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DREI ANGEKLAGTE MANIPULIEREN BANKAUTOMATEN

Der Gesamtschaden durch eingesetzte Blackbox-Geräte liegt bei knapp 352.000 Euro

Mittels Geldautomaten in Banken vorgeschalteten Blackbox-Geräten sollen drei Männer im Alter von 39, 42 und 50 Jahren in vielen Kommunen im Freistaat und in Thüringen Hunderttausende von Euro erbeutet haben.

Traunstein – Das Verfahren der Siebten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit der Vorsitzenden Richterin Christina Braune startete nun mit stundenlangen Rechtsgesprächen zur Höhe der Strafen im Fall von Geständnissen. Am 19., 25., 26. und 28. Mai wird der Prozess, jeweils um 9.15 Uhr, fortgesetzt.

Die Staatsanwälte Dr. Gregor Stallinger und Thomas Peter werfen den Verdächtigen aus 2019 und 2020 zahlreiche „Jackpotting/Blackboxing“-Straftaten vor. Dabei werden laut Anklage Geldautomaten im Vorraum von Geldinstituten aufgehebelt. Zwei Männer schieben eine Blackbox in Form eines Laptops vor, ein dritter steht draußen Schmiere. Durch das aufgesetzte Gerät wird das Software-Programm des Automaten verändert und das Auszahlen von Bargeld veranlasst.

Innerhalb eines Jahres erbeutet die Bande einen sechsstelligen Betrag

Die Manipulationen der mutmaßlichen Täter begannen Anfang Oktober 2019 in München und gingen weiter im November in Kulmbach. Im thüringischen Zeulenroda-Triebes erlangten sie gemäß Anklage im Dezember den Betrag von 43.505 Euro. Etwa Mitte Dezember soll die Bande ihre Aktivitäten nach Süden verlagert haben. In Fridolfing scheiterte ein Versuch, an Geld zu kommen, an Sicherheitsvorkehrungen. Mehr als 25.000 Euro Beute machten die Täter kurz vor Weihnachten 2019 in Chieming.

Vergeblich blieben zwei Versuche im April 2020 in Penzberg. Die größte Einzelbeute mit knapp 278.000 Euro erbrachte die kriminelle Methode in Beuerberg-Eurasburg, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Anfang Mai dieses Jahres. Knapp zwei Wochen später holte die Bande in der gleichen Filiale weitere 5390 Euro aus dem Geldfach. Zwei Versuche im Juni in Waakirchen und in Holzkirchen blieben wiederum erfolglos.

Das Ende der Serie mit einem Gesamtschaden von knapp 352.000 Euro bedeutete ein vergeblicher Versuch am 12. Juni 2020 in Berchtesgaden. Die Polizei konnte die mutmaßlichen Täter fassen. Seither saßen die Angeklagten getrennt in Untersuchungshaft.

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Nach Überzeugung der Staatsanwälte sind die verwirklichten Delikte Teil der Organisierten Kriminalität. Im Vorfeld des Prozesses sahen sie nach Worten von Vorsitzender Richterin Braune die angemessenen Strafen ohne Geständnisse im Bereich von zwölf bis 13 Jahren, mit Geständnissen bei jeweils acht bis neun Jahren Gefängnis. Die Verteidiger äußerten niedrige Strafvorstellungen. Nach eingehenden Gesprächen, unter Berücksichtigung der jeweiligen Tatbeteiligungen und mit Geständnissen präsentierte das Gericht einen Verständigungsvorschlag.

Die Spanne für den 42-jährigen, gebürtig in der Russischen Föderation und zuletzt in Bad Reichenhall lebend, läge demnach zwischen sechs Jahren vier Monaten und sieben Jahren vier Monaten Freiheitsstrafe. Der 39-Jährige mit kasachischen Wurzeln aus Lüneburg müsste mit Haft zwischen vier Jahren acht Monaten und fünf Jahren zwei Monaten rechnen. Zwischen viereinhalb Jahren und vier Jahren sieben Monaten Gefängnis kämen auf den 50-Jährigen, ebenfalls aus der Russischen Föderation stammend, zu. re

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