbrocken

Aus etwa zwei Meter Entfernung warf er mehrere Steinbrocken mit Einzelgewichten zwischen über einem und mehr als zwei Kilogramm gegen den Kopf der Nebenklägerin. Die Frau warf ihr Rad beiseite und hielt die Hände schützend über sich. Da stürmte der damals 23-Jährige mit einem faustgroßen Stein in der Hand auf sie zu und traf sie am Kopf und im Gesicht. Die 63-Jährige konnte sich befreien und in Richtung des Nachbarwohnhauses rennen. Auf der Flucht schlug ihr der Angreifer noch mindestens zweimal von hinten eine Bierflasche über den Kopf.

Ihr Ehemann hörte die Schreie und eilte seiner Frau zu Hilfe. Die Nachbarn hatten das schwer verletzte, blutende Opfer inzwischen in Sicherheit gebracht. Der Ehemann und zwei andere Zeugen überwältigten den Täter und fixierten ihn, bis Polizeibeamte eintrafen.

Auf einen der Polizeizeugen wirkte der 24-Jährige damals eher ruhig. Er habe sich nicht gewehrt. Der Polizist meinte, der Tatverdächtige habe dabei geäußert, die Frau sei der Teufel. In den Diensträumen habe er gesagt: „Alle Frauen sind Teufel.“

Die Nebenklägerin, der Opferanwalt Dr. Marc Herzog aus Rosenheim beistand, wurde mit schwersten Gesichts- und Kopfverletzungen in das Klinikum Vogtareuth transportiert. Nach der Verlegung ins Krankenhaus Rosenheim wurde wegen der Knochenbrüche im Gesichtsbereich eine Operation unumgänglich.

Zahlreiche Brüche im Gesichtsbereich

Die Sachverständige Ina Clasen vom Rechtsmedizinischen Institut an der Universität München attestierte der 63-Jährigen eine komplexe Fraktur der Stirnhöhle mit verschobenen Knochenstücken, ein zertrümmertes Nasenbein, beidseitige Brüche um die Augenhöhlen, dazu Platzwunden, eine Handprellung und einen Bluterguss am Oberarm. Bis heute leidet die Frau unter Schmerzen und Alpträumen.

Verteidiger Harald Baumgärtl aus Rosenheim trug eine geständige Erklärung zu den Erinnerungen seines Mandanten vor – „soweit es ihm möglich war“. Demnach hatte der 24-Jährige an jenem Tag einen Ausflug nach Rosenheim unternommen. Nach der Rückkehr nach Bad Aibling habe er gefühlt, dass „der Teufel“ in ihm war, woraufhin die Attacke folgte. Nach dem Geschehen habe sein Mandant weiter geschrien: „Die Frau ist der Teufel.“

Staatsanwalt Wolfgang Fiedler betonte, alle Voraussetzungen für eine Unterbringung seien erfüllt. Der 24-Jährige sei gefährlich für die Allgemeinheit, die Wiederholungsgefahr sei groß. Seitens der Geschädigten schloss sich Nebenklagevertreter Dr. Marc Herzog an. Verteidiger Harald Baumgärtl sah ebenfalls keinen anderen Weg als eine Unterbringung in der Psychiatrie. Für Bewährung sei es noch zu früh. Das Schwurgericht gelangte zu dem gleichen Ergebnis.

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