Mit „Isar Indianer“ Willy Michel

„Der letzte Indianer mit Feia im Bluat“ - Claudia Koreck aus Traunstein über ihr neues Lied

„Isar-Indianer“ Willy Michl ist eine Inspiration für Sängerin Claudia Koreck aus Traunstein. Ihr neues Lied „Indianer“ ist eine Hommage an den Münchner.
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„Isar-Indianer“ Willy Michl ist eine Inspiration für Sängerin Claudia Koreck aus Traunstein. Ihr neues Lied „Indianer“ ist eine Hommage an den Münchner.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
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Sie lieben die Freiheit, gehen ihren eigenen Weg und sind sich stets treu geblieben: Claudia Koreck (34), die junge Liedermacherin aus Traunstein, und „Isar-Indianer“ Willy Michel (70). Von dem Altmeister ließ sich Claudia Koreck zu einem der Lieder auf ihrem neuen Album „Auf die Freiheit“ inspirieren.

Traunstein/München – Und wie könnte der neue Track auf dem Koreck-Album anders heißen als: „Indianer“? Aber wie kommt es zu dieser Verbindung –  der Isar-Indianer als großes Idol? Das Wort mag sie nicht, sagt Claudia Koreck. Sie wolle niemandem nacheifern, sondern schreibt die eigene Freiheit groß. Oder innige Freundschaft? Auch nicht. „Wir haben uns gegenseitig auf dem Schirm, schreiben uns manchmal“, berichtet die 34-Jährige. „Wir haben ein freundschaftliches Künstlerverhältnis.“ Vielmehr ist es die gemeinsame Wellenlänge, die die Musiker verbindet. Hinzu kommt gegenseitiger tiefer Respekt, den man im Gespräch mit beiden bemerkt.

Tiefer Respekt und eine Wellenlänge

„Indianer“ ist das neunte Lied auf dem zehnten Album von Caudia Koreck. Es ist ein positiver, dynamischer Song, wobei das Thema ernst ist. „Es geht um die dunklen Seiten, die das Internet mit sich bringt. Um die Irrungen und Wirrungen“, sagt sie. Der „Indianer“ in dem Song stellt sich diesen entgegen. Sie singt: „Reitest durch Sümpfe aus Hass, Trolls versperren dir die Strass / Aber du bist der letzte Indianer, mit Feia im Bluat“.

Das Lied hat sie vor drei Jahren in Schweden geschrieben. Auslöser sei damals eine gescheiterte Crowdfunding-Kampagne von Willy Michl gewesen. Er hatte seine Fangemeinde im Internet dazu aufgerufen, ihn bei der Produktion seiner neuen Platte zu unterstützen, erzählt Claudia Koreck. Der Plan scheiterte. Michl kritisierte hinterher enttäuscht seine „falschen Fans“ und zürnte über die Unverbindlichkeit im Internet. Ja, sagt Claudia Koreck, Willy Michl hat sie zu dem Lied inspiriert. „Eins zu eins kann man das Lied aber nicht auf ihn übertragen“, sagt sie.

Menschlichkeit und Respekt als wichtige Intentionen

Ihr Künstlerkollege ist von dem Lied begeistert. „Es ist großartig, progressiv und ultra menschlich“, sagt Willy Michl. „Es zeigt, dass Claudia meine Intentionen Liebe, Respekt und Ehre weiter trägt, wie ich es auch schon seit Jahrzehnten mache.“ Vielleicht steht Willy Michl also auch irgendwann auf der Bühne, wenn Claudia Koreck das Lied live ihren Fans präsentiert. Und singt gemeinsam mit ihr von dem „Indianer mit Feia im Bluat“.

„Joan Baez von Bayern“

Willy Michl macht kein Geheimnis daraus, dass er ein „Claudia-Koreck-Fan“ ist. „Ich halte sie für eine sehr begabte Musikerin mit einer tollen Stimme“, sagt Willy Michl. „Ich nenne sie immer die Joan Baez von Bayern.“ Ein großes Kompliment, denn die US-amerikanische Folk-Sängerin Joan Baez – das erste weibliche Idol der Protestkultur der Sechzigerjahre in den USA und Sprachrohr einer ganzen Generation –  ist vor allem für ihre klare Gesangsstimme berühmt. Claudia Koreck wolle mit ihrer Musik die Menschen zum Nachdenken anregen, mit ihren Liedern „etwas aussagen“. Er nennt sie „meine Nachtigall“.

Claudia Koreck und Willy Michl sangen gemeinsam beim „Heimatsound-Festival“ des BR im Jahr 2015.

Die Traunsteinerin bestätigt das lachend. „Das macht er immer, wenn wir uns sehen.“ Dabei kennen sie sich noch gar nicht so lange persönlich, erst seit 2015. Da stand sie mit Willy Michl beim „Heimatsound Festival“ des Bayerischen Rundfunks gemeinsam auf der Bühne.

Auftritt der in Erinnerung bleibt

Ein Auftritt, der beiden in Erinnerung bleibt. „Es war toll“, schwärmt Claudia Koreck. „Wir sind danach auch noch lange zusammengesessen und haben uns unterhalten.“ Willy Michl hat ihr damals einen weisen Rat gegeben: „Ich soll nicht versuchen, die ganze Last der Welt auf meinen Schultern zu tragen. Ich muss nicht die ganzen schlimmen Sachen, die auf der Welt passieren, in meiner Musik aufgreifen. Stattdessen ist es wichtig, das zu machen, was aus mir herauskommt. Ich soll so sein, wie ich bin.“ Ein Rat, den sie bis heute beherzigt. Sie hat den Münchner als Menschen kennengelernt, der kompromisslos der Stimme seines Herzens folgt. „Und das gfoit mia einfach.“

Auch wenn sie sich noch nicht so lange kennen: Willy Michl und seine Musik haben schon lange einen festen Platz im Leben von Claudia Koreck. „Seit der Jugendzeit“, sagt sie. Da habe sie die Hits von Michl, wie zum Beispiel das „Bobfahrerlied“, gehört. Intensiver mit seiner Musik habe sie sich später beschäftigt.

Album während Corona veröffentlicht

Der Song „Indianer“ und das Album „Auf die Freiheit“ hat Claudia Koreck Anfang August veröffentlicht. Mitten in der Corona-Pandemie – ein Risiko, wie sie selbst sagt. Sie habe jetzt nicht die Möglichkeiten, wie gewohnt Werbung für das Album zu machen. Den Schritt hat sie trotzdem gewagt – für sich und ihre Fans, wie sie sagt. Sie wolle ihnen etwas Gutes tun. „Die Leute sollen die Leichtigkeit in der Musik spüren, in den positiven Liedern“, sagt sie.

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