Coronavirus: Welche Beschränkungen jetzt gelten – und wo gelockert wird

Coronavirus ? Abgesperrter Spielplatz
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Coronavirus: Abgesperrter Spielplatz

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 30. April mit den Ministerpräsidenten in einer Videoschalte das weitere Vorgehen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland beschlossen. Wir haben sie für Sie zusammengefasst.

Erste Entwicklungen waren bereits im Vorfeld durchgesickert. Es soll erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen geben. Merkel sprach von den Beratungen als "große Herausforderung". Ziel sei es, die Krankenhäuser nicht mit der Behandlung schwer Erkrankter zu überfordern. Es gelte einen Rückfall zu vermeiden. Die Strategie bei Lockerung sei "Schritt für Schritt."

Bei der Beschlussfassung und Umsetzung kommt es zu regionalen Unterschieden in den Bundesländern. Daher ist es möglich, dass Updates Bayern betreffend folgen werden. Auch der Bayerische Ministerpräsident äußerte sich nach den Beratungen. 

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Kontaktsperre 

Die deutschlandweite Kontaktsperre wurde bereits vor dem Corona-Gipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten bis zum 10. Mai verlängert. Auch in dieser Hinsicht kann offenbar erst kommende Woche mit weiteren Entwicklungen gerechnet werden. 

Die Bundeskanzlerin betonte, wie wichtig es sei, Infektionsketten nachzuvollziehen.

Ausgangsbeschränkungen 

Eingeleitet werden soll eine schrittweise Rückkehr auch in den touristischen Alltag mit Outdoor-Angeboten wie Zoos, botanische Gärten, Freizeitparks, Klettergärten, Gedenkstätten und Spielplätzen. Bei Spielplätzen sollten Eltern darauf achten, dass überfüllte Anlagen gemieden und grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden.

Auch Museen und Ausstellungen sollen nach Ansicht des Bundes unter Auflagen wieder öffnen. Voraussetzung sei besonders bei kleinen und historischen Gebäuden, dass die Auflagen zur Hygiene sowie die Einhaltung des nötigen Abstands räumlich und personell umgesetzt werden könnten.

Dazu soll kurzfristig ein Förderprogramm in Höhe von zunächst 10 Millionen Euro für coronabedingte Umbaumaßnahmen aufgelegt werden.

Eine Entscheidung, wann die Fußball-Bundesliga wieder laufen soll, wird voraussichtlich erst am 6. Mai fallen.

Reisen

Das Signal der Bundesregierung vorweg war eindeutig: Das Bundeskabinett verlängerte die bislang bis zum 3. Mai beschränkte weltweite Reisewarnung für Touristen um sechs Wochen bis zum 14. Juni.

Restaurants und Hotels 

Hier sollen konkrete Entscheidungen erst in der Beratung getroffen, die auf den 6. Mai folgt.

Schulen und Kitas

Bis zum 6. Mai soll ein Konzept zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs erarbeiten lassen. 

Familien

Merkel hatte jüngst in ihrer Regierungserklärung Verständnis für die Situation der Familien in der Corona-Krise gezeigt. Einzelheiten, wie dies aussehen könnten, sind jedoch noch nicht bekannt. 

Markus Söder sagte dass man eine Lösung suche, damit Senioren wieder Besuch bekommen könnten und damit Kinder ihre Großeltern wieder sehen könnten. Dies werde jedoch erst beraten.

ÖPNV 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hält auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn eine Maskenpflicht* für angeraten.

Veranstaltungen 

Der Bund will grundsätzlich an dem Verbot von Großveranstaltungen wie Volksfesten, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, Konzerten sowie Straßen-, Wein- und Schützenfeste festhalten. Das werde auch bis zum 31. August so bleiben, hieß es schon in der Beschlussvorlage zur Beratung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am heutigen Donnerstag. Diese würden "auch noch für längere Zeit"  gelten.

Unter strengen Auflagen können in Bayern ab 4. Mai wieder Gottesdienste aller Glaubensrichtungen stattfinden. Dazu gehören Hygiene-Konzepte, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung sowie Mindestabstände von zwei Metern zwischen den Gottesdienstbesuchern. Außerdem dürfen die Gottesdienste nicht länger als eine Stunde dauern.

Private Feiern

Wann und unter welchen Bedingungen kleinere öffentliche und private Feiern oder Veranstaltungen wieder stattfinden könnten, sie wegen der besonders hohen Infektionsgefahr noch nicht abzusehen.

Religiöse Feste wie Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste im kleinen Kreis sollen auch in der Corona-Krise wieder zugelassen werden.

Hochzeiten sind ebenfalls möglich - jedoch lediglich im Kreis der Familie. Dabei solle sich die Zahl der Teilnehmer allerdings an der Familienangehörigkeit orientieren. 

Krankenhäuser 

Krankenhäuser sollen ab sofort wieder planbare Operationen durchführen können Aktuell würden etwa 40 Prozent der Intensivbetten bei finanziellem Ausgleich für Corona-Patienten freigehalten, meldet die Deutsche Presseagentur (dpa). Dies müsse angesichts der sinkenden Infektionszahlen neu geplant werden. Zugleich sollten ausreichend Covid-19-Behandlungskapazitäten freigehalten und an die Entwicklung der Pandemie angepasst werden.

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