"Der Strompreis wird steigen"

"Die Energiewende - kann die Energieversorgung sicher, bezahlbar und umweltfreundlich bleiben?", lautete der Titel des 7. Rosenheimer Wirtschaftstages. Unternehmer aus Stadt und Landkreis hatten sich dazu im Kultur- und Kongresszentrum eingefunden, um sich mittels Referaten und Workshops mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Rosenheim - Spürbar wurde dabei vor allem die Angst davor, dass die Energiewende zu einer drastischen Erhöhung des Strompreises führen und damit die Existenz von Unternehmen gefährden könnte.

Veranstalter waren die Stadt Rosenheim und der Landkreis Rosenheim in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern, der Kreishandwerkerschaft Rosenheim, der Handwerkskammer für München und Oberbayern sowie der Hochschule Rosenheim.

"Eine Herkulesaufgabe"

Eingeleitet wurde die Energiewende in Deutschland durch das Reaktorunglück in Fukushima im Frühjahr dieses Jahres. Danach hat die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomkraft bis zum Jahr 2022 beschlossen. "Politik und Wirtschaft stehen nun vor einer Herkulesaufgabe", meinte Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in ihrer Begrüßungsrede. Fakt sei: "Eine Energiewende zum Nulltarif gibt es nicht."

Georg Dettendorfer, Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern schilderte die Sorgen der Wirtschaft. "Bis jetzt hatten wir eine sehr stabile Energieversorgung in Deutschland. Größe Ausfälle, wie im Ausland durchaus möglich, gab es bei uns nicht. Das soll auch in Zukunft so bleiben", forderte er. Außerdem sei es wichtig, dass der Strom auch in Zukunft bezahlbar bleibe. Ansonsten könnte es sein, dass bayerische Firmen ihren Sitz in Ausland verlegen.

Aus fachlicher Sicht heraus schilderte Holger Techert vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln mit welchen wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiewende man voraussichtlich rechnen müsste und welche Kosten dadurch für Verbraucher und Unternehmen entstehen könnten. Sein Fazit lautete: "Der Strompreis wird steigen."

Nach seinem Referat folgten Workshops. In denen stellten Vertreter namhafter Unternehmen aus Stadt und Landkreis Maßnahmen vor, mit denen die Kosten bei der Energieversorgung gedämpft werden können. Außerdem sprachen sie über Risikobewertung und Risikomanagement.

Das Schlusswort der gut besuchten Veranstaltung sprach Landrat Josef Neiderhell. Er war der Ansicht, dass auch in Zukunft Energie in ausreichendem Maße zur Verfügung stehe. Wichtig sei ihm, dass sie sowohl für private Haushalte als auch für die Wirtschaft bezahlbar bleibe.

Als eine besondere Herausforderung für die Kommunalpolitik sah der Landrat die Umsetzung der Windkraft. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden müsse man nach geeigneten Standorten suchen. Seines Erachtens sind Genossenschaften, die Planung, Bau und Betrieb übernehmen, "ein Garant dafür, dass die Bevölkerung diese Energieform mittragen kann." wu

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