Stadt und Landkreis

Schulstart in Rosenheim unter Corona-Auflagen: Wann und wie Regeln verschärft werden

Mindestens an den ersten 9 Schultagen in Bayern müssen alle Schüler weiterführender Schulen auch im Unterricht eine Maske tragen.
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Mindestens an den ersten 9 Schultagen in Bayern müssen alle Schüler weiterführender Schulen auch im Unterricht eine Maske tragen.
  • Moritz Kircher
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In Bayern beginnt am 8. September die Schule. Eine Herausforderung für alle, gilt es doch, umfangreiche Auflagen zum Schutz vor dem Coronavirus einzuhalten. Das Schulamt Rosenheim erklärt am heutigen Donnerstag (3. September), wie die Regeln für Stadt und Landkreis umgesetzt werden sollen.

Update 11.32 Uhr

Das Konzept des Rosenheimer Schulamtes

Die Schulen in der Region bereiten sich auf einen Schulstart unter Corona-Auflagen vor. Wie der Rosenheimer Schulamtsleiter Edgar Müller betont, sei die sogenannte 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche) nur ein Wert, an dem sich die Behörden orientieren.

Übersteige der Wert in einer Region die kritische Marke von 35, bedeute dies nicht automatisch schärfere Coronaregeln auch an den Grund- und Mittelschulen, für die das Schulamt zuständig ist. Ob und welche Maßnahmen dann ergriffen werden, etwa eine Verlängerung der Maskenpflicht über die ersten 9 Schultage hinaus, entscheide das Gesundheitsamt zusammen mit dem Schulamt.

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Jede Schule muss ein Konzept erarbeiten, wie der Schulunterricht gewährleistet werden kann, wenn es Infektionsfälle in einer Klasse gibt und Quarantäne-Regeln in Kraft treten. Lehrer sind grundsätzlich verpflichtet, Präsenzunterricht in der Schule abzuhalten. Nur gegen Vorlage eines maximal 3 Monate gültigen Attestes mit Bezug zum Coronavirus wird diese Pflicht aufgehoben.

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An den Grund- und Mittelschulen in Stadt und Landkreis Rosenheim gibt es nach Angaben des Schulamtes aktuell 40 Lehrkräfte, die per Attest vom Präsenzunterricht befreit sind. Dazu gehören allerdings auch schwangere Lehrerinnen, für die seit März wegen der Corona-Pandemie ein allgemeines Beschäftigungsverbot gilt.

Um die Lage an den Grund- und Mittelschulen in der Region zu bewerten, tritt wöchentlich ein Krisenstab aus zuständigen Behörden zusammen.

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Die Erstmeldung von 9.22 Uhr

München/Rosenheim (dpa/ki) – Mit einer Maskenpflicht für Schüler und Lehrer starten Bayerns weiterführende Schulen nach den Ferien ins neue Schuljahr. «Es ist ein Schulstart unter Corona-Bedingungen und dies, wo Corona wieder zulegt», sagte Ministerpräsident Markus Söder nach Beratungen mit Vertretern von Eltern-, Schüler- und Lehrerverbänden in der Staatskanzlei in München.

Söder: Mit großer Vorsicht in die Schule zurückkehren

Gerade in Rosenheim dürfte der Schulstart unter besonderer Beobachtung stehen, lag doch die Zahl der Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in der Stadt in der vergangenen Woche bayernweit an der Spitze. Zwar sind die Zahlen rückläufig. Aber nach wie vor liegt so sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche) in der Stadt Rosenheim über der kritischen Marke von 35.

Ministerpräsident Söder betonte, dass die Infektionszahlen in ganz Europa wieder zunähmen. Daher sei es «ganz entscheidend», mit großer Vorsicht in die Schulen zurückzukehren. Einzig ausgenommen von der Maskenpflicht im Unterricht sind Grundschulen.

Infektionszahlen in Stadt und Kreis Rosenheim sehr unterschiedlich

Während die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Rosenheim aktuell bei rund 36 liegt, sieht es im Landkreis Rosenheim deutlich besser aus. Hier gibt es im Schnitt der vergangenen 7 Tage gerade einmal 11 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Gut möglich also, dass die Schulen in der Stadt Rosenheim mit schärferen Corona-Regeln ins neue Unterrichtsjahr starten, als die Schulen im Landkreis Rosenheim.

Über den Schulstart in Stadt und Landkreis Rosenheim informiert das Schulamt am heutigen Donnerstag (3. September) um 11 Uhr bei einer Pressekonferenz. Über die Ergebnisse informieren wir im Anschluss an dieser Stelle.

In jedem Fall gilt für die ersten 9 Schultage in allen weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Söder sagte, gerade mit Blick auf die Infektionsrisiken durch Reiserückkehrer aus dem Ausland sei es wichtig, den «Sicherheitspuffer» mit der Maskenpflicht einzuhalten. Durch den Einsatz der Masken im Unterricht sinke das Ansteckungsrisiko um 90 Prozent.

Bei steigenden Infektionszahlen gibt es in den Schulen schärfere Regeln

Sollte es in einer Region auch nach neun Tagen hohe Fallzahlen geben, kann die Maskenpflicht auch regional begrenzt verlängert oder neu verhängt werden. Richtgröße dafür sei die Anzahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner. Wenn diese binnen sieben Tagen über 35 steigt, muss von Schulträgern und Gesundheitsamt entschieden werden, wie der Unterricht weitergeht.

Die Maskenpflicht im Unterricht ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb auch in der Pandemie weitergehen soll. Dazu gehört:

  • viel lüften im Unterricht
  • Klassen sollen in Gruppen zusammen bleiben
  • Mindestabstand von 1,5 Metern wo möglich
  • Maskenpflicht an den ersten 9 Schultagen

Zudem kündigte die Staatsregierung an, die Schulträger bei der Bereitstellung zusätzlicher Schulbusse zu unterstützen. Die Mehrkosten übernehme der Freistaat. So soll es etwa einfacher möglich sein, Anfahrten zu splitten, damit zeitlich gestaffelter Unterricht von Klassen erfolgen kann.

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Um den Jugendlichen auch die Nutzung der Corona-Warn-App der Bundesregierung zu ermöglich, dürfen im kommenden Schuljahr Smartphones in der Schule eingeschaltet werden. Die Geräte müssten «jedoch stumm geschaltet sein und während des Unterrichts in der Schultasche verbleiben», informierte das Ministerium. (Mit Material von dpa)

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