Neu-Infektionen – Sterbefälle – Situation in den Kliniken

Immer mehr Corona-Fälle in Stadt und Kreis Rosenheim: Neue Fälle in Kitas und Schulen

Die Corona-Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim.
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Die Corona-Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim.
  • Rosi Gantner
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Die Corona-Fallzahlen in der Region Rosenheim steigen ungebremst. Von Entspannung sind Stadt und Landkreis weit entfernt – ganz im Gegenteil: Die 7-Tage-Inzidenzen liegen über der Marke von 300.

Update 10. November

Einzelne Infektionsfälle an mehreren Einrichtungen

Rosenheim - Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim meldet wieder eine ganze Reihe Corona-Fälle an Kitas und Schulen. Jeweils eine Person mit positivem Testergebnis gibt es an der FOS/BOS Rosenheim, der Wilhelm-Leibl-Realschule Bad Aibling, im Kindergarten St. Bartholomä Bernau und in der katholischen Kindertagesstätte St. Peter und Paul Rott.

Zwei positive Tests liegen für die Mittelschule am Luitpoldpark Rosenheim vor. Für alle engen Kontaktpersonen hat die Behörde eine 14-tägige Quarantänezeit angeordnet.
 

Update 9. November

Vorerst keine schärferen Maßnahmen für Rosenheim

Rosenheim – Die Stadt Rosenheim hat am Montag in der 7-Tage-Inzidenz erstmals die Marke 300 gerissen. Noch am Freitag bewegte sich die Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) bei 282, zum Wochenbeginn lag sie bereits bei 304 (Stand 9. November). Der Landkreis Rosenheim kratzte Montag mit 294 am Schwellenwert 300. Steht die Region nun vor weiteren Beschränkungen?

Die Stadt Rosenheim will die Marke 300 vorerst nicht zum Anlass nehmen, die Maßnahmen zu verschärfen. Das erklärte ein Sprecher auf Anfrage. „Wir warten erst einmal ab, was der aktuelle Teillockdown bewirkt.“

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Und wie steht es um Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, der vergangene Woche positiv auf das Coronavirus getestet wurde? Er kuriert laut seinem Sprecher die Viruserkrankung aus. „Das dauert bekanntermaßen seine Zeit.“ März muss bis einschließlich Samstag, 14. November, in Quarantäne verbleiben. Er will am 16. November ins Rathaus zurückkehren.

Einmal mehr sind Schulen und Kitas in Sachen Corona betroffen. Aktuelle Fälle meldet das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim von der Berufsschule Wasserburg und aus dem Kindergarten Arche Noah Rosenheim (Stand 9. November), wo jeweils eine Person positiv getestet wurde. Alle engen Kontaktpersonen wurden unter Quarantäne gestellt.

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In den Romed-Kliniken steigt die Zahl der Covid-Intensivpatienten leicht an. Aktuell befinden sich fünf Corona-Fälle auf der Intensivstation (Stand 9. November; +1 gegenüber Freitag). Insgesamt sind im Romed-Verbund 50 Covid-Patienten in Behandlung. 

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Der ursprüngliche Artikel vom 8. November

Rosenheim – Die 7-Tage-Inzidenz der Stadt Rosenheim liegt aktuell (Stand 6. November) bei 282, die des Landkreises bei 266 (Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen). Beide mit Kurs auf die Marke 300, die bayernweit bislang einzig die kreisfreie Stadt Augsburg gerissen hat mit einer Inzidenzzahl von 370.

Gesundheitsamt Rosenheim besorgt über steigende Corona-Zahlen

Das Gesundheitsamt Rosenheim ist alarmiert, was sich auch im aktuellen Lagebericht zeigt, der regelmäßig Ende der Woche veröffentlicht wird: Seit zwei Wochen (21. Oktober) komme es in Stadt und Landkreis zu einem „ungebremsten, exponentiellen Anstieg“ der Fallzahlen. Prominenteste Neumeldung: Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, dessen positives Testergebnis aktuell bekannt wurde. Eigenen Aussagen zufolge leidet er lediglich an „leichten Erkältungssymptomen“.

Seit dem letzten Wochenbericht (Stand 29. Oktober) wurden dem Gesundheitsamt 873 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 5507 Fälle von Covid-19 aufgetreten (Landkreis 4284, Stadt 1223).

Die aktuelle Entwicklung im Corona-Ticker

In der Region sticht in der Wochenentwicklung einmal mehr die Stadt Rosenheim heraus: mit 178 Neumeldungen binnen einer Woche. Deutliche Zuwächse verzeichnen überdies Bad Aibling (+53) und Kolbermoor (+52) sowie die Marktgemeinde Prien mit 43 neuen Fällen. Eine Vielzahl der Fälle dürfte dabei mit den jüngsten Corona-Ausbrüchen im Krankenhaus Bad Aibling und in der Reha-Klinik „Kronprinz“ in Prien zusammenhängen.

Diese Orte sind massiv betroffen

In dem Romed-Krankenhaus waren 19 Mitarbeiter und zehn Patienten betroffen. Aus dem „Medical Park Kronprinz“ wurden 59 positive Tests gemeldet. Wobei sich die Positiv-Tests in der Reha-Einrichtung nicht eins zu eins auf die Fallzahlen der Marktgemeinde Prien auswirkten, wie ein Sprecher des Gesundheitsamtes auf Anfrage erklärte. Die Covid-Fälle würden, sofern aus der Klinik entlassen, ihren jeweiligen Heimatgesundheitsämtern zugeordnet. Selbiges gelte für das betroffene Personal (Wohnort).

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Weitere Städte und Gemeinden, die in den vergangenen Tagen eine deutliche Steigerung der Fallzahlen hatten, sind: Bruckmühl (+34), Nußdorf (+33), Kiefersfelden und Samerberg (+32), Raubling (+31), Rohrdorf und Riedering (+28), Oberaudorf und Wasserburg (+23) sowie Stephanskirchen (+22) und Bad Endorf (+20).

  • Zahl der Genesenen: Dem gegenüber steht die Zahl der Genesenen. Laut Gesundheitsamt wurde zwischenzeitlich bei gesamt mindestens 3322 Personen in der Region eine Genesung dokumentiert.
  • Neue Sterbefälle: 231 Personen sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) bis dato an oder mit Covid-19 verstorben (Landkreis 208/+2 gegenüber der Vorwoche; Stadt 23; Stand 6. November). Von den bislang Verstorbenen waren sieben Personen unter 60, 150 Verstorbene über 80 Jahre alt.
  • Die Lage in den Kliniken: Die Zahl der Covid-Patienten, die in der Region in den Kliniken versorgt wird, nimmt ebenfalls zu. Stand Freitag wurden 50 Corona-Patienten stationär behandelt (Vorwoche 29/+21). Im Romed-Klinikum Rosenheim wurde diese Woche bereits die dritte Covid-Station eingerichtet. Überdies befanden sich zuletzt vier Patienten auf einer Intensivstation (Vorwoche 1/+3).
  • Die Zahl der Intensivbetten: Insgesamt stehen am Klinikum Rosenheim 37 Intensivbetten zur Verfügung, im gesamten Romed-Verbund 52 (Bad Aibling 6, Wasserburg 6, Prien 3). Im Katastrophenfall können bis zu 87 Beatmungsplätze geschaffen werden – wobei sich dann die Frage nach dem Pflegepersonal stellen dürfte, wie es seitens der Romed-Kliniken heißt.

Wo sich das Coronavirus überträgt

Die Infektionsübertragungen ereignen sich laut Gesundheitsamt überwiegend im privaten Umfeld und in Schulen. Vereinzelt komme es zudem zu „Superspreading-Ereignissen“ zum Beispiel durch private Feiern. Zunehmend seien nun aber auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften zu verzeichnen, heißt es aus der Behörde.

Dr. Hierl: „Die Lage spitzt sich zu“

„Der anhaltend exponentielle Anstieg der Fallzahlen in Stadt und Landkreis ist besorgniserregend und dramatisch. Die Lage spitzt sich weiter zu, insbesondere die Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereiten uns Sorgen“, sagt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes.

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Es sei zu befürchten, dass durch die Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem infizierten mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Hierl hofft, dass durch die Beschränkungsmaßnahmen das Infektionsgeschehen abgebremst werden kann. „Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser vermeiden.“

Soldaten im Einsatz bei Nachverfolgung der Infektionsketten

Zunehmend schwerer fällt es der Behörde offenbar, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen – insbesondere, was die engen Kontaktpersonen betrifft. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde zuletzt bereits deutlich aufgestockt, unter anderem durch neun Polizeianwärter. Seit dieser Woche unterstützen nun auch Soldaten der Bundeswehr – insgesamt 17 – die Rosenheimer „Corona-Detektive“.

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