Erneut ein Tumor entdeckt

Der Krebs ist zurück: FDP-Fraktionschef Martin Hagen aus Feldkirchen-Westerham im Krankenhaus

Martin Hagen, Fraktionschef der FDP im bayerischen Landtag, ist erneut an Krebs erkrankt.
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Martin Hagen, Fraktionschef der FDP im bayerischen Landtag, ist erneut an Krebs erkrankt.
  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Bei einem Arztbesuch vergangene Woche wurde bei Martin Hagen, Fraktionsvorsitzendem der FDP im bayerischen Landtag, erneut ein Tumor entdeckt. Mittlerweile wurde der 39-Jährige, der in Feldkirchen-Westerham aufgewachsen ist, operiert. Die Operation sei gut verlaufen, die Prognose positiv.

München/Feldkirchen-Westerham – Den Mittwoch hatte sich Martin Hagen komplett anders vorgestellt. „Eigentlich wollte ich Markus Söder im Landtag die Leviten lesen“, sagt er. Seinen Humor hat der Fraktionschef der FDP offenbar nicht verloren. Statt im Landtag auf Söders Regierungserklärung zu antworten, musste sich Hagen einer Operation unterziehen. Ein bösartiger Tumor wurde entfernt. Immerhin: Die Operation ist gut verlaufen, die Prognose positiv.

Ende 20 einen Tumor im Unterleib ertastet

Obwohl der 39-Jährige zu den jüngeren Abgeordneten im Maximilianeum gehört, hat er schon eine längere Krebshistorie. Er war Ende 20, als er erstmals einen Tumor im Unterleib ertastete. Hagen, eigentlich Sportler und Daueroptimist, musste damals feststellen, dass ihm der Kampf gegen die Krankheit mit Operation und Chemotherapie alles abforderte, zumal es den ein oder anderen Rückschlag gab. Aber er gewann ihn. Ein halbes Jahr später lief er den Berlin-Marathon – sein ganz persönlicher Triumph. „Es ist eine einschneidende Erfahrung, auch wenn sie mich nicht zu einem anderen Menschen gemacht hat“, sagte er später einmal über seine Erkrankung.

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Jetzt ist der Krebs zurück. Am Donnerstag vergangener Woche musste der zweifache Familienvater mit akuten Beschwerden zum Arzt – dabei wurde der Tumor entdeckt, obwohl der mit den Beschwerden gar nichts zu tun hatte. Die nächste Routineuntersuchung hätte erst im November angestanden. Insofern hatte der Politiker Glück, dass das Problem früher erkannt wurde. Aktuell gehe es ihm gut, sagt der Fraktionschef. Er erholt sich noch im Krankenhaus.

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Seine Fraktion und Landtagspräsidentin Ilse Aigner hatte Hagen, der in Feldkirchen-Westerham aufwuchs und heute in Baldham (Landkreis Ebersberg) wohnt, am Dienstagnachmittag über die Erkrankung informiert. Statt Hagen antwortete Parteifreund Wolfgang Heubisch auf die Regierungserklärung Söders – Beobachter wunderten sich, eine Erklärung für Hagens Abwesenheit gab es aber erst einen Tag später.

Hagen geht offen mit einem schwierigen Thema um

Vor einem Jahr hatte die Familie Hagen bundesweit Schlagzeilen geschrieben: Um seinen Kampf für eine bessere staatliche Unterstützung für künstliche Befruchtung zu forcieren, offenbarte Hagen, dass auch seine beiden Kinder auf diesem Weg gezeugt worden.

Ein Arzt hatte ihn bei der ersten Krebserkrankung vor der Gefahr gewarnt, durch die Chemotherapie unfruchtbar zu werden. Er riet ihm, vorsichtshalber Sperma zu kryokonservieren. Dieser Rat erwies sich später als Gold wert. Nach einer langen Ärzte-Odyssee bekam das Paar schließlich zwei Kinder. Dass ein Politiker so offen mit diesem Tabu-Thema umgeht, brachte ihm viel Aufmerksamkeit über Bayern hinaus.

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