"Deutschland zu langsam bei Eisenbahn-Ausbau"

Innsbruck/München - Gute Nachbarn, schlechte Zugverbindungen. Die Landesregierung in Tirol dringt darauf, dass Bayern vor allem die Strecke zwischen München und Kufstein ausbaut. Andernfalls sei auch der Erfolg des Brennerbasistunnels gefährdet.

Die Tiroler Landesregierung ist unglücklich wegen des schleppenden Ausbaus der bayerisch-österreichischen Eisenbahnverbindungen. Der Vize-Landeshauptmann Hannes Gschwentner warnte am gestrigen Donnerstag bei einem Treffen mit der Spitze der SPD-Landtagsfraktion in Innsbruck, dass ein fehlender Ausbau der bayerischen Strecke von München nach Kufstein den Erfolg des geplanten Brennerbasistunnels gefährden könne.

"Die Attraktivität hängt maßgeblich davon ab, wie die Zulaufstrecken aussehen", erklärte Gschwendtner. In Österreich und Italien sind die ersten Erkundungstunnel bereits gegraben. In Deutschland gibt es dagegen bisher nicht einmal einen fertigen Plan, wie Gschwentner beklagte.

Der Brennerbasistunnel soll nach derzeitigen Schätzungen acht Milliarden Euro kosten und mit 64 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt werden. Österreich und Italien hoffen nun, dass der Tunnel 2026 in Betrieb gehen kann, damit die vom Verkerhrsinfarkt bedrohte Brennerautobahn entlastet wird. Schon jetzt nutzen 1,7 Millionen Lkw im Jahr die überlastete Strecke, von denen die meisten aus oder nach Bayern rollen.

"Man muss versuchen, Druck aufzubauen, dass man mit der Planung beginnt", sagte Konrad Bergmeister, der Geschäftsführer der Tunnelbaugesellschaft BBT, die das Riesenprojekt stemmen soll.

Aus österreichischer Sicht am dringendsten: Eine Umfahrung für Güterzüge in München und der Ausbau des Rosenheimer Bahnhofs. "Dann hätten wir schon einen Korridor", sagte Bergmeister.

Die SPD will nun im Münchner Landtag auf schnelleres Tempo bei der Planung drängen.

dpa/Oberbayerisches Volksblatt

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