861 neue Fälle gemeldet

Ist das die Wende? Etwas weniger Corona-Infektionen in Stadt und Kreis Rosenheim

Medizinische Mitarbeiter am Uniklinikum Salzburg behandeln einen Patienten auf der intrinsischen Intensivstation. Aufgrund des starken Anstiegs der Patienten, die am Coronavirus erkrankt sind, kommen die Intensivstationen landesweit an ihre Grenzen.
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Das Gesundheitsamt Rosenheim appelliert an die Vernunft der Bürger, um eine drohende Überlastung der Kliniken zu verhindern.

861 neue Coronavirus-Infektionen wurden dem Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Rosenheim binnen einer Woche gemeldet. Zwar gehen die Neuansteckungen in den letzten Tagen leicht zurück. Insgesamt ist für Dr. Wolfgang Hierl, den Leiter des Gesundheitsamtes, die Lage weiter „besorgniserregend und dramatisch“.

Rosenheim – Seit dem letzten Wochenbericht vom 6. November wurden dem Gesundheitsamt 861 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 6367 registrierte Coronavirus-Infektionen in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 4981, Stadt: 1386).

Stadt und Kreis Rosenheim: 7-Tage-Inzidenz sinkt deutlich unter 300

233 Personen sind seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr in Stadt und Kreis an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 210, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren 7 Personen unter 60 Jahren. 151 Verstorbene waren über 80 Jahre alt. 50 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich acht Patienten auf einer Intensivstation.

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 13. November (0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 259,63, für den Landkreis Rosenheim bei 266,33.

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Gesundheitsamt: Abschwächung des Infektionsgeschehens

Seit dem 21. Oktober beobachtete das Gesundheitsamt für Stadt und Kreis Rosenheim einen „ungebremsten, exponentiellen Anstieg der Fallzahlen“. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt allerdings nach den Spitzenwerten von über 300 in den vergangenen drei Tagen wieder leicht ab. „Somit ist derzeit von einer deutlichen Abschwächung des Infektionsgeschehens auszugehen“, meldet das Gesundheitsamt. „Die Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung dürften zudem in ca. ein bis zwei Wochen ihre volle Wirkung entfalten.“

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Infektionsübertragungen ereignen sich nach Behördenangaben überwiegend im privaten Umfeld. Infektionen und Folgefälle ereignen sich auch in Schulen. Zunehmende Bedeutung erlangen Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Es komme aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen, zum Beispiel durch private Feiern.

Jetzt muss die Überlastung der Kliniken vermieden werden

„Trotz des jetzt aktuell eingetretenen Rückgangs der Fallzahlen ist der exponentielle Anstieg der letzten Wochen besorgniserregend und dramatisch. Insbesondere die Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereiten uns Sorgen“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. „Es steht zu befürchten, dass durch die Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen.“

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Erste Hinweise darauf sieht Hierl in den gestiegenen Behandlungszahlen auf den Normalstationen in den Kliniken, aber gerade auch auf den Intensivstationen. Hierl weiter: „Das Gesundheitsamt stemmt sich weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, durch deutliche Aufstockung des Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern.“ Es gehe jetzt darum „eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten!“ (re)

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